Meine Brünig G3/4 ist angekommen und schon bald fertig. Nein noch nicht ganz aber im Forum hat es so viele Informationen und Bilder, dass ich mit dem Zusammenbau recht gut vorankomme. Von ein paar Erfahrungen möchte ich hier berichten, vielleicht helfen sie dem einen oder anderen Neueinsteiger.
Baubericht oder Erfahrungsbericht(1) Vor dem Zusammenbau die Anleitung in und auswendig lernen. In der Anleitung fehlen ab und zu ein paar wichtige Details, aber mit dem mehrfachen Lesen kreiert man ein Bild vom Zusammenbau im Kopf, das sehr hilfreich sein kann. Als Beispiel dazu: Für den Zusammenbau der Steuerung der linken Seite benötigte mehr als 10 Stunden. Für die rechte Seite reichten zwei.
(2) Beim Zusammenbau der Achsen, könnte es von Vorteil sein, die Achsen ausserhalb zusammenbauen. Mit der Schieblehre die Distanz ermitteln, und dann die Achse direkt mit den Achsenlager einsetzen. Die Madenschrauben aber noch nicht anziehen! Kleine Korrekturen gehen gut, grössere Verschiebungen der Räder auf der Achse könnte ein Verkannten bewirken, was dann eine genau Positionierung der Achsen stark erschwert.
(3) Die Konterung mit einer Mutter bei der Entwässerungswelle ist nicht ideal gelöst. Bin gespannt, wann ich Wellen das erste mal wieder ausrichten muss. Bemerkung: Die Abbildung ist von der Ansicht, wo die Kolbenwelle austritt – klar!
(4) Vorsicht beim Umgang mit der Feile: Was ab ist, ist weg! Ein Beispiel dazu: Der Führungsbolzen des Schiebestangenlagers ist sehr genau. So dass ein kleines Verkanten der Welle die Gleiteigenschaft stark vermindert. Ich versuchte mit Schleifpapier ein, zwei Hundertstel weg zu tragen, was aber das Problem eher verschlechterte, weil der Bolzen bei den Schiebebewegungen das Lager teilweise verlässt, und dies dann das Verkannten eher fördert. Besser mit Oel vor dem Zusammenbau, das Lager mit vielfachem Hin- und Herbewegen „polieren“.
(5) Bei der Steuerung musste ich, wie auch die anderen im Forum, die Lenkerstange, anpassen d.h. S-förmig biegen, Madenschrauben verkleinern und Bundschraube bei der hinteren Kuppelstange verkürzen, plus die „Kanten“ vom Umsteuerhalter „anschleifen“.
(6) Für die Verbesserung der Gleiteigenschaft von der Umsteuerungsschwinge kann man neben der Feile (oder Schleifpapier) sie auch mit den Fingern leicht nach aussen biegen z.B. auf eine feste Unterlage legt man eine Metallleiste welche wenig grösser ist als der Innenabstand und drückt dann mit den Finder auf die Aussenseiten der Umsteuerungsschwinge.
(7) Beim Testen mit Druckluft hatte ich keinen Erfolg. Statt ein gleichmässiges „Schnurrlen“ der Zylinder gab es ein riesen Knall, weil beim Aufblasen der Fahrradschlauch platzte. Ich versuche es dann mal mit heissen Dampf, was die Teflonzylinder aufquillen soll.
(8) Für das Biegen der Abdampfleitung habe ich eine Seitenrisszeichnung erstellt, und sie dann entsprechend der Skizze mit einem Korken gebogen. Geübt habe ich an einem Messingrohr, das nicht zum Bausatz gehörte.
Als nächstes beschäftige ich mich mit den Armaturen, freue mich schon wenn ich wieder „Schrüblä“ darf
