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 Betreff des Beitrags: Brünierbeizen
BeitragVerfasst: 30.10.2009, 13:10 
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Bis jetzt beitze von Reppingen genutzt.

Heute mit Regners versucht. Habe den verdacht die von Regner hallt nicht so gut. Es kommt naturlich darauf an das die teile sauber sind.


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BeitragVerfasst: 30.10.2009, 14:24 
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Mir stehen momentan drei Messing-Beizen zur Verfügung, die sich aber grundlegend von einander unterscheiden. Deshalb möchte ich die drei und ihre Unterschiede hier einmal vergleichen...

1.

Das Färbemittel von Reppingen muss auf 80 Grad erhitzt werden. Ich mache das in einem Stiel-Emaille-Reindl am Herd.

Beim Erhitzen der Beize entwickelt sich ein stechend-ätzender Geruch. Man sollte dies nur in gut belüfteten Räumen tun!

Die Handhabung ist einfach - man schwenkt die Messingteile, die allerdings nicht zu groß sein dürfen, in der glasklaren Suppe, die sich dann schön langsam ins Blaue verfärbt.

Das Ergebnis ist ein sattes Braun, das aber sehr stark von der Messingqualität abhängt. So werden z.B. Modellbauschrauben fast schwarz, während Bleche eher hell bleiben.

Ideal zum beizen von Kleinteilen, Ketten, Schrauben etc.

2.

Das Färbemittel von Regner wird kalt aufgetragen. Das Messing muss vollkommen fettfrei sei.

Die Geruchsentwicklung hält sich in Grenzen, kann also auch in geschlossenen Räumen verwendet werden (aber trotzdem danach gut lüften!)

Am besten wird die Beize mit dem Pinsel aufgetragen und zwischendurch die überschüssige Flüssigkeit abgewischt.

Das Ergebnis ist ein Grau-Braun mit einem leicht bläulichen Stich. Erinnert an alten Stahl.

Ideal zum beizen von größeren Flächen oder Messingteilen oder Teile die wie Stahl wirken sollen.

3.

Das Pariser Oxyd wird normalerweise vom Goldschmied verwendet und man kann damit auch andere Metalle altern. Es wird kalt aufgetragen.

Auf Selendioxid/Äther-Basis, daher giftig; stechend-ätzende Geruchsentwicklung nach Schwefel (Schwefelleber); hoch entzündlich und entwickelt explosive Dämpfe. Nur in gut belüfteten Räumen verwenden!

Da die Flüssigkeit sehr sehr teuer ist, kommt nur das Auftragen mit einem Pinsel in Frage. Nicht zu lange einbeizen, da die Schicht sonst leicht abblättert.

Das Ergebnis ist ein Dunkelbraun mit einem leicht bläulich-schillerndem Stich.

Ideal für Stellen, wo man schwer dazu kommt und die sich nicht so leicht entfetten lassen.

vlg, Christian


Anmerkung: Das ist meine persönliche Erfahrung und ich übernehme daher auch keine Verantwortung für Schäden jeglicher Art, die durch die Verwendung der Färbemittel entstehen können.

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Rainer Werner Fassbinder


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BeitragVerfasst: 31.10.2009, 12:16 
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Danke Christian,

Bleibt das problem vom entfetten. Eigentlich musste man eine saure haben die die oxidschicht von kupfer und messing entfernt.
Z.b. 1 bis 1.5mm rund fur griffstangen und leitungen am kessel kann ich nicht mit hilfe der drehmachine schmirgelen.


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BeitragVerfasst: 31.10.2009, 12:37 
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Hallo Etienne!

Ich habe mit Spiritus entfettet!
Ich erinnere mich nicht wo es gelesen habe!
Wirkt gut!

Gruß
Pál

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Wer noch vielen Spur I und IIm Loks bauen möchte


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BeitragVerfasst: 31.10.2009, 15:50 
Palmerlivesteam hat geschrieben:
Z.b. 1 bis 1.5mm rund fur griffstangen und leitungen am kessel kann ich nicht mit hilfe der drehmachine schmirgelen.



Aber in die Handbohrmaschine einspannen; besser noch in den Akkuschrauber und dann schön vorsichtig mit langsamer Drehzahl und Stahlwatte polieren. Poliertuch eignet sich dazu auch.
Ich mach das manchmal auch so, wenn ich rundmaterial blank machen will.

Gruss Florian


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BeitragVerfasst: 31.10.2009, 19:54 
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Palmerlivesteam hat geschrieben:
Bleibt das problem vom entfetten. Eigentlich musste man eine saure haben die die oxidschicht von kupfer und messing entfernt ...


Hallo Etienne!

Entfetten und Oxidschicht entfernen sind zwei Paar Schuhe :lol:

Zum Entfetten nehme ich meißt den Bremsenreiniger aus der Sprühdose -
und zum entfernen der Oxidschicht ist Säure (z.B. Zitronensäure) sicher schonender als die mechanische Prozedur, die immer etwas mehr vom Material weg nimmt ...

vlg, Christian

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 Betreff des Beitrags: Re: Brünierbeizen
BeitragVerfasst: 28.11.2009, 15:59 
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Die langen dunnen griffstangen und leitungen entlang der kessel des G4/5 hab ich jetzt blank poliert mit Regners poliertuch kronung 1000. (im baumarkt fand ich nur kronug 180 am feinsten) Ein glazernen topf fur lansanja war noch einige cm zu kurz um sie komplett ein zu tauchen. Als nachster schritt ist ein alter ofen notwendig um die Reppingen suppe of 80 gr zu erhitzen. Hab deswegen mit Regners versucht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Brünierbeizen
BeitragVerfasst: 17.07.2010, 12:55 
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Nach Jahren kann ein weiser schicht zu sehen sein. Das sind reste des saltzes. Hab mit kochend heitzes wasser und benzin versucht die teile sauber zu kriegen. Bis jetzt nur 50% erfolg.


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 Betreff des Beitrags: Re: Brünierbeizen
BeitragVerfasst: 17.07.2010, 18:34 
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Um das zu verhindern kann man die Teile mit Zaponlack versiegeln :wink:

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Rainer Werner Fassbinder


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 Betreff des Beitrags: Re: Brünierbeizen
BeitragVerfasst: 25.07.2010, 16:04 
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Hallo miteinander,
bin am Wochenende schnell aus Frankreich zurückgekommen für 14 Tage. Benütze die Gelegenheit zum Bauen, will auch brünieren. Christian erhitzt Reppingen- Mittel direkt und stellt stechenden Geruch fest. Ich stelle mein Gefäss mit der Sauce in ein Wasserbad, das Brünieren geht geruchsfrei.
Herzlichst Pierre

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Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.

Winston Churchill


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 Betreff des Beitrags: Re: Brünierbeizen
BeitragVerfasst: 02.04.2011, 18:35 
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**** SchienenDampfer
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Hallo,

hier mal ein Beispiel einer Brünierung mit Fohrmann Messingbraun No. 90909. Ich habe die Teile mit heißem Wasser/Spülmittel entfettet und dann noch warm ca. 5min in die blaue Lösung eingelegt. Die Teile färben sich rasch braun. Danach mit Wasser abgespült und gut trocknen lassen. Auf der Oberfläche ist ein brauner, pulveriger Überzug, der sich leicht entfernen lässt, die dunkle Schicht darunter lässt sich schön polieren, die Oberfläche erhält einen grauen matten Glanz. Hier am Beispiel der Trichterpuffer von B. Heyn gezeigt. Die Puffer kommen an meine Shay.

Bild

Gruß,

Andreas


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 Betreff des Beitrags: Re: Brünierbeizen
BeitragVerfasst: 02.04.2011, 21:51 
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Hallo Andreas,

leider gibt es das Messingbraun bei Fohrmann nicht mehr. Zumindest kann ich es schon länger nicht mehr auf der homepage finden.

Sehr schade. Das Mittel war bisher mein absoluter Favorit. Wäre mal interessant woher Fohrmann das bezogen hat.

Viele Grüße
Nick


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