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 Betreff des Beitrags: Braunkohle?
BeitragVerfasst: 25.04.2012, 19:44 
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*** SchienenDampfer
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Hallo zusammen,

seit ich meine Elke habe verwende ich bis jetzt nur die "Joep-Kohle". Im Winter habe ich angefangen meinen Werkstattofen statt mit Holz mir Braunkohlebriketts zu heizen. Diese brennen über Stunden unbeaufsichtigt, auch bei völlig geschlossener Primär- und Sekundärluft. Ich überlegte mir also, was wäre, wenn ich die in meiner Lok verbrenne? Gesagt, getan:

Bild
Der "Urzustand", man kann auch den Hersteller lesen - 10kg für 2€!

Bild
Das Zerkleinern ist optimierungsbedürftig. Erstmal ist das Brikett steinhart. Hat man dann einen Brocken abbekommen, zerbröselt dieser ziemlich.

Ich habe die Kohle dann auf mein brennendes Anthrazitkohlefeuer gegeben. Meine Beobachtungen:
1. Brennt :lol:
2. Funkt :roll:
3. Stinkt 8)

Ich habe die Lok nicht damit fahren lassen, also nur im Stand getestet. Die Leistung reichte, dass bei minimaler Bläseröffnung das Überdruckventil abblies. Gefühlt hat die Kohle deutlich weniger Leistung als die Anthrazitkohle. Aber ich habe dann mal, nachdem so 10-15 Bröckchen drinne waren den Bläser ausgemacht: Dicke Rauchschwaden, aber die Kohle glüht weiter. Kessel bleibt bei 30-40 psi. Nach 3 Minuten Bläser wieder auf, viele Funken, wieder Flammen in der Feuerbüchse. Und: Für meinen Geschmack riecht die Kohle wirklich sehr authentisch!

Fazit: Ich werde gerne nochmal testen, inwieweit die Leistung zum Fahren reicht. Aber meistens habe ich ohnehin zuviel Leistung. Mal nur Waggons über ebene Strecke ziehen geht halt fast nur mit offenen Überdruckventil. Interessant könnte die Kohle für Rangierbetrieb oder "im Bahnhof" sein. Hilfsbläser scheint überflüssig, wenn sie einmal brennt. Dafür hält sie die Glut recht lange. Außerdem weiß ich aus Erfahrung vom Ofen, dass sehr feine, leichte, hellbraune Asche zurückbleibt. Diese sollte sich durch ordentlichen Zug gut zum Schornstein rausbefördern lassen.

Sobald ich einen Weg gefunden habe größere Mengen in Feuertür-konforme Stückchen zu zerkleinern, werde ich den Streckentest machen :Q

Haben die Kohledampfer von euch schon Erfahrungen mit Braunkohle gemacht?

Viele Grüße
Arne


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 Betreff des Beitrags: Re: Braunkohle?
BeitragVerfasst: 25.04.2012, 19:53 
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*** SchienenDampfer
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Nachtrag:

hier der Link zu meinem Hersteller (ich kaufe das Zeug im Baumarkt):

Auf der Seite findet man auch einige Details:
19,0% Wasser
5% Asche
42% Flüchtige Bestandteile (Wasn das?)
0,8% Schwefel

Heizwert ≥19,0 MJ/kg (≥5,3 kWh/kg - ≥4.539 kcal/kg)

Hat jemand ähnliche Daten, insbesondere zum Heizwert, von Anthrazitkohle?

Gruß
Arne


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 Betreff des Beitrags: Re: Braunkohle?
BeitragVerfasst: 25.04.2012, 20:33 
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* SchienenDampfer
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Hallo Arne,
aus Wikipedia:
"Bestimmung des Gehalts der Flüchtigen Bestandteile

Flüchtige Bestandteile sind nicht eindeutig zu definieren, die Bestimmung ist ein Konventionsverfahren. Bestimmt werden diese nach DIN 51720: die Kohle wird 7 min auf 900 °C erhitzt, entweichenden Bestandteile, korrigiert um das ebenfalls entweichende Wasser, sind konventionsgemäß die Flüchtigen Bestandteile"

Hier der Link zum Artikel:

Vor allem die Tabelle mit den Vergleichen der Kohlesorten ist interessant. Dort kannst Du dir auch die Heizwerte herausholen.

Die flüchtigen Bestandteile bestimmen maßgeblich das Brennverhalten. Anthrazit hat fast gar keine flüchtigen Bestandteile, brennt deshalb mit sehr kurzer Flamme und raucht nicht. Braunkohle hat den höchsten Prozentsatz an flüchtigen Bestandteilen. Dadurch brennt sie sehr gutmütig.
Gruß Janosch

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Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)


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 Betreff des Beitrags: Re: Braunkohle?
BeitragVerfasst: 25.04.2012, 20:44 
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*** Moderator
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Hallo Arne!

Die Resopalplatte und die Rekord-Briketts erinnern mich sehr stark an meine Kindheit :mrgreen:

Diese Briketts gab´s auch in Österreich :flt:

Wir haben aber lieber mit Gaskoks geheizt, da die Braunkohlenbriketts sehr nach Schwefel gestunken haben - umsonst haben die nicht das spezialle Wappentier ... :SFR

vlg, Christian

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:serv Habe die Ehre!


Die Gier ist die Mutter aller Probleme, die Angst der Vater!


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 Betreff des Beitrags: Re: Braunkohle?
BeitragVerfasst: 25.04.2012, 21:02 
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*** SchienenDampfer
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Hallo Janosch,

danke für den Hinweis auf Wiki :oops: Da steht ja tatsächlich alles drin...
Ich glaub jetzt schon zu wissen, was mein Test ergeben wird... Zu wenig Brennwert! Trotzdem ausprobieren? Sicher!


Hallo Christian,

Christian hat geschrieben:
Die Resopalplatte und die Rekord-Briketts erinnern mich sehr stark an meine Kindheit :mrgreen:

Die Platte ist der alte Küchentisch meines Großvaters, der bei mir nun ein dasein auf der überdachten Küchenterasse fristet...

Christian hat geschrieben:
umsonst haben die nicht das spezialle Wappentier ... :SFR

War mir noch gar nicht aufgefallen... :pff: Aber passt für mich irgendwie zur Lok...

Gruß
Arne


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 Betreff des Beitrags: Re: Braunkohle?
BeitragVerfasst: 25.04.2012, 22:05 
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* SchienenDampfer
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Hallo Arne,
kommt ganz darauf an, wie der Kessel für das Fahrwerk überdimensioniert ist. Es ist gut möglich, dass es dennoch geht.
Anthrazit produiziert mehr "heiße Luft", weil die Flammen sehr kurz sind. Mit mehr Gasgehalt in der Kohle hast du längere Flammen. Bei der 71 waren die Flammen nicht selten in der Rauchkammer zu sehen und ich bin mit Fettkohle gefahren.
Orignalmaschinen würden kaum mit Anthrazit den Kesseldruck halten können. Die Feuerbüchse ist zu hoch, sie ist dafür ausgelegt, dass sich in ihr Flammen ausbrennen.
Es ist sogar möglich, dass dein Kessel die langen Flammen besonders mag und deshalb gut Dampf macht.
Meine 71 mag Anthrazit, genau wie ich, nicht so gerne. Es ist schwer damit den Druck zu halten und ein gutes Feuer zu unterhalten. Aber auch hier gibt es Unterschiede und ich vermute auch, dass Joepp eine bestimmte Sorte Anthrazit verfeuert.

Die Reichsbahn(DDR) war gezwungen Braunkohle zu verfeuern. Die Steinkohlevorkommen aus Schlesien mussten an Polen abgetreten werden, die im Ruhrgebiet gingen an die BRD. Nur die Braunkohlevorkommen, die meines Wissens nach noch heute im Tagebau gefördert werden waren verfügbar. Dadurch war meines Wissens nach eine Änderung des Saugzuges, des Funkengitters und des Rostes erforderlich. Neubauloks, sogenannte Rekoloks, hatten eine größere Rostfläche, um den geringeren Energiegehalt der Braunkohle zu kompensieren.Habe leider keine Fachbücher hier, um mich nochmal genauer zu informieren. Ich habe das jetzt aus der Erinnerung heraus niedergeschrieben.
Gruß Janosch

_________________
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 Betreff des Beitrags: Re: Braunkohle?
BeitragVerfasst: 02.05.2012, 11:16 
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*** SchienenDampfer
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Hallo zusammen,

eigentlich wollte ich den Fahrtest mit der Kohle machen. Allerdings ist es soweit nicht gekommen. Nach meinem kurzen Probelauf für die Dampffeife (20min) hatte ich die Lok nicht gereinigt. Allerdings sind die Rohre und die Rauchkammer derart verdreckt, dass der Kessel kaum Leistung entwickelte. Fazit: Selbst wenn der Heizwert zum fahren reicht ist die Lok vermutlich nach 30min verstopft! Also: Keine Alternative, vielleicht mal einen kleinen Brocken für's Aroma 8)

Dennoch waren die theoretischen Aspekte für mich sehr interessant :TOP

So, nun muss ich putzen... :roll:

Viele Grüße
Arne


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