Hallo
hatte ich schon über mein Modell "Max" und Probleme mit Brennpasten-Feuerung berichtet. Die Probleme waren schnell beseitigt seither macht mir das Modelle "Max" grossen Spass. Ein Schönheitsfehler blieb aber, schon bei geringem Luftzug brennt die Flamme aussen am Kessel hoch. Der kleine Holzgriff am Topfbrenner fing Feuer, ich befürchtete das auch die restlichen Holzteile in Brand geraten könnten. Ich suchte deshalb nach einer anderen Lösungen.
Ich möchte hier Beschreiben wie ich dem Modell "Max" eine neue Feuerung verpasst habe, dabei beschreibe ich Materialien, Werkzeuge und Verfahren welche vermutlich die wenigsten Zuhause haben und anwenden. Alle die das stört möchte ich bitten mir das zu verzeihen oder einfach diesen Beitrag nicht zu lesen und zu ignorieren.
Falls ihr ab hier immer noch am weiterlesen seit: Für das schlussendliche Ergebnis sind weder spezielle Werkzeuge noch spezielle Materialien notwendig. Im Gegenteil dafür braucht es hauptsächlich Kaufteile von Regner und wenige Normteile wie Schrauben, Muttern, Scheiben etc. Besondere handwerkliche Fähigkeiten sind nicht notwendig, lediglich eine einzige Hartlötstelle muss hergestellt werden (oder bei jemandem machen lassen).
Nun aber mein Umbau:
Anfänglich wollte ich am Brennstoff "Brennpaste" festhalten. Aus rostfreiem Stahlrohr stellte ich ein neues Töpfchen für die Brennpaste her. Dazu schweisste (WIG-Verfahren) an das kurze Stück Rohr einen Boden aus der selben rostfreien Stahllegierung und bearbeitete das Töpfchen so das es einen etwas erhöhten Rand erhielt damit die Flamme nicht mehr so einfach nach aussen brennen könnte.
An beiden Töpfchen sind am Handgriff Brandspuren zu erkennen denn auch mit dem neuen Töpfchen (im Bild rechts) war es sich nicht zu vermeiden das die Flamme aussen hoch brennt.
Ich verabschiedete mich daher von der Brennpaste. Nach dem ich bei Hobbykollegen immer wieder Modelle mit Spiritusfeuerung gesehen habe versuchte ich mein Modell "Max" mit einer solchen auszurüsten. Es sollte ein Dochtbrenner werden, leider fand ich nirgends ein passendes, käufliches Exemplar. Wieder war Eigenbau gefragt. Als Ausgangsmaterial verwendete ich eine Rohrkappe, wieder aus rostfreiem Stahl. Auf der Drehbank erhielt diese Kappe ein Loch ins Zentrum gebohrt. Die Rohrkappe erhielt einen Boden aus Blech aufgeschweisst, eine Bohrung mit M4 Gewinde durch das dieses Behältnis später befüllt werden sollte. Aus Messing besteht der Dochthalter, dieser ist in die Bohrung im Behältnis eingepresst, als Docht verwendete ich einen Rest feuerfester Keramikschnur. Alle Teile fand ich in der Restenkiste, den Brenner stellte ich mit wenig Zeitaufwand während zwei Mittagpausen her.
Dieser Brenner vermochte genügend Leistung zu entwickeln um "Max" zu betreiben. Jedoch neigte dieser Brenner unter dem Kessel stark zur Russbildung. Wieder nicht das was ich wollte, immerhin konnte ich den Spiritus-Brenner weiter verwenden, er befeuert jetzt einer meiner Stirling-Motoren.
"Max" hatte nun erst mal Pause (ich Urlaub). Angeregt durch
von black.man wollte ich nun auch meinen "Max" mit Gasfeuerung nachrüsten. Anders als bei black.man wollte ich das Fahrgestell und die Holzaufbauten belassen, für den Umbau sollten käufliche Teile verwendet werden. Ich beschaffte mir bei meinem Fachhändler, den ich durch dieses Forum fand (schmalspur17), einen Gastank, einen kurzen Rohrbrenner sowie einige Kleinteile für den Umbau. Weil ich bedenken hatte das die Holzteile unter dem Kessel in Brand geraten könnten sollte der Gasbrenner in einem Topf eingebaut werden der die Hitze und Flammen nach unten abschirmen sollte. Wieder schweisste ich diesen Topf mit Rohr und Blech aus rostfreiem Stahl, bohrte die notwendigen Öffnungen für den Brenner.
Zwischen dem Topf mit dem Brenner und dem Holzboden baute ich eine Isolierung ein, diese besteht aus einer Hartpapier-Leiterplatte wie sie im Elektronik-Bastelladen erhältlich ist, die Kupferschicht zeigt nach unten.
Hier das Ganze mit Kessel, eingebautem Gastank. Zu sehen ist auch das Nachspeiseventil, dieses erhielt "Max" zusammen mit einem Wasserstandsrohr.
Schon beim ersten Versuch zeigte es sich das dieses nicht die richtige Lösung ist, ich zündete wie von meinen anderen Modellen gewohnt das Gas am Kamin, konnte jedoch nie so weit zurück regeln das die Flamme zum Brenner schlug. Ich baute den Kessel aus um die Feuerung ohne diesen zu testen, dabei bemerkte ich das immer zuviel Gas in den Brenner strömt und ausserdem die Flamme,wenn überhaupt, nur ganz am gequetschten Ende brennt. Der Gasstrom musste deshalb stark reduziert werden, die Flamme sollte möglichst nur in der Mitte des Brenners brennen. Als erstes versah ich das Winkelstück in welche die Gasdüse eingeschraubt ist mit einem M3 Innengewinde und zwar auf jener Seite an der die Gasleitung befestigt wird. Eine Madenschraube im M3 Gewinde drosselte nun durch die Undichtheit des Gewindes den Gasstrom. Je nach länge dieser Madenschraube lässt sich der Gasstrom mehr oder weniger drosseln. Am Brenner lötete (einzige Hartlötstelle) ich die vordersten Löcher zu. Aus Messingdrahtgitter fertigte ich eine dreilagige Rolle welche ich in den Brenner schob im das Gas möglichst gut zu verteilen. Nun kann ich die Flamme gut regeln. Der Brennertopf erhielt einen Ausschnitt zu Zünden der Flamme.
Nun konnte ich den Brenner gut zünden, leider brannte die Flamme nun wieder aussen am Kessel hoch. Nach dem Rat eines Hobbykollegen, ersetzte ich den Topf für den Brenner durch einen einfachen Haltewinkel. Den Gastank schirmte ich mit einem Strahlungsschutz aus Messingblech ab.
Nun funktioniert die Feuerung einwandfrei, lässt sich gut regeln. Erste Probefahrten machte ich auf meinem Rollenprüfstand und auf einer Clubanlage, Dank Nachspeiseventil läuft nun mein "Max" bis zu 45 Minuten. Es macht wirklich Spass diese einfache Modell fahren zu lassen.
Ideen für weitere Verbesserungen liessen nicht lange auf sich warten, davon werde ich berichten wenn Interesse daran herrscht.