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 Betreff des Beitrags: Spannungspotential am Servozahnkranz
BeitragVerfasst: 02.01.2013, 13:26 
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*** SchienenDampfer
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Hallo zusammen!
Nach dem mir beim probeweisen Aufclippen eines Gabelkopfes auf einem Kunststoffruderhorn, dieses zerbrach, möchte ich eigendlich nur noch Ruder- und Servohörner aus Metall verwenden. Auch erscheinen einem die Servos mit Metallgetrieben, welche auch mit höheren Stellkräften angegeben sind, als die bessere Wahl. Nachdem ich bei meiner Accucraft K36 den Umbau auf Fernsteuerung am Lokteil abgeschlossen hielt, machte ich auf dem Rollenprüfstand einen Probelauf.
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Labormäßig wurde die Lok an einen Servotester angeschlossen und die Werte der Servoendstellungen mit einem Frequenzzähler ermittelt. Anschließend erfolgte eine Isolationsprüfung zum Lokgehäuse, welches negativ ausfiel. Grund waren die Servos. Verbaut hatte ich die Blue Bird Servos BMS380MG und BMS373MG (MG= Metallgetriebe). Bei der näheren Untersuchung eines Servos stellte ich folgenes fest:
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Die Achse des Ist-Potis ist elektrisch mit dem Schleifer verbunden, steckt im Ausgangszahnrad zum Servohornritzel in einer Isolierbuchse. Soweit so gut. Das 3. Zahnrad sitzt auf der Potiachse als Welle nicht isoliert, so daß das Schleiferpotential über die Zahnräder zum Servohorn übertragen wird. Dieses ist nicht immer messbar. Beim untersuchten Servo wurde bei einer Isomessung mit 100V Prüfspannung kein Isofehler festgestellt.
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Hier ein geöffneter Hitec HS82MG. Auch hier ist im Ausgabezahnrad für die Servoachse eine Isolierbuchse eingelassen und das Zahnrad drunter sitzt nicht isoliert auf der Welle. Die Fettschmierung verhindert anfangs noch den Kontakt, aber das kommt irgend wann und wir wundern uns über die Späße, die dann kommen. Was haben sich die Konstrukteure dabei gedacht :W :arg2: :arg2:
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Ich habe darauf alle Metallservohörner gegen welche aus Kunststoff ausgetauscht, wie hier zur Zylinderentwässerung mit BMS373MG.
Fazit: Bei Servos in der von uns verwendeten Größe dürfen Servos mit Metallgetrieben und Servohörner aus Metall nicht gemeinsam verwendet werden.
Gruß Gerd


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BeitragVerfasst: 02.01.2013, 14:25 
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* SchienenDampfer
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HALLO GERD
Du gehst das ja richtig wissenschaftlich an, wofür ich Dir danke. Auch ich verwende eigentlich ausschliesslich Servos mit Metallgetriebe, aber meist aus dem Billig Lager China MG 90 S und hatte auch bei vereinzeltem Einsatz von Metallhörnern noch keine feststellbaren Probleme.
Aber danke für den Hinweis und nachträglich noch alles Gute im Neuen Jahr
Gerhard


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BeitragVerfasst: 02.01.2013, 14:27 
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**** SchienenDampfer
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Hallo Gerd,

danke, sehr guter Beitrag! Da auch ich ausschließlich Servos von Hitec mit Metallgetriebe und auch z. T. Servohörner aus Metall mit metallischen Verbindungsstangen/Kugelköpfen etc. verwende, kommen wohl diese Risiken auf mich zu. Gibt es bereits Erfahrungen hier im Forum, daß es zu Störungen und Ausfällen aufgrund der genannten Problematik kam?

Gruß,

Andreas


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BeitragVerfasst: 02.01.2013, 15:05 
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*** SchienenDampfer
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Hallo Gerhard / Andreas!
Beim Hitec HS82MG und auch beim fast gleich großen Blue Bird BMS380MG ist der Schluß nicht gleich zu messen. Auch nicht immer mit dem Isolationsmessgerät mit höherer Prüfspannung. Die Fettschmierung isoliert erstmal. Aber nur so lange bis die Last die Zähne soweit an einander drückt, daß das Fett zur Seite gedrückt und der Kontakt entsteht. Bei den kleineren BMS373MG und beim gleich großen Servo von ESU ist der Schluß sofort zu messen.
Ehrlich gesagt, auf so etwas Blödes muß man erstmal kommen :F02: . Ich denke, da wird mancher über irgendwelche seltsamen Fehler grübeln und im Leben nicht die wirkliche Ursache erkennen ::18. Da mag man gar nicht weiter darüber nachdenken, was da alles passieren kann. Aber jetzt, wo wir es wissen, können wir Derartiges von vornherein ausschließen.
@ Andreas, Die Störungen sind bei Dir vorprogramiert. Ist nur eine Zeitfrage. Daher besser jetzt abändern als später zerstörte oder angeblich defekte elektronische Bauelemente ersetzen, ohne zu wissen warum.
Gruß Gerd


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BeitragVerfasst: 02.01.2013, 18:44 
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* SchienenDampfer
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Hallo Gerd
Danke für den sehr interessanten Beitrag. Ich habe glaube ich zumindest verstanden was Du meinst. Aber was für Fehler oder Reaktionen treten den auf bei dieser Konstelation Metallarm und Metalgetriebe Servo?
Ich bin durch Zufall offenbar bei den glücklichen mit Plastikservoarmen und habe noch nie etwas derartiges erlebt.
Freundliche Grüsse :lol:
Georg

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BeitragVerfasst: 02.01.2013, 19:58 
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Inaktiv
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Hallo alle zusammen,

mein erster Gedanke ging sofort in Richtung Beleuchtung.
Wenn man die Lokomotive als Leiter benutzt und man fälschlicherweise nicht die Masse ans Gehäuse angeschlossen hat sondern den Pluspol, gibt es irgendwann einen "Kurzen".

Oder welcher Pol wird durch den Servo ans Gehäuse gebrückt?

Gruß
Sascha

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Als Eltern machen wir Fehler, keiner kann alles richtig machen,
es kommt nur darauf an, es mit viel Liebe falsch zu machen. Ø


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BeitragVerfasst: 02.01.2013, 20:35 
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*** SchienenDampfer
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Hallo Georg!
Der Istservo informiert über seinen Schleiferkontakt, der aufgrund dieses Fehlers an die Servoausgabe gelangt, die Elektronik über die tatsächliche Lage des Servo´s. Stimmt diese nicht mit der Vorgabe überein, wird nachgefahren. Gelangt dieser Anschluß nun ans Gehäuse o.Ä. des Modells, kann hier von außen falsche Ist-Informationen an die Elektronik gelangen, die die Elektronik dann auszugleichen versucht. D.h. der Servo macht die wildesten, undifinierbaren Bewegungen. Noch wilder dürfte es bei mehreren Servos im Modell werden, wo alle an der gleichen Stromversorgung hängen und die Istlageinformationen über das Modell zusammengemischt wird und der ganze Laden spielt verrückt. Da dieser Fehler bei den Servos BMS380MG und HS82MG nicht immer auftritt, kann es auch lange gut gehen bis das Tollhaus zuschlägt. Was da genau passiert entscheidet der Zufall.
Ich kann mir gut vorstellen daß der eine oder andere über seltsame Fehler am Modell verzweifelt. Das muß so eine Mischung aus Slapstick und "Verstehen Sie Spaß" in der Werkstatt mit Hang zum Suizid des Kandidaten sein. :SFR
Für mich heißt das; in dieser Größe (Micro) keine Servos mehr mit Metallgetrieben. Der BMS620MG (Normalgröße), den ich in meinen Schiffen verwende, ist anders aufgebaut, wo dieser Fehler nicht auftreten dürfte. Zu dumm, daß ich für weitere Akivitäten gerade 8 BMS373MG (Stück 12$) bestellt habe. Falls ich eine andere Lösung, außer weiterverkaufen, gefunden habe, werde ich berichten.
@ Sascha!
Solange Du nur die gleiche Stromversorgung nimmst wie die Servo, wirst Du es nur mit verrückt spielenden Servos zu tun haben. Da ich die Fernsteuerung über Schienenstrom angehe, halte ich das Lokgehäuse potentialfrei, da immer die Gefahr besteht daß Schienenstrom ans Gehäuse gelangt, z.B. Entgleisung. Liegt eine anderes Potential am Gehäuse ergibt das höchstwahrscheinlich ein elektronisches Schlachtfest.
Gruß Gerd


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BeitragVerfasst: 05.02.2013, 16:22 
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*** SchienenDampfer
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Hallo Freunde von Servometallgetrieben!
Ich habe bei den Bluebird Servos BMS373 und 380MG eine Lösung gefunden :L04: . Bei http://www.hobbyking.com/hobbyking/stor ... Parts.html bekommt man nicht nur alle Servotypen unheimlich günstig, sondern auch Zahnradsätze von Bluebird.
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Hier die Kunststoffsätze BMS20309 für den BMS380 und BMS20319 für den BMS373, beide je 1,44$.
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Hier ein geöffneter BMS373MG mit einem Kunststoffsatz. Hiervon brauchen wir nur das Zahnrad, welches auf der Potiwelle sitzt und wechseln es aus. Dieses ist an der größeren Bohrung leicht zu erkennen. Der Rest kann in die Bastelkiste. Schmieren nicht vergessen.
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Hier nochmal eine Ansicht auf ein Originalservo (rechts) und eine Umgebautes (links), wo das kritische Zahnrad durch ein Kunststoffzahnrad ersetzt ist. Die letzte Getriebestufe, die den größten Drehmoment überträgt, bleibt Metall. Nun ist bei 500V Prüfspannung kein Isofehler mehr feststellbar. Beim BMS380MG ist der Umbau genauso.
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Bei diesem älteren BMS380MG geht der Umbau nicht, da hier der Servokranz ohne Isolierbuchse auf die Potiwelle gepresst wurde.
Gruß Gerd


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