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BeitragVerfasst: 28.08.2011, 10:41 
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Hallo SchienenDampfer!

Nachdem bei Friedl schon seit einiger Zeit ein Konrad mit Teflon gelagerten oszillierenden Zylindern läuft, hab ich mich nun auch entschlossen, auf Friedl´s Art umzubauen.

Die Kurbelwelle, Achsen und Gestänge hab ich ja schon vor einiger Zeit Teflon-gelagert, da sie so weit ausgeschlagen und eingerieben waren, dass die Lok ihren Dienst versagte. Es wurden damals auch gleich neue Achsen verbaut.

Als letztes sollte nun der "Motor" komplett auf Teflon-Lagerung umgebaut werden. Dafür hab ich gestern einen halben Tag gebraucht ....

Nach dem Abbau der Zylinder zeigte sich, dass sich bereits tiefe Riefen eingerieben hatten

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BeitragVerfasst: 28.08.2011, 10:53 
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Als nächster Schritt mussten die Zylinder zerlegt werden. Da die Deckel eingepresst sind, musste zuerst der Kolbenkopf abgeschraubt werden. Zum festhalten der Kolbenstange bastelte ich mir eine kleine Schraubzange

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Als nächste drückte ich auf der Drehbank den Kolben und den vorderen Deckel heraus

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dann mit einem geeigneten Rundmaterial den hinteren Deckel

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Der zerlegte Zylinder

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Da die älteren Easy-Line-Modelle ja noch Messing-Kolben hatten, werden diese durch die neuen Teflon-Kolben ersetzt. Besitzer neuerer Modelle können sich das ersparen.

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BeitragVerfasst: 28.08.2011, 11:20 
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Nun folgte die Bearbeitung der Zylinder.

Es muss beachtet werden, dass dafür nur etwa 2,4 mm "Fleisch" vorhanden ist.

Als erstes wird der Zylinder eingespannt und die beiden 1,6mm Dampfbohrungen 2mm tief auf 3mm aufgebohrt.

Als nächstes wird das Lager-Sackloch in der Mitte von 3 auf 4mm mit einer Tiefe von 2mm aufgebohrt

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Dann werden die beiden 1mm tiefen und etwa 4,5 - 5mm beiten Nuten gefräst

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BeitragVerfasst: 29.08.2011, 18:31 
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Weiter geht´s :lol:

Nun wurden 2 Teflonringe mit Innendurchmesser 3mm und Außendruchmesser 4mm und einer Länge von 2mm gedreht und in die mittlere Bohrung der Zylinder gesteckt.

Dann wurden die Teflon-Gleiter aus einem 15,45mm Teflon-Rundstab gedreht.
Zuerst wurde mit einem 1,6mm-Bohrer das Mittelloch gebohrt, dann 1mm tief der 3mm-Ring gedreht und dann eine Scheibe von 1mm abgestochen.

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Nun wurde mit dem Messer die 4,5 - 5,0mm breiten Gleiter-Streifen geschnitten, die dann noch mit Schleifpapier angepasst werden mussten

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Die Gleiter müssen nun in die eingefräste Nut passen und dürfen nicht zwicken. Danach wurden die Zylinder mit den Gleitern nach unten auf einer Glasplatte mit feinstem Schleifpapier eben geschliffen.

Als nächstes wurden die beiden Achs-Bohrungen der Kolbenköpfe von 3,0 auf 3,5 mm aufgebohrt und Teflon-Buchsen gedreht (A).

Ebenso wurden die Kolbenstangenführungen (ehemals Stopfbuchsen) aus Teflon gedreht.
Wie man das macht kann man nachlesen :wink:

Die Drehachse der Zylinder wurde herausgedrückt und durch eine um 2 mm längere ersetzt (B).

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Nun konnte alles wieder zusammen gebaut werden und einem Probebetrieb, der einwandfrei verlief, stand nichts mehr im Wege.

Ihren ersten Härtetest mit dem "neuen" Antrieb wird die kleine Lok wohl in Pfaffing absolvieren ... :lol:


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BeitragVerfasst: 05.09.2011, 19:36 
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Ich wurde schon 2x gefragt, ob ich die Kurbelwelle auch in Teflon gelagert habe. Ich hab das zwar schon am Anfang des Beitrags erwähnt, aber kein Bild dazu eingestellt. Das möchte ich nun nachholen:

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Der eingebaute Antrieb:

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Hier sieht man schön das weiße Teflon. Wer das nicht haben möchte, der kann die Teflongleiter natürlich kürzer einbauen bzw. die Achslager zarter gestalten :wink:

Gestern war ein wunderbarer und heißer Tag, und so beschloss die Crew, den LumberJack als Cabrio in Betrieb zu nehmen :flt:

Bei der ersten richtigen Probefahrt, die dieses Vido zeigt, wurde die kleine Getriebelok mit 3 Gasfüllungen am Stück problemlos gefahren. Um eine für Waldbahnen und Getriebeloks typische Geschwindigkeit und Sound zu erzielen, wurde die Lok sehr langsam betrieben und mit relativ schweren Scheiterholzwagen belastet ...



Ich kann nur jedem Betreiber einer Easy-Line-Maschine (egal ob Standmodell, Schiffsantrieb oder Lok) empfehlen, diesen Umbau vorzunehmen ehe sie ausgeschlagen ist - und nicht nur wegen dem Dampfölfreien Betrieb ...
:Z01:

vlg, Christian

_________________
:serv Habe die Ehre!


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BeitragVerfasst: 05.09.2011, 22:30 
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Hallo Christian
Du bist schon wahrlich ein Spezialist im Umbau auf Teflon, sag nur wie halten in den Zylindern die Gleitstreifen, sie oszillieren ja und müßten sich mit der Zeit ja verschieben, ist da ein verdeckter Halt? Auf jeden Fall beachtlich für so eine kleine easy Lok, dass sie 7 Wagen akzeptabel zieht.
Gratulation
Gerhard :B


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BeitragVerfasst: 06.09.2011, 16:36 
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*** Moderator
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Hallo Gerhard,

die Dampfbohrungen habe Flachsenkungen,
und die auf der Drehmaschine hergestellten Gleiterstücke haben einen Zapfen.
Auf dem Bild, wo Christian den Gleiter mit dem Cuttermesser zuschneidet ist der Zapfen zu erkennen.

@ Christian,
ich habe eine Frage zu den Achslagern.
Wenn diese Ausgeschlagen sind, und du sie nachbohren möchtest,
wo bekommst du die exakten Maße für die Bohrungen her?

Gruß
Sascha :)

_________________
Als Eltern machen wir Fehler, keiner kann alles richtig machen,
es kommt nur darauf an, es mit viel Liebe falsch zu machen.


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BeitragVerfasst: 06.09.2011, 20:48 
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Beiträge: 2429
Wohnort: Wien (A)
@ Gerhard
Ja, leider lässt sich das weiße Teflon so schlecht fotografieren, dass man es nicht gut sieht.
Auf dem Bild wo die Gleiter gedreht werden ist es auch (leider sehr schlecht) zu sehen, und wird im Text mit den Maßen erwähnt: "Zuerst wurde mit einem 1,6mm-Bohrer das Mittelloch gebohrt, dann 1mm tief der 3mm-Ring gedreht und dann eine Scheibe von 1mm abgestochen".

@ Sascha
Wenn die Bohrungen einmal oval ausgeschlagen sind, wird es problematisch und eine neue Bohrung für eine Lagerbuchse kann dann nur mehr ausgefräst werden, da sich ein Bohrer verlaufen würde.
Meißt lässt sich die ursprüngliche Bohrungsmitte ermitteln, wenn das aber nicht mehr möglich ist, muss man Erkundigungen beim Erzeuger einholen, oder man schickt das ganze Teil mit dem Ersuchen um Stellungnahme etc. an diesen. Desshalb gar nicht so weit kommen lassen ... :fst:

Übrigens, die sogenannten "Achslager", also die Bohrunge im Messingrahmen, schlagen nicht so leicht aus, da sie härter sind als die Niro-Achsen und die eingeriebenen Achsen lassen sich relativ einfach erneuern. Das große Problem ist das Kurbellager. Man muss sich das so wie das Tretlager beim Fahrrad vorstellen. Da ist eine sehr große wechselseitige Belastung drauf. Ich bin schon gespannt, wie sich im Laufe der Zeit die Teflonbuchsen dort machen werden. Wenn sich die ausleiern sollten, kommen Keramik-Kugellager rein - hätt ich vielleicht eh gleich machen sollen ... :K

vlg, Christian

_________________
:serv Habe die Ehre!


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