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 Betreff des Beitrags: Re: 99 5603 "Vulkan" von Regner
BeitragVerfasst: 22.02.2015, 17:08 
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Weiter geht's.

Die Dichtungen habe ich dann schließlich nach Erwägung aller vorgeschlagenen Möglichkeiten erfolgreich mit einer scharfen, gebogenen Profi-Manikür-Nagelschere "bearbeitet":

Bild

Dann habe ich mir die Zeichnung vom Katalog erstmal lange vor die Nase gehalten, wegen der Entwässerung.
Ich habe so etwas im Modell noch nicht erlebt (obwohl hier im Forum, auch eben in letzter Zeit, viel darüber gelesen - aber das hier ist eine andere Methode).
Das Einstellen und Kontern mit den Muttern war eine ziemliche Fummelei - es muss etwas Spiel haben, leichtgängig sein und auch exakt öffnen und schließen.

Bild

Dann habe ich den hinteren Deckel genommen, Dichtung beidseitig leicht eingeölt, die Entwässerungshebel justiert, und die 6 Schrauben leicht angeschraubt.
Das hindert dann die Entwässerungswelle am Hinausfallen.
Man muss hier aufpassen, denn wenn die Hebel zu nah am Zylinderende sind (sprich Welle zu weit vorn), die Ausfräsungen auf der Welle dann nicht mehr ganz an den winzigen Löcher anliegen.
Dann habe ich den Kolben eingeschoben (etwas Öl nicht vergessen).
Danach kam der vordere Deckel (Dichtung mit Öl, Schrauben "handwarm" anziehen).
Kolbenlauf testen.

Laut Beschreibung muss es sich "sauber und ohne Klemmen" bewegen lassen.

Nachdem ich noch nie so etwas "gefühlt" habe, war ich etwas ratlos, denn der Kolben ließ sich nur ziemlich "zäh" bewegen.
Es hakte nirgends, und klemmte nirgends - nur den ganzen Weg entlang sozusagen.
Nix flutschen.

Profis weiterblättern, Anfänger aufgepasst: das ist schon OK so! Nicht erschrecken, wie ich!
Nachdem ich mir nämlich nicht sicher war, habe ich es kurzerhand einem erfahrenen Kollegen gezeigt.
Er meinte, das ist OK, das muss so zäh sein, im Betrieb und nach Einlaufen wird es schon leichtgängiger!

Dieser Umweg war mir wichtig, denn man muss die ganze Arbeit immer schrittweise so machen, dass jeder Schritt perfekt ist, denn die kleinen Fehler häufen sich schnell zu einer unbeweglichen, starren Maschine, wenn nicht wirklich alles fein ist.
Also bitte: Geduld, nocheinmal, schauen, Geduld, nocheinmal... bis es wirklich OK ist.
Erst dann den nächsten Schritt anfangen.

Ich weiß, dass das fast alle wissen.
Aber ich schreibe das hier für Anfänger, ähnlich mir...

Der nächste Schritt war diesmal der Schieberkasten.
Die Funktionsweise kenne ich von den "Großen" und auch von der Theorie her, das ist aber etwas different.
Ich ging strikt nach Beschreibung weiter.
Die Bolzen wurden mit Loctite 423 "betüncht":

Bild

und eingeschrauben. Nicht vergessen, vor Einschrauben des rahmenseitigen mittleren Bolzens einen Dampfnippel provisorisch einzudrehen, als "Anschlag", sonst ragt das Gewindeteil dieses Bolzens in die Dampfnippelbohrung hinein!

Bild

Nach 10 Minuten kann man den Nippel wieder herausschrauben, eine Dichtung einölen und auf die Bolzen legen, den Schieberkasten darauf, und "um Eck" mit 2 Muttern handwarm sichern:

Bild

Es geht gleich weiter mit dem Schieber.

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 Betreff des Beitrags: Re: 99 5603 "Vulkan" von Regner
BeitragVerfasst: 22.02.2015, 17:41 
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Beim Schieberplättchen aufpassen, dass das schmälere Teil nach unten und das breitere nach oben kommt, damit der Schieber nach oben "Spiel" haben kann:

Bild

Dann vorsichtig die Nirosta-Welle (Schieberschubstange) durch die Öffnung des Schieberkastens stecken und einschrauben.
Ein Tropfen WD-40 oder Öl ist auch hier sehr nützlich.
(Die Bohrung des Kastens wurde natürlich davor kontrolliert und entgratet und geputzt, nach der Brünierung ist das besonders ratsam!)
Man sieht deutlich, dass das Plättchen schief liegt, dh. sie ist nicht vom Schieber, sondern von der Stange in der Mitte gehalten und es drückt den Schieber nicht auf den Spiegel.
Das wird der Dampf tun.
So wird der Schieber den Spiegel nicht "auffressen", und das ist auch eine zusätzliche Sicherheit gegen einen evtl. Wasserschlag.

Bild

Nun kommt die obere Stopfbuchse.
Die untere wurde auch so gemacht, sorry, ich hätte das dort schon beschreiben sollen, aber nun hole ich es nach.
Hier bin ich nämlich von der Bauanleitung etwas abgewichen: von mehreren Kollegen habe ich es gehört/gesehen, dass sie das anders als mit der "Zwirbel-Zahnstocher"-Methode machen.
Also das etwa 7-8 cm Stück Teflonband (natürlich auf peinlich sauberem Untergrund, Späne können hier Killer sein!) längs dreifach falten:

Bild

und der Einschraubrichtung entsprechend möglichst stramm auf die Schieberschubstange wickeln.
Davor muss die Stange wieder erst sorgfältig abgewischt werden, denn es darf nicht ölig sein, sonst rutscht das Band herum!

Bild

Den "Pfropfen" schön ins "Loch" verschwinden lassen, dass kein Zipfel herausragt und in das Gewinde gerät, und dann die Stopfbuchse auf die Stange ziehen und eindrehen.
Schön langsam, dabei die Stange immer herein-heraus bewegend, damit das Band sich "einarbeiten" kann.
Die Buchse schließlich so fest wie es mit der bloßen Hand geht, eindrehen.

Schließlich wird die Stangenführung aufgezogen und mit ihrer Madenschraube gesichert.

Die beiden (fast) fertigen Zylindern sehen dann so aus:

Bild

Der Schieberkastendeckel kommt erst später - man muss noch die ganze Steuerung einstellen, und dafür muss der Schieber vorerst noch sichtbar bleiben.

Und los zum Fahrwerk.

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 Betreff des Beitrags: Re: 99 5603 "Vulkan" von Regner
BeitragVerfasst: 22.02.2015, 18:03 
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Hallo Zoltan
Da muss ich anmerken, dass Manfred einen Zwischenschritt hineinschreiben hätte sollen. Ich kenne den Bausatz nicht, aber man sollte sich vergewissern, dass die Nirostangen die richtige Gewindelänge haben. Aus diesem Grund baute ich immer vor dem Stopfbuchswickeln, den Kreutzkopf und den Schieberstangenkopf und die Lineale zur Stellprobe zusammen. Mit den Dichtungen, kann die Leichtgängigkeit der Gestänge nicht beurteilt werden.

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L.G. Wolfgang Franz K.


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 Betreff des Beitrags: Re: 99 5603 "Vulkan" von Regner
BeitragVerfasst: 22.02.2015, 18:43 
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Auch hier darf man das gründliche Putzen nicht vernachlässigen: die Teile, besonders in den Nuten-Ecken-Kanten können ziemlich viel Staub und Gratspäne und ähnliches ansammeln.
Das geht wieder mit warmem Seifenwasser und der diensthabenden Zahnbürste:

Bild

Bei der Befestigung der Räder auf die Achsen gehen die Meinungen auseinander.
Einerseits ist es gut, wenn die Achse etwas angeflacht ist, damit die Madenschraube der Radnabe griffiger hält, anderseits ist es sehr schlecht, wenn man nicht 100% gefeilt hat und das Rad nicht mehr um einen Zehntelgrad justierbar ist. Es gibt ganz raffinierte Spezialwerkzeuge für das absolut rechtwinklige Anfeilen (Wolfgang hat mir zB. so eins mal gezeigt), aber ich habe so etwas nicht, und traue mir auch noch nicht zu, eins anzufertigen, also habe ich einen Kompromiss gewählt: nur auf der einen, fixen Seite wurden die Achsen angefeilt:

Bild

und zwar auf der Stelle, wo nach Aufziehen des Rades und leichtes Anziehen der Schraube letztere sich "angekörnt" hat.
Nachdem das Bohrloch schief ist, ist die Achse auch etwas schräg gefeilt worden, damit das untere Ende der Schraube besser aufliegen kann.

Die inzwischen getrockneten Teile wurden leicht eingeölt und zurechtgelegt:

Bild

Es folgt das Einsetzen der Radlager.
Da im Rahmen auch hier Lack in den Öffnungen ist, gehören die Öffnungen gesäubert.
Es ist sehr-sehr engpassend, also genügt hier kein Messerkratzen mehr, wie bei den Zylinderbefestigungslanglöchern, hier muss eine feine und flache Nadelfeile ran.
Sehr vorsichtig, damit die Stützflächen nicht abgerundet werden - am besten tut man die Feile durch beide Löcher führen, in der Mitte des Rahmens mit der linken Zeigefinger führen und mit der rechten Hand ganz leicht feilen, und zwar von beiden Seiten dann.
Der Lack muss hier ganz weg:

Bild

Zwischendurch immer wieder probieren, ob das Radlager schon hineinpasst.
Am hinteren Lager muss es ganz zäh sitzen, muss also sozusagen "mit sanfter Gewalt" (sprich ganz leichtem Gummi- oder Holzhammer) hineingeklopft werden, also lieber fünfmal testen als zu viel wegfeilen!

Am vorderen Lager sieht es ein klein wenig anders aus.
Hier muss der Lack nur an den Seiten weg, unten und oben nicht, da hier ein gefederter Lager sitzt.
Dafür muss hier ein Hauch mehr weggefeilt werden, denn in diesem "Langloch" muss sich das Lagervierkant leicht auf- und abbewegen können.
Es werden dann die Federbolzen eingepasst, der Druck verhindert das seitliche Herausfallen des Lagerstückes auch ohne Räder:

Bild

Dann werden die Räder und die Kuppelstangen laut Anleitung eine Seite nach der anderen aufgezogen:

Bild

Hierbei hatte ich ein kleines Problem.

Zwischen Kuppelstange und Treibstange müsste eine 4-mm-Beilagscheibe aus Messing hinein, in der Anleitung als "Item 40" bezeichnet.
Diese gab es aber im Bausatz nicht.
Weder in den Stücklisten, noch in keines der Tütchen war so etwas enthalten.
Ich hatte zwar 4-er-Scheiben, aber aus Stahl - und weder galvanisch, noch mechanisch (zu hart) passen die hierhin.
Also musste ich zwei breitere 3-er-Scheiben "aufbohren".
Das war nicht einfach, denn man kann die Scheibe schlecht fixieren, bei zu starkem Anziehen des Schraubstockes knickt sie ein, bei zu schwachem dreht sie durch:

Bild

Schließlich wurden sie zuerst stufenweise ganz langsam aufgebohrt (3,2-3,5-3,8-4), danach mit einer runden Nadelfeile "freihandeingespannt" nachgearbeitet.

Bild

Am Ende hatte ich nach 5 Versuche zwei hart erkämpfte 4-er Messingscheiben.

Ich weiß dass es lächerlich ist, aber ich hatte keine und es war Samstag Vormittag, ich hätte bis zum Kaufenkönnen 2 ganze Basteltage wegwerfen müssen - man hilft sich wie man kann.
Auf jeden Fall konnte ich weiterarbeiten, bis das Grundfahrgestell fertig war:

Bild

und auf mein Schlafzimmermodul auf R1-Bögen und Weichen getestet werden konnte:

Bild

Geschoben, gezogen, losgeschubst, es meisterte die Kurven ziemlich gut und lief okay.

Dann wurde es schon Abend und ich musste in die Badewanne :)

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 Betreff des Beitrags: Re: 99 5603 "Vulkan" von Regner
BeitragVerfasst: 22.02.2015, 19:04 
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*** SchienenDampfer
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Danke, Wolfgang, für den Tipp!

(Ich habe es erst nach Fertigeditieren des letzten Beitrages gesehen, daher erst jetzt die Antwort darauf).

Du hast mir schon damals gesagt, dass man vor dem Bau "trockenüben" muss, und das befolge ich auch soweit ich kann.
Soweit ich konnte, tat ich das Ganze auch jetzt vorher vermessen, aber es schien alles zu stimmen.
Die Gewinden sind auch lang genug, um noch etwas nacheinstellen zu können.
Aber da der Kolben sowieso etwas "schwergängig" ist, war die Stopfbuchse nicht mehr wirklich ausschlaggebend.

Bei der Steuerung werde ich ebenfalls alles erst "trocken" aufbauen und schauen, bevor ich es wirklich zusammenstellen werde.
Schlimmstenfalls (wenn ich es bis dahin schaffe) bringe ich es nach St.Pölten mit, und dann können wir es nochmals checken.

In der Bauanleitung gibt es auch sonst einige "Kleinigkeiten", zB. sind einige Bildhinweise falsch nummeriert - das kommt vielleicht davon, dass manches von der Bauanleitung des 3-Kupplers übernommen wurde.
Aber mit etwas Logik kommt man schon dahinter.

Die Kreuzköpfe sind übrigens andere, als auf dem Stücklistenbild dargestellt, hier der Unterschied:

Bild

Auch die Führung des Kreuzkopfes ist innen nicht mehr rot lackiert; das habe ich selber nachgeholt, siehe oben im Bild die beiden Leisten.

Auf einigen Bildern ist dieser Kreuzkopf mit unlackierter Leiste zu sehen, auf anderen Bildern ist noch der andere Kreuzkopf zu sehen (dort auch mit roter Leiste).

Auch der Umsteuerhebel hat sich seit dem Stücklistenfoto geändert:

Bild

aber ich glaube nicht, dass das ein Problem sein wird.

Auf jeden Fall habe ich vor dem Zusammenbau noch einige Überlegungen gestartet, zB. zur Kolbenmittigkeit, damit vorderer und hinterer Dampfraum symmetrisch sind:

Bild

Hier kann man mit Versatz des Kreuzkopfes (Beilagscheibe/Mutter (?) vor dem Kreuzkopf auf der Kolbenstange) noch etwas einstellen.

Also versuche ich ständig nicht überhastig zu handeln...

Aber jetzt ist der Tag zu Ende, Rechner aus und man sieht sich morgen erst.

Bis dann,

LG Zoltan

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 Betreff des Beitrags: Re: 99 5603 "Vulkan" von Regner
BeitragVerfasst: 22.02.2015, 22:02 
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* SchienenDampfer
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Hallo lieber Zoltan!

Bei meiner älteren 995603 wurde der Kreuzkopf einfach bis zum Anschlag auf die Kolbenstange geschraubt und der Kolben sollte damit auch "mittig" laufen.
Bei der gerade in der Aufarbeitung befindlichen 994701, mittlerweile über 30 Jahre alten Lokomotive, sah das noch ganz anders aus.

Bild

Bild

Bei der weiteren Montage des Fahrwerks kommt man nicht umhin immer wieder einmal etwas nachzumessen, speziell bei der Einstellung der Kurbel. Hier gibt es Empfehlungen von der Fa. Regner, aber auch hier aus dem Forum.

Die alten Maschinen liefen schon gut auch bei noch recht großen Fertigungstoleranzen, gelegentlich außermittig laufenden Kolben und manchmal ziemlich ungenauer Einstellung seitens des Besitzers. Die Herstellung der Regnerbausätze ist zum heutigen Zeitpunkt äußerst präzise.

Du bist absolut auf dem richtigen Weg eine super laufende Maschine aufzubauen, denn Du machst Dir Gedanken und misst nach.

Mit lieben Grüßen
Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: 99 5603 "Vulkan" von Regner
BeitragVerfasst: 23.02.2015, 09:00 
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*** SchienenDampfer
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Hallo Thomas,

danke für die Worte und auch die Bilder, es ist gut, mal Vergleiche sehen zu können.

Ich möchte schon auf Mittigkeit achten, denn je weniger Ungereimtheiten drin sind, um so besser läuft die Maschine, und jedes eliminierte Fehlerchen hilft, die verbliebene Fehler sich weniger auswirken zu lassen - und ich werde sicherlich noch einige begehen.

Ich mache mir gerade Gedanken, wie genau ich das messen kann, wann der Kolben in der Mitte ist... wohl auf der Kolbenstange mit Filzstift anmalen oder so... wenn mir jemand auf die Sprünge helfen kann, bitte loslegen ;)

Etwas anderes: seit gestern abend läuft das Fahrwerk nicht mehr ganz 100% glatt.
(Ja, ich kann es nicht lassen, ein wenig damit zu "spielen" und hin-und-her-schieben :)).
Kann sein, dass das schon immer so war, nur ich habe es bisher nicht gemerkt, weil es so fein ist?

Manchmal (sehr selten) ist ein ganz weiches "haken" zu spüren, aber nicht bei jeder Umdrehung, und scheinbar auch nicht immer auf der gleichen Stelle / in der gleichen Lage.
Das ist so leicht, dass das Eigengewicht des "leeren" Rahmens genügt, wenn es auf einem Papierblatt geschoben wird, da umzukommen.
Auf der Schiene genügt diese Eigengewichts-Reibung beim ganz langsamen Schieben nicht immer aus, um über das "Haken" zu kommen, nur wenn ich ein wenig auf dem Rahmen drücke. Bei schnellerem Schubsen kommt er rüber. Aber das gefällt mir irgendwie nicht.

Kommt das mal vor, geht das beim einmal kurz hin-her-Rollen weg und es ist eine Weile alles ruhig, bis es einmal wieder (ganz leicht, ganz weich) zäher ist an einem Punkt.

Ob das die nicht 100% glatte Messing-Zwischenscheiben verursachen können?
Oder einfach etwas mehr Öl und "einfahren" lassen?
Oder soll ich vielleicht die "lose" Seite an einem der Räder noch einmal kurz losschrauben, damit die Kuppelstangen sich aufeinander einspielen können?

Ich erinnere mich, dass es bei der MEG auch eine Weile gedauert hat, bis dort die beiden gekuppelten Räder ganz glatt zusammenliefen.
Eigentlich müsste es, wenn die Einstellung der beiden Rädern mit der Kuppelstange richtig ist, schon mit nur einseitig Räder und Kuppelstange ganz glatt laufen.

In den "waagerechten Totpunkten" hat es auch einseitig verbunden schon beim kontinuierlichen Drehen gut geklappt, beim ganz langsamen Drehen aber hat es sich in diesen waagerechten Lagen immer "etwas überlegt", in welche Richtung das gekuppelte Rad mitgenommen werden soll, und da stellte sich die Stange manchmal "quer" (theoretisch bei absolut 0 Spiel ist es geometrisch auch logisch da egal).

Seit ankuppeln der Räder an der anderen Seite kam das natürlich nicht mehr vor, denn das Spiegelrad "zwingt" das hieseige Paar in der gleichen Richtung sich drehen zu müssen, aber ein ganz 101% gutes Gefühl habe ich jetzt nicht mehr damit.
Obwohl das "Haken" nicht in der waagerechten position der einen oder anderen Kuppelstange auftritt.

Denn wenn es auch nur ein ganz kleines "Schlagen" nur gibt, wirkt es sich schnell im Verschleiß und dann Ausleiern aus :-o
Gleichzeitig: da die vordere Achse gefedert ist, ist die Lage der Räder wegen dem Federweg nicht immer 100% gleichmäßig, also sind die Kuppelbolzen-Entfernungen auch nicht immer 100% identisch...

Ich werde das Fahrwerk vielleicht noch einmal komplett auseinandernehmen und neu aufbauen - es sei denn jemand hat eine Idee für mich.

Dieser "Baubericht" ist etwas weitschweifig, ich weiß - ich stelle aber diese (vielleicht total unnötigen, siehe "Kolbenzähigkeit") Grübeleien auch ins Bericht hier ein, denn ich will anderen Anfängern meine eigene Fehler möglichst ersparen!
Und erfahrene Modeller können diese 996503 auch sehr gut ohne meinen Bericht bauen...

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 Betreff des Beitrags: Re: 99 5603 "Vulkan" von Regner
BeitragVerfasst: 23.02.2015, 10:27 
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* SchienenDampfer
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Hallo lieber Zoltan!

Die Antwort auf Deine Frage wann der Kolben mittig im Zylinder ist hast Du Dir mit Deiner Skizze doch schon selbst gegegeben.
30 mm Zylinder - 6 mm Kolben = 24 mm. Davon entfallen bei mittig stehendem Kolben je 12 mm auf jede Seite. Nachzumessen indem man den vorderen Zylinderdeckel abschraubt und misst. Das funktioniert hier sogar bei fix und fertig montierter Lokomotive. Es gibt Maschinen mit eng anliegender Pufferbohle, da kommt man nicht so leicht an die sechs Deckelschräubchen.

Im jetzigen Bauzustand sollte das Fahrwerk durch leichtes Anschubsen ohne Haken und Klemmen fahren. Vielleicht hat sich ein 90 Grad Radversatz gering verschoben, Räder (Spur) zu dicht zueinander und damit klemmend am Rahmen. Kurbeln zu fest aufgepresst? Hier hilft nur den Fehler suchen. Noch sind es wenig Montageteile und die Schwergängigkeit ist schnell entdeckt. Mit angehangenen Zylindern ändert sich das Gefühl für die Leichtgängigkeit (am Anfang stramme Kolben) des Fahrwerks.

Mit lieben Grüßen
Thomas


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 Betreff des Beitrags: Re: 99 5603 "Vulkan" von Regner
BeitragVerfasst: 23.02.2015, 11:16 
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*** SchienenDampfer
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Danke, Thomas, für die Antwort.

Ich finde es gut, dass man meinen Baubericht kommentiert, denn es wird zwar etwas "dünner" aber sehr viel informativer dadurch, und das war eigentlich mein Ziel: einen, der mir ähnlich in den Grünschuhen steckt, helfen zu können.

tmarocke hat geschrieben:
...bei mittig stehendem Kolben je 12 mm auf jede Seite. Nachzumessen indem man den vorderen Zylinderdeckel abschraubt und misst...
Was bin ich für ein Trottel, dass mir diese total einfache Methode nicht eingefallen ist!!! Irgendwie betrachtete ich die Zylindereinheit als "heilig" wenn es schon zusammengebaut ist... danke dir fürs Augenaufmachen :) Friedl hat mir die Wichtigkeit der Kolbenmittigkeit erklärt, aber erst jetzt habe ich kapiert, wie (so einfach!) man das messen kann... Freu mich wirklich, hast mir (und den anderen Nachfolgern) viel damit geholfen.

tmarocke hat geschrieben:
Im jetzigen Bauzustand sollte das Fahrwerk durch leichtes Anschubsen ohne Haken und Klemmen fahren.
Genau das ist auch meine Meinung, und deshalb mein Problem damit.
Ich gehe dem Ding zu Leibe und beruhige mich erst, wenn es schon beim Anpusten lange und ruhig läuft.
Solange ist also Baustopp bei mir, ich melde mich dann mit der Lösung wenn ich etwas konkretes finde.

DLG Zoltan

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 Betreff des Beitrags: Re: 99 5603 "Vulkan" von Regner
BeitragVerfasst: 23.02.2015, 18:19 
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*** SchienenDampfer
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Weiter geht's, denn es geschehen wohl noch Wunder (?)

Über Nacht hat sich das Problem selbst behoben.

Ob es Glöckchen zu verdanken ist (durch meine kleine Enkelinnen habe ich so eine kleine TinkerBell-Figur als Maskottchen in der "Werkstatt" stehen), oder ob sich die Teile über Nacht sich aneinander gewöhnt haben (im Stillstand, denn bewegt habe ich den Rahmen nicht, ich habe geschlafen) oder ob das Öl Zeit hatte, sich gleichmäßig überallhin zu verteilen - weiß ich nicht. Auf jeden Fall läuft das Fahrwerk seidenweich und ohne kleinstes Haken, ob hin oder rück, Papier oder Schiene, gerade oder Kurve.

Soweit, so gut - also ran an die Kreuzkopfgeschichte.
Das ist das letzte Kapitel vor der Steuerung.

Jetzt muss der Leistenhalter auf dem Zylinderhals.
Das wollte er nicht, denn er ist sehr passend gearbeitet, und durch das Brünieren ist der Zylinderhals wohl einige Hunderstel dicker geworden - mit Mühe und Not ging es halb drauf, dann war es aus.

Irgendwie "konisch" haben sich die Teile angefühlt, in einer Richtung ging er halb drauf und stockte dann, anders herum ließ er sich gar nicht mal draufschieben.
Da es zu Anfang noch dreh-verstellbar sein muss, darf es keinesfalls "angeklopft" werden, danach wäre er nur noch sehr gewaltsam mit einer Zange verdrehbar.
Der Zylinderhals ist 8,05 mm, die Bohrung der Leistenhalter 7,95 (+- Messgenauigkeit meiner Schiebelehre), also ist das wirklich eine ganz enge Passung.
Eine 8-mm-Reibahle oder gar eine verstellbare oder konische, habe ich nicht - man hilft sich wieder wie man kann: ich nahm einen 8-mm Spiralbohrer und drehte es vorsichtig linksrum in den Ring hinein. Also nicht aufbohren, sondern "reiben". Es war ziemlich mühsam, aber mit Geduld (und ohne Gewalt) ließ sich der Bohrer schließlich durchdrehen.

Bild

Danach wieder linksherum heraus, und siehe da, schon hatten wir die korrekte Passung: der Leistenhalterring ließ sich knapp aber doch auf den Zylinderhals schieben.

Jetzt die Kreuzköpfe an den Kolbenstangenenden aufschrauben.
Auf Richtung achten, denn ist die Zylindereinheit einmal montiert, kann man die Kreuzköpfe nicht mehr so leicht drehen.
Hier wird evtl. noch justiert werden müssen, wegen der Kolbenmittigkeit, aber vorerst "roh" zusammenschrauben.

Die Schieberstangenköpfe aus der Steuerungspackung wurden ebenfalls ohne Probleme aufgeschraubt.
Natürlich davor erst geputzt, kontrolliert und mit einer langen M2 Schraube "getestet".

Nun können die Zylinder auf den Rahmen.
Die 4 Schrauben mit den Beilagscheiben leicht eindrehen.
Dann können die Dampfnippel eingeschraubt werden.
(Sie wurden davor auch gereinigt und durchgeputzt, damit keine Gräte drin bleiben).
Wie vorgeschrieben, wurden sie mit etwas Vaseline gleitbar gemacht:

Bild

Etwas Loctite 243, Kupferdichtung, einschrauben.
Wie in der Anleitung: am Zylinder fest, am Schieberkasten noch nicht (1 Gewinde zurück vom "Handwarm").

Dann die beiden Dampfwinkel aufgezogen, dass eine Rahmenbreite frei bleibt.
Dann mit etwas Jonglierkünsten die Zylindereinheit von vorne nach hinten schief und nach unten "einrasten" lassen.
Etwas "Dilatation" ist dabei zu üben, damit die Winkel schön mittig bleiben.
Dann die Nippel mit einem 6-er Maulschlüssel am Schieberkasten festziehen:

Bild

und danach auch die 4 Schrauben mit einem 4-er.
Dabei tut ein Schlüssel mit Extremwinkel gute Dienste, denn der Platz ist etwas knapp:

Bild

Jetzt sehen wir so aus:

Bild

Danach machen wir uns an den Kreuzkopf-Führungsleisten.

Bis gleich,

LG Zoltan

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Hallo Zoltán
Wenn ich richtig sehe, schaut beim Schieberstangenkopf noch ein Stück Gewinde heraus. Das ist nicht gut.

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 Betreff des Beitrags: Re: 99 5603 "Vulkan" von Regner
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Danke für die Bemerkung, Wolfgang!

Das ist aber nur provisorisch vorerst zusammengeschraubt, denn zur Steuerung komme ich erst viel später.
Erst muss ich noch die Kreuzkopfgeschichte meistern, und da hakt es augenblicklich.

Da oben gehört noch eine Kontermutter darunter.
Das Muttergewinde am Schubstangankopf ist halbwegs eine Art "Sackgewinde", wo man den Bolzen nur zu einer gewissen Tiefe einschrauben kann.

Bild

Das Gewinde des Bolzens ist ziemlich lang - wohl um eben den Kopf gut verstellen zu können, um den Schieber zu justieren.
Später kommt da also eine Kontermutter hin.
Aber das "obere" Teil ist zuerst nur wegen dem Foto drauf.
Hast Recht, ich hätte die Mutter schon gleich draufschrauben sollen - werde ich nachholen.

Nun zum Kreuzkopf.

Die Führungsleiste wird durch die viereckige Öffnung des Kreuzkopfes geschoben und am Zylinderhals mit einer Madenschraube leicht fixiert:

Bild

Der Kreuzkopfführungshalter wird ebenfalls leicht mit 2 Sechskantschrauben "angeheftet".
Sie werden nicht festgezogen, damit der Halter mit Hilfe der Langlöcher in der Höhe justierbar bleibt.
Eine M1,4-Schraube hält das hintere Ende der Leiste am Halter - die ist ebenfalls noch nicht festgezogen.
Die andere Seite wurde analog aufgebaut.

Solange die zwei Madenschrauben am Leistenhalter, die beiden Langlochschrauben und die kleine Endschraube an dem Leistenführungshalter nicht festgeschraubt sind, kann sich der Kreuzkopf frei (und natürlich noch ziemlich wackelig :)) bewegen. Öl ist natürlich genügend auf der Leiste.
Aussehen tut es so:

Bild

Aber wenn ich die Schrauben anzuziehen anfange, verklemmt sich die Sache.
Das muss irgendwie ganz feinfühlig aufeinander abgestimmt befestigt werden, damit es auch im fixierten Zustand leicht gleitet.
Und zur Zeit tut es das nicht :(
Da muss ich also irgendwo anders Rat einholen.
Denn ich kann nicht daran glauben, dass auch das sich "selbst" einstellen wird.

Aber es gibt auch noch ein anderes Problem.
Als ob die Treibstange nicht genügend gekröpft wäre.
Es kommt nämlich nicht bis zur "zuständigen" Öffnung im Kreuzkopf hin, sondern liegt viel näher am Rahmen:

Bild

Bild

(Unterschied rot markiert).

Ob nun die Stangen einfach mit der Zange weiter angekröpft gehören, oder ich etwas vielleicht trotz Sorgfalt doch falsch montiert habe, kann ich mangels Erfahrung leider nicht beurteilen, und so einfach drauflosbiegen wage ich nicht - das muss ein Experte sich mal ansehen.

Ich hoffe dass das bald passiert, und dann kann ich weitermachen.

Bis dahin Sendepause :)

LG Zoltan

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