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Die private Lounge für Echtdampf auf Spurweiten bis 3 1/2“ mit Schwerpunkt 45mm
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BeitragVerfasst: 17.06.2020, 15:20 
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* SchienenDampfer
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Zwei kurze Anmerkungen, bevor es weitergeht:

@Chris
Es stimmt: die Lok lässt sich wirklich fix zusammen. Und was die Farbkombination betrifft, gibt es diese so nun wirklich nur im Deutschen Museum in München.

@Marco
Die Wilag S 3/6 ist in gewisser Weise das Vorläufermodell. Allerdings im Maßstab 1:30 und mit kleineren Treibrädern sowie dem windschnittigen Führerhaus. So weit ich weiß, war Helmut Wyrwich (Michael Wyrwichs Vater) damals maßgeblich an der Konstruktion der S 3/6 von Wilag (Wettingen/CH) beteiligt.
Ich hatte eigentlich vor, auch in diesem Jahr wieder zu den EiWis nach Witterswil zu fahren, aber dort wurden das diesjährige Bahndammfest und alle weiteren Veranstaltungen abgesagt. Beim Treffen 2021 werde ich aber versuchen, dabei zu sein. Vielleicht treffen wir uns ja dort; du bist ja dichter dran als ich...

...und weiter geht's mit der Baubeschreibung:

Die Achsen für den Vorläufer werden analog zu den Treibachsen montiert, d.h. das Drehgestell wird umgedreht, die Federn auf die Zapfen in den Achsausschnitten und anschließend die Achsen auf die Federn gelegt, so dass diese in die dafür vorgesehenen Aussparungen im Drehgestell passen. Danach werden die Fangeisen montiert. Da diese von außen (!) an das Drehgestell geschraubt werden, erfolgt das Festschrauben durch die Speichen der Vorlaufräder. Platz ist vorhanden - eine dritte Hand ist aber von großem Vorteil.

Bild


Vorläuferdrehgestell und dazu gehörige Kleinteile.

(Befestigungsteil probehalber zusammengeschraubt)



Bild


Vorläuferdrehgestell...



Bild


...mit aufgelegten Achsfedern



Bild


Blick von oben auf die Federn des Vorläuferdrehgestells...



Bild


...und durch die Speichen auf die Fangeisenschrauben (bei 5 Uhr und 7 Uhr zu erahnen)



Bild


Vorläuferdrehgestell - fertig für den Einbau der Kulissenführung



Das Vorlaufdrehgestell wird federnd am Rahmen befestigt und ist auch seitlich verschiebbar. Die entsprechenden Messinghülsen und -scheiben sowie die Spiralfeder werden in die Kulissenführung des Drehgestells eingefügt und an einer Montageplatte aus Messing befestigt. Durch die rechts und links von der Kulissenführung befindlichen Montagelöcher werden die beiden Schrauben geführt, mit denen die Verbindung zum Rahmen hergestellt wird.

Bild


Befestigungseinheit für das Vorläuferdrehgestell muss für den Einbau...



Bild


... zerlegt werden



Bild


Danach werden die Teile in die Kulissenführung eingefädelt.



Bild


Fertig für die Befestigung am Rahmen



Den Andruckstift für den Nachläufer (Stift mit Benzingring, Scheibe und Spiralfeder) steckt man in die vorhandene Öffnung am Querträger unterhalb des Führerhausbodens. Die Nachlaufdeichsel wird nun von hinten über den Andruckstift und unter der runden Traverse im hinteren Bereich des Aschekastens nach vorn geschoben und mit der entsprechenden Schraube am Querträger kurz vor dem hinteren Kuppelrad befestigt.

Bild


Nachläufer mit Deichsel.



Bild


Nachläuferachse. Der im Text erwähnte Andruckstift liegt hinter der Achse und ist nicht sichtbar.



So, das war's für heute. Beim nächsten Mal geht es mit dem Tender weiter.


Sommerliche Grüße aus Borsigwalde



Rainer


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BeitragVerfasst: 22.06.2020, 11:20 
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* SchienenDampfer
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Guten Tag, liebe SchienenDampfer,

heute geht es mit dem Tenderrahmen und Tenderdrehgestell weiter,

Der Zusammenbau des Tenderdrehgestells ähnelt dem des Vorläuferdrehgestells. Auch hier werden zuerst die Federn auf die Zapfen in den Aussparungen für die Achsen gesteckt. Bauartbedingt besitzen die Achsen des Tenders aber alle einzelne Achslager. Diese werden mit den Achsen, auf die zuvor jeweils rechts wie links noch eine Unterlegscheibe gelegt wird, in den Rahmen geschoben. Die Federn müssen dabei in den dafür vorgesehenen runden Aussparungen in den Achslagern ruhen und die Sicherung der Achslager erfolgt wieder mit Fangeisen.

Hatte ich bis dahin bei der Montage keine Probleme, so war hier eins aufgetaucht: die Unterlegscheiben passten mit ihrem Innendurchmesser nicht auf die Achsen. Ein kurzer Ausflug mit dem Fahrrad zum nahe gelegenen Baumarkt half bei der Lösung des Problems und trug so nach Tagen häuslicher feinmotorischer Puzzlearbeit auch zu einer Steigerung des Sauerstoffumsatzes bei gleichzeitigem - wenn auch nur kurzem - Training der Grobmotorik bei.


Bild


Tenderrahmen mit Zapfen für das Tenderdrehgestell



Bild


Tenderdrehgestell mit Achsen und Kleinteilen



Bild


Achslager - probeweise auf die Federung aufgesetzt



Bild


Eine Achse im Tenderdrehgestell ist eingebaut, die zweite für den Einbau vorbereitet



Bild


Fertiges Tenderdrehgestell



Die Montage der beiden anderen im Rahmen liegenden Achse wird in gleicher Weise vollzogen.



Bild


Achsen im Tenderrahmen



Nun muss nur noch das Tenderdrehgestell mithilfe einer Schraube und einer Distanzhülse aus Messing mit dem Tenderrahmen verbunden werden.


Bild


Tenderdrehgestell - fertig für den Einbau



Bild


Fertiges Tenderunterteil



Mit dem Tenderaufbau geht es beim nächsten Mal weiter.

Sonnige Tage und viele Grüße aus Borsigwalde



Rainer


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BeitragVerfasst: 27.06.2020, 09:00 
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* SchienenDampfer
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Hallo SchienenDampfer,
weiter geht's.

Vor der endgültigen Montage des Tenders war noch ein Problem zu lösen:

Die Beschriftung. Michael Wyrwich hatte vor dem Kauf ja ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass ich mich, wie auch schon bei den Zierlinien (bis auf die an den Kesselringen), darum selber kümmern müsste.

Mit Decals hatte ich früher schon herum experimentiert, mal mit mehr, manchmal auch mit weniger Erfolg. So bestellte ich mir mit dem Laserdrucker zu fertigende „Rohlinge“. Nach dem Studium der beigelegten Anleitung, packte ich diese aber recht schnell beiseite, denn die Risiken, mir bei den Ausdrucken den Laserdrucker zu ruinieren, erschienen mir doch immens hoch.

Der alte Tintenstrahler, der stand ja auch noch rum. Und erstaunlich war, dass dieser nach mehr als zwei Jahren Ruhe immer noch funktionierte. Gut, ein paar Mal durchlief das alte Stück das Düsenreinigunsgprogramm, danach klappte es dann aber.

Was sich als überaus schwierig erwies, war die Suche nach der passenden Schriftart. Um es kurz zu machen: ich fand sie nicht. Insbesondere der Buchstabe „S“, dessen Mittelteil nicht geschwungen sondern eine geneigte Gerade ist, den habe ich in unterschiedlichsten Schriftvorlagen so nicht finden können. Das Ergebnis ist insofern ein Kompromiss.

Vor dem Aufbringen des Decals führte ich mehrere Test durch. So wie ich es schon früher erleben musste, verändert bei einer bedruckten klaren Folie die Farbschicht, auf die das Decal aufgebracht wird, die Schriftfarbe negativ. So war es auch hier bei der grünen Farbe des Tenders. Nimmt man hingegen eine Folie mit weißem Hintergrund, dann ist man das Problem mit dem durchschimmernden Hintergrund zwar los, hat aber rund um die Buchstaben eben „weiß“ statt „grün“. Die Lösung, für die ich mich letzten Endes entschied, war, die gelbe Schrift auf grünem Grund zu drucken, der so weit wie möglich der RAL 6002-Farbe entsprach. Ich führte dazu auf den Rückseiten der Führerhaustüren einige Versuche durch, muss aber sagen, dass wie schon bei der Schriftart, es hier nicht ohne Kompromisse ging. Je nach Beleuchtung, Blickwinkel und Abstand vom Objekt sieht man das aufgebrachte Decal mehr oder weniger deutlich.

Hier ein paar Bilder zu den Vorarbeiten:


Bild


Farbvergleich - schon hier wird deutlich, dass das Ergebnis ein Kompromiss sein wird



Bild



Ausdruck auf Papier zur Ermittlung der ungefähren Schriftgröße



Bild


Fertige Beschriftung auf der Tenderseitenwand



Nun aber zur Montage des Tenders:

Der Tenderboden wird mit dem Tenderrahmen mittels Schrauben verbunden, und anschließend werden der Wasservorratsbehälter und der darin befindliche Gastank mit dem Tenderboden verschraubt.


Bild


Tenderrrahmen mit Tenderboden



Bild


Montierte kombinierte Wassertank-Gastank Einheit



Die drei rückwärtigen Lampen werden am Tenderaufbau befestigt, dieser anschließend über den Wasservorratsbehälter geschoben und mit Schrauben, die von unten durch den Tenderboden geführt werden, an diesem befestigt.


Bild


Tenderhaube mit Laternen



Bild


Aufgesetzte Tenderhaube



Ein Blech für die Lagerung von Akku und Empfänger liebt dem Bausatz nicht bei. Ich habe es aus einem Stück Messingblech so zusammen geschnitten, dass es passgenau auf dem Wassertank zu liegen kommt; für die Schnellkupplungen für Wasser und Gas sowie für den Gasschlauch zum Brenner und die Rückführung vom Bypass-Ventil sind dafür zusätzlich Ausschnitte zu fertigen.


Bild


Auflageblech für Akku und Empfänger mit Ausschnitten für Wasser- und Gasleitung(en)



Bild


So sieht es aus, wenn es dann im Tender liegt



Dem Bausatz beigelegt ist ein aber ein Messingblech (eine Art Tenderdeckel), das dicht unter dem Rand der Tenderhaube aufliegt. Auf dieses kann man die Kohle direkt aufkleben oder aber, so wie ich es dann tat, passgenau aus Sperrholz einen Einsatz fertigen, auf den dann die „Kohle“ kommt und der auf dem Abschlussblech ruht.


Bild


Aufgelegtes Abschlussblech und darüber...



Bild


.... reichlich Kohle


So viel für heute. Man könnte annehmen, dass gute Stück sei nun endlich fertig - aber da kommt noch was.
Beim nächsten Mal geht's noch um allerlei Kleinkram.

Bis dahin alles Gute, ein schönes Wochenende
und viele Grüße aus Borsigwalde




Rainer


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BeitragVerfasst: 27.06.2020, 10:27 
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* SchienenDampfer
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Hallo Rainer,

zu dem Problem mit den passenden Buchstaben. Wenn ich nicht den Richtigen finde, lege ich mir ein Foto auf den Monitor und zeichne ihn mit einem Grafikprogramm nach. Dann habe ich den Buchstaben im Vektorformat und kann ihn unbegrenzt skalieren, ausdrucken, oder ausplotten.

_________________
Viele Grüße
Michael


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BeitragVerfasst: 27.06.2020, 21:02 
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* SchienenDampfer
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Hallo Rainer,
WoW! Das ist ja ein riesiger Gastank!!
Damit fährt die Lok bei einer Füllung doch sicher 1,5 Stunden oder länger. Mit dem Gastank in meiner 50er erreicht man schon relativ lange Fahrzeiten..und der Tank ist nicht mal halb so groß wie Deiner hier.
Hat der was gesagt der Wyko, wie lange man damit fahren kann?

Ich bin kein Freund von Dekals. Aber ich wüsste nicht wie ich das an der Stelle anders lösen sollte als Du.
Eventuell ein Fotoäztschild von Beckert Modellbau? Der hat sehr gute Vorlagen. Sehr originalgetreu. Er liefert auch farbig.
Mir gefällt Dein Baubericht sehr gut. Weiter so!!
Vielen Dank und gutes Gelingen
Gruß Chris


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BeitragVerfasst: 04.07.2020, 20:28 
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* SchienenDampfer
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Hallo mifuchs1502,
das Problem mit der Aufschrift war, dass ich zwar ein Foto hatte, aber es war wegen des Aufnahmewinkels verzerrt. Sicher hätte man mit Strecken und Zerren das alles nachher entsprechend bearbeiten können. Ob bei dem Aufwand dann aber was Besseres rausgekommen wäre? Ich weiß nicht...

Hi Chris!
Ich kenne deinen Bericht und weiß, wie groß der Gastank bei der 50er ist. Der dürfte in etwa die gleiche Größe haben wie der bei meiner P 10. Hab eben noch einmal nachgemessen:

P 10 Tank ca. d=40 mm, l = 80 mm; also V knapp 80 ml
S 3/6 Tank ca. d=40 mm, l= 145 mm; V in etwa 140 ml
(bei 2 mm angenommener Wandstärke und ohne Berücksichtigung von Füll-, Gas- und Entlüftungsventil, die bei beiden Gastanks baugleich zu sein scheinen).


Heute steht eine Menge „Kleinkram“ auf dem Programm...

Die Schraubenkupplungen an Lok und Tender zu montieren ging eben so fix wie das Befestigen des Kuppeleisens unter dem Führerhausboden.

Die dritte Lampe vorn an der Rauchkammertür zu befestigen, das machte auch keine Probleme. Anders sah es mit den zwei Laternen auf der Pufferbohle aus. Da war der Kopf der beigelegten Schrauben vom Umfang her zu groß, um durch das Loch in der Pufferbohle gesteckt werden zu können. Aber im Laufe der Jahre sammelt sich, wie jedermann weiß, ja allerhand in der Restekiste an. Zwei passende Schrauben ließen sich da schnell finden.


Bild


Montierte Schraubenkupplung an und Laternen auf der Pufferbohle



Das Riffelblech vorn zwischen Kessel und Pufferbohle wird in den Spalt zwischen die Zylinderverkleidung und Rahmen geschoben und vorn auf der Pufferbohle mit zwei Schrauben fixiert.


Bild


Riffelblech zwischen Kesselauflager und Pufferbohle


Die zwei Streben, die links und rechts vom oberen Teil der Zylinderverkleidung zum vorderen Bereich des Riffelbleches führen, werden zuerst dort mit dem kleinen Zapfen ins Blech gesteckt und anschließend an der Zylinderverkleidung mit jeweils zwei Schrauben fixiert. Wegen des recht kurzen Abstands zwischen Rauchkammertür und Schrauben ließ sich mein doch recht voluminöser Steckschlüssel nicht auf den Sechskantkopf aufsetzen, und so habe ich die Streben nun alternativ mit kurzen Kreuzschlitzschrauben an der Zylinderverkleidung befestigt.

Anschließend können die Leitern angebaut werden. Dazu wird zuerst jeweils das obere gebogene Ende des Aufstiegs durch den Augbolzen an der Rauchkammertür geführt und danach das gesamte Leitergestänge mit zwei Schrauben unten am Rahmen befestigt.


Bild


Lok von vorn mit Riffelblech, Streben und bereits montierten Leitern




Vor der endgültigen Montage des Führerhauses sollte man die beigelegten Ätzschilder mit Pattex Kraftkleber Lösungsmittelfrei ankleben. Anschließend kann dann das Führerhaus mit den entsprechenden Schrauben am Bodenblech befestigt werden.


Bild


Original und ...



Bild


... "Fälschung" (noch während der Klebearbeiten)


Die Servoeinheit mit den zwei Servos für die Umsteuerung und das Dampfventil werden auf den Führerhausboden rechts neben das Kesselende geschraubt.

Das Gestänge vom Servohebel zum Dampfventil muss hergestellt und eingebaut werden. Die Steuerstange wird rechts durch eine Öffnung am Führerhaus gesteckt und am Umsteuerungsservo bzw. Steuerbock befestigt und zum Schluss werden die Führerhaustüren mit Messingstiften am Führerhaus angebracht.


Bild


Führerhaus mit Anschlüssen, Armaturen und Servoeinheit von hinten...



Bild


... und von oben; die Türen sind eingehängt.



Die Ölpumpen (rechts und links) werden auf das jeweilige Umlaufblech gestellt und von unten mit einer Schraube fixiert. Anschließend kann man die zweiteilige Gestängeverbindung mit Gelenk, die vom Umlenkhebel am Rahmen zur Ölpumpe führt, montieren.


Bild


Linke Ölpumpe


Das leicht gebogene Gestänge der Anfahrsteuerung wird über die Achse der Schwingenhalterung gesteckt und anschließend mit einer Mutter fest mit der Achse verbunden. Dabei sollte der Hebelarm an der Schwingenhalterung leicht nach vorne unten gerichtet sein.

Die Trittbleche im Bereich der Kreuzköpfe werden mit jeweils zwei Schrauben an der Kreuzkopfführung befestigt. Hier ergab sich ein ähnliches Problem wie bei den Streben am Riffelbelch zwischen Pufferbohle und Zylinderverkleidung. Deshalb auch hier der Einsatz von Kreuzschlitz- statt Sechskantschrauben. (Nach dem Betupfen mit schwarzer Farbe, fallen die Schrauben aber nicht mehr auf.)


Bild


Ölpumpe mit Gestänge, Anfahrsteuerung und Trittblech auf der rechten Seite



Zum Schluss werden die Rohrleitungen gemäß Abbildungen gebogen und anschließend an den entsprechenden Stellen (Führerhaus, Vorwärmer, Speisepumpe, Verbundluftpumpe) befestigt.

Die dem Bausatz beigelegten Messingstangen habe ich durch Kupferdraht ersetzt. Von irgend welchen Elektro-Installationsarbeiten waren noch Kabelreste vorhanden. Also: runter mit der Isolierung und dann munter ran ans Biegen! - Das ist Resteverwertung mit hohem Nachhaltigkeitseffekt.


Bild


Kupferleitung zur Verbundluftpumpe



War's das jetzt? Fehlt da nicht noch etwas?

Ein paar Messingschilder müssen noch angebracht werden: Typenschilder an den Zylindern, Nummernschilder am Kessel und am Tender.


Bild





Bild



*****



Bild


Der Lokführer überprüft noch einmal alles...




Bild


... und begibt sich mit seinem Heizer - unter Beachtung der zur Zeit geltenden Regeln(!!!) - auf die erste Probefahrt.



Aber ums vorwegzunehmen: ganz so einfach war das nicht. Die Tücken lauern, wie fast überall, im Detail.

Mehr dazu beim nächsten Mal.

Allen SchienenDampfern ein schönes Restwochenende!
Mit den besten Grüßen aus Borsigwalde



Rainer


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BeitragVerfasst: 04.07.2020, 21:36 
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* SchienenDampfer
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Hallo Rainer,

wie jetzt, die Lok ist gefahren und es gibt kein Video? Das ist Folter! Behalt diese Info das nächste mal für dich.

Nein im Ernst, sieht toll aus und Danke für die ausgiebige Doku.

Sollten dich die Kreuzschlitzschrauben doch einmal stören, kannst Du die originalen Schrauben mit Mini-Maulschlüsseln von Knupfer eindrehen. Das Ansetzen mit der Pinzette ist natürlich "etwas" pfriemelig. Stattdessen kann man auch ein Reststück Messingrohr D=SW+1mm auf SW*1.1 aufbohren, Schraube reinstecken, ggf. mit ner Zange fixieren, einschrauben. (Danach natürlich mit dem o.g. Maulschlüssel anziehen)

Ich würde alle Schrauben, die man auf lackiertem (egal, ob rot, grün oder schwarz) Metall sieht, mit Brüniermittel schwärzen. Sieht meiner Meinung nach besser aus.

Und ich frage mich, ob die Speise?-Ventile an der Kesselseite noch einen Zuleitung bekommen.

Viel Erfolg weiterhin bei der Inbetriebnahme und viel Spaß mit der Lok!

Viele Grüße,
Stefan

_________________
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BeitragVerfasst: 28.07.2020, 17:01 
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* SchienenDampfer
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Liebe SchienenDampfer,

manche Dinge dauern - und manches Mal dauern sie dann auch ein bisschen länger als gedacht...

Beim ersten Anheizen der Lok auf dem Rollenprüfstand stellte ich eine leichte Undichtigkeit an der oberen Schraube des Wasserstandsglases fest. Also Gas aus und abkühlen lassen.
Nach Demontage der Sechskantschraube war klar warum: ich hatte beim Zusammenbau wohl kein Gewindedichtmittel aufgetragen. Beim zweiten Anheizen tauchte dieses Problem nicht mehr auf.
Dafür ein Gravierenderes: Als ich Dampf auf die Zylinder gab, lief die Maschine nur rückwärts rund. Vorwärts ging gar nichts – oder anders ausgedrückt nur manchmal. Ich konnte mir dies nicht erklären, zumal ich, nachdem die Steuerung fertig gebaut war, diese mit Druckluft geprüft und genau justiert hatte. Da hatte alles funktioniert - vorwärts wie rückwärts.
Die Fehlersuche dauerte; schließlich wurde ich aber fündig: die linke Gegenkurbel war – aus welchen Gründen auch immer - minimal auf dem Kurbelzapfen verrutscht und somit stimmte die ganze Einstellung der Steuerung nicht mehr. Das war alles schon ziemlich frustrierend.
Nachdem ich in den darauf folgenden Tagen mir noch einmal alles ganz genau angesehen hatte (Teile, Schrauben usw.) und alles auf festen Sitz geprüft hatte, gab's wieder Feuer unterm Kessel.
Die Vermutung mit der leicht verrutschten Gegenkurbel hatte aber nur zum Teil etwas mit dem Problem zu tun. Es gelang mir immer noch nicht, einen „runden“ Lauf hinzubekommen. Darüber hinaus bestand auch weiterhin das Problem mit dem Vorwärtslauf – der klappte immer noch nicht richtig, und das Umsteuern von „vorwärts“ auf „rückwärts“ und zurück funktionierte immer noch nicht einwandfrei.

Also: Rückbau!!! - Auch wenn's schwerfiel.

Als nur noch das Fahrwerk mit Steuerung und Führerhausboden übrig waren, wurde ich fündig:

Die Steuerung machte an den Aufwerfhebeln Probleme! Wie ich im Baubericht geschrieben habe, wird die Welle mit dem Steuerhebel und den Aufwerfhebeln ja in den Rahmen quasi „eingefädelt“. Sie steht dann rechts und links knapp 1mm aus dem Rahmen heraus (auf die vorhandenen Gewinde rechts und links werden dann die Hebel für die „Anfahrsteuerung“ gesteckt und mit Muttern an der Welle fixiert).


Im Rahmen selbst haben die Aufwerfhebel rechts und links nach beiden Seiten etwas Spiel.


Bild


Aufwerfhebel links und Steuerwelle von oben



Bild


Deutliche Schleifspuren des überstehenden Gewindes



Nach rechts wird dieses Spiel durch den Steuerhebel begrenzt, jedoch nicht nach links.


Bild


Steuerhebel und Aufwerfhebel rechts; überstehendes Gewinde noch nicht abgetragen



Da die die Gelenkstange zur Schieberschubstange mit Schrauben an den Aufwerfhebeln befestigt ist, kann es durch das vorhandene Seitenspiel der Steuerwelle dazu kommen, dass die Schraubenköpfe und/oder überstehendes Schraubengewinde am Rahmen entlang schrammt oder, wie ich es in meinem Fall festgestellt habe, sogar am Rahmen aufsetzt. Alles war wohl richtig eingestellt, durch Bewegen des Steuerhebels rutschte die Welle jedoch im Rahmen nach rechts und links und sorgte so für die Probleme.

Erste Abhilfe schaffte ich, indem ich die überstehenden Schraubengewinde abschliff. Nun ging auf einmal alles butterweich und ohne Aufsetzen. Vor dem Zusammenbau habe ich aber zur Sicherheit noch auf der linken Seite einen 3 mm-Stellring auf die Welle geschoben, um das Seitenspiel nach links zu begrenzen. (Oben im Baubericht habe ich schon darauf hingewiesen).


Bild


Nach Abtragen des überstehenden Gewindes bleibt aber immer noch Spiel...



Bild


...aber nach Befestigung des Stellrings nicht mehr!



@Stefan:

1. Danke für den Tipp mit Knupfer und dem Messingrohr. Ich hatte an anderer Stelle auch schon einmal mit Schrumpfschlauch kleinste Schrauben in Gewinde gefädelt. Problematisch ist und bleibt aber letztendlich das Festziehen, da oft nicht ausreichend Platz für das Hantieren mit dem Werkzeug (Maulschlüssel o.ä.) bleibt.

2. Stefan, "auf Strecke gegangen" ist die Lok noch nicht! Ich selbst habe keine Anlage. Geplant war das Roll-Out für Ende Juni in der Schweiz bei den EiWis, wo die ganze Geschichte ja auch begonnen hatte; wie viele andere Veranstaltungen ist diese aber abgesagt worden. Insofern ist weiterhin Geduld gefragt.

3. Darüber hinaus hat es zwischenzeitlich bei einigen der Schweizer, die auch eine S 3/6 bzw. BR 18.4 haben, Probleme mit der Achsspeisepumpe gegeben. Bei einem Testlauf bekam auch ich dann Schwierigkeiten. Das Problem ist jetzt behoben - Herr Wyrwich hatte sich der Sache angenommen und relativ flott für Abhilfe gesorgt!

Und weil du auf bewegte Bilder wartest: hier sind welche (allerdings ohne das sich bewegende Gestänge zur Ölpumpe, ohne Anfahrsteuerung und ohne Aufstiegsleitern vorn). Sie stammen vom Testlauf nach dem Teiletausch an der Achsspeisepumpe.





Demnächst werden Akkupack, Schalter etc. eingepasst und eingebaut. Danach werde ich mal ein paar Meter Gleis verlegen und noch einen kleinen Clip produzieren, der die bewegten Teile richtig zeigt.


Bis dahin wie immer viele Grüße aus Borsigwalde



Rainer


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BeitragVerfasst: 28.07.2020, 22:16 
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* SchienenDampfer
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Hallo Rainer

Du baust dir ein einmaliges Schmuckstück zusammen, welches auf der EiWi Anlage sicher viele Blicke auf sich ziehen wird.
Wenn es möglich ist, werde ich diese Anlage auch einmal besuchen, vielleicht trifft man sich ja dort einmal. Weiterhin gutes Gelingen bei den letzten Justierungen.

Gruss Christoph

_________________
Mein Vorsatz: Mehr Pausen zwischen dem Nichtstun...Vor allem längere... :E


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BeitragVerfasst: 07.08.2020, 11:00 
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* SchienenDampfer
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Hallo liebe SchienenDampfer,

der Empfänger für die Fernsteuerung und das Akkupack mit Schalter sind mittlerweile eingebaut (unter der Kohleattrappe vom Tender ist dafür ausreichend Platz gewesen).

Ich hatte ja neulich angekündigt, noch einen kleinen Video-Clip zu fertigen, der Teile wie die Anfahrsteuerung, das Gestänge zur Ölpumpe und die Dummy-Ansteuerung für die innen liegenden Dummy-Zylinder in Bewegung zeigt.





Der erste Eindruck: Die Lok lässt sich - wie auch meine Wyko P10 - wunderbar steuern. Sie läuft seidenweich an und dürfte auch mit längeren Zügen keine Probleme haben. Sollte sich in den kommenden Wochen die Gelegenheit bieten, sie auf eine längere Reise zu schicken, werde ich mich danach mit einem Bericht wieder melden.

Bis dahin wünsche ich allen noch einen wunderschönen Sommer!

Mit besten Grüßen aus Borsigwalde




Rainer


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BeitragVerfasst: 07.08.2020, 14:52 
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* SchienenDampfer
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Wohnort: Region Kasendorf (DE)
Hallo Rainer,

ja, so stelle ich mir das auch für meine S3/6 vor, halt mit Kohlfeuerung.
Sehr schönes Ergebnis!

_________________
Dampfgruß von Dampfandy


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BeitragVerfasst: 07.08.2020, 17:06 
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* SchienenDampfer
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Wohnort: Leipzig (DE)
Hallo Rainer,

sehr schön, Danke fürs Zeigen und viel Spaß mit der Maschine.

Hi Andy,

dampfandy hat geschrieben:
Kohlfeuerung


Weiß- oder Rotkohl? :twisted: (den konnte ich mir leider nicht verkneifen...)

Viele Grüße,
Stefan

_________________
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