SchienenDampf.com

Die private Lounge für Echtdampf auf Spurweiten bis 3 1/2“ mit Schwerpunkt 45mm
Aktuelle Zeit: 11.12.2019, 15:14

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 40 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Trocken gefahrene Kessel
BeitragVerfasst: 01.10.2011, 09:08 
Offline
* SchienenDampfer
Benutzeravatar

Registriert: 02.01.2009, 16:14
Beiträge: 607
Wohnort: Eugendorf (AT)
Christian hat geschrieben:
Was passiert nun wirklich, wenn eine Lötstelle am Flammrohr undicht wird und man heizt die Lok erneut an?

Die Lok wird mehr oder weniger lecken und man wird keinen Druck im Kessel zusammenbringen - so wie das auch bei Kesselfraß durch Entzinkung der Fall ist - mehr passiert da nicht!


So ist es mir vor Jahren, damals auf der Aussenanlage der alten Lotus-Lok-Station in Ostermiething ergangen.

Den ganzen Tag hatte ich meine Regner-Lok in Betrieb, fahren, abkühlen lassen, neu mit Gas, Wasser und Dampföl befüllen und das alles mehrmals hintereinander.

Bei der letzten Fahrt bemerkte ich wohl nicht den schon sehr niedrigen Wasserstand, hatte damals auch noch keine Wassernachspeisung mit der Pumpflasche. Ausserdem blieb die Lok auf der weitläufigen Anlage ziemlich entfernt von mir auf der Strecke liegen, eine Fernsteuerung hatte ich damals schon.

Habe mir nicht viel dabei gedacht und die Lok nach dem Abkühlen und Befüllen mit Betriebsstoffen wieder angeheizt. Als der Druck im Kessel dann minimal stieg stand die Maschine plötzlich in einer grossen Wasserpfütze. :F01:

Also war anscheinend der Wasserstand bei der letzten Fahrt doch zu niedrig, oder gar kein Wasser mehr im Kessel. Der Brenner hat noch auf die Quersiederohre im Flammrohr geheizt und somit die Lötnaht eines Quersieders aufgelötet.

Den Kessel habe ich dann an Regner gesandt, der ihn mir kulanterweise nachgelötet und nach Sandstrahlen wieder lackiert und -kostenlos- repariert zurücksandte. Der Kessel läuft heute noch noch.

Soviel zu meinen Erfahrungen in punkto "Trockenfahren". Sollte mir hoffentlich nie wieder passieren.

Tockenen Gruß, Gerald :wink:

_________________
Zwisch'n Soizburg und Bod Ischl ....


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Trocken gefahrene Kessel
BeitragVerfasst: 01.10.2011, 10:05 
Florian hat geschrieben:
Hallo Marco

Was genau ist denn passiert..? (also was heisst "glimpflich verlaufener Kesselzerknall"?)

Gruss Florian



Hallo Florian,

ich bin zwar nicht Marco aber dessen Frau. Mein Mann war gerade mit der 80er auf der Strecke aber nicht weit weg. Er hörte den Knall auch und kam dann zu mir.

Also ich befand mich nur ca. 2m neben der Stelle an der es passiert ist. Es handelte sich um 2 Männer, deren 5"Lok auf dem Abrüst - Gleis mit einem ordentlichen Knall (ich habe mich echt erschrocken und in der Halle herrschte schon eine Grundlautstärke!!!) in die Luft katapultiert wurde und dann wieder auf den Rädern aufkam. Die Feuerbuchsdecke dürfte aufgerissen sein. Der eine Mann befand sich sogar unmittelbar direkt neben der Lok. Glück war das der Kessel nach unten aufgerissen ist. Die besagten Männer standen geschockt dann da und wussten wohl auch nicht so recht was sie machen sollten. Ab da an konnten sie nur noch von der Reservebank den anderen beim fahren zusehen.

Ich habe also schon am eigenen Leib erfahren wie sowas ausgehen kann und bin glücklicherweise ohne Schaden davon gekommen. Kann nur sagen, dass mir der Tipp am Anfang des Treads als Anfängerin nutzt. Mir ist auch eingeschärft worden immer akribisch auf den Wasserstand zu achten,so sehr, dass ich gar nicht gefragt habe was wäre wenn. Es ist daher auch gut zu wissen was man im NOTFALL tun kann.

Ich sehe das so, als wenn Feuer ausbricht, man weiß im Vorfeld wie man so was tunlichst zu vermeiden hat, aber wenn’s passiert, dann ist man froh, wenn man weiß was zu tun ist.

Beste Grüße,

Rabea


Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Trocken gefahrene Kessel
BeitragVerfasst: 01.10.2011, 18:17 
Offline
* SchienenDampfer
Benutzeravatar

Registriert: 13.02.2010, 14:30
Beiträge: 340
Wohnort: Zürich (CH)
Christian hat geschrieben:

Da die Lötnähte keinen Schaden genommen hatten, gab es keine Spuren danach. Eine Kesselprüfung nach so einem Vorfall schaut bei mir so aus:

1. wird das Sicherheitsventil abgeschraubt
2. wird der Kessel durch die Öffnung plattvoll mit Wasser befüllt
3. wird statt dem Sicherheitsventil eine Schraube dicht eingedreht
4. wird mit der Regner Nachspeiseflasche über das Nachspeiseventil der Druck im Kessel auf gut 6 bar gebracht - da genügen 1 bis 2 Pumpenzüge
5. wird der Kessel eine Weile stehen gelassen, um zu sehen ob nicht doch langsam Druck verloren geht.
6. Ist alles in Ordung, wird die Lok aufgebockt angeheizt und beobachtet, ob alles dicht bleibt, denn manche porösen Lötstellen werden erst durch Wärme undicht.

Ist jetzt noch immer alles in Ordnung, kann die Lok nach relativ kurzer Zeit wieder auf Strecke gehen :wink:

vlg, Christian


Hallo Christian

Danke für deine Antwort. Deine Auflistung wie du den Kessel kontrolliert hast erscheint mir ebenso wichtig wie deine im ersten Beitrag beschriebenen Massnahmen wenn's passiert ist (das Trockenheizen).
Ich denke der oben beschriebene Vorgang kann jeder zuhause mit der vorhandenen oder leicht zu beschaffenden Ausrüstung nachvolziehen. Es braucht dafür weder eine teure Ausrüstung noch spezielle Gerätschaften.
Besonders diese zwei Punkte:
Christian hat geschrieben:
4. wird mit der Regner Nachspeiseflasche über das Nachspeiseventil der Druck im Kessel auf gut 6 bar gebracht - da genügen 1 bis 2 Pumpenzüge
5. wird der Kessel eine Weile stehen gelassen, um zu sehen ob nicht doch langsam Druck verloren geht.

Haben zumindest mir die Erkenntnis gebracht dass es mit vorhandenen Gerätschaften eigentlich ganz problemlos machbar ist den Kessel zu kontrollieren. So einfach dass ich in Zukunft meine Kessel auch so hin und wieder kontrollieren werde (z.B. vor der Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen). Danke für den Tip mit der Nachspeiseflasche.

_________________
Grüsse
Beat


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Trocken gefahrene Kessel
BeitragVerfasst: 01.10.2011, 18:43 
Offline
**** SchienenDampfer
Benutzeravatar

Registriert: 12.11.2008, 04:23
Beiträge: 2182
Wohnort: Budapest (HU)
Hallo Kollege!

Eine kleine Teile vom Regner Katalog:

Bild

Gruß
Pál


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 40 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3, 4

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

0 Mitglieder


Ähnliche Beiträge

Warum sind die Kessel aus Kupfer?
Forum: Fragen, Tipps und Tricks
Autor: MechanikerMeister
Antworten: 8
Sensor zur Messung des Füllstandes im Kessel
Forum: Elektrik
Autor: pappde
Antworten: 1
Keramik-Brenner für Riverdale-Kessel
Forum: Kohlebefeuert
Autor: AsJ17
Antworten: 29
Mein Brenner, Kessel heult was tun?
Forum: Allgemeine Fragen und Antworten
Autor: Thomas
Antworten: 21

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron



Hosted by iphpbb3.com

Impressum | Datenschutz