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BeitragVerfasst: 14.03.2014, 11:58 
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SchienenDampfer
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Hallo, Christoph, hallo Steffen,

wenn der nötige Maschinenpark vorhanden ist, (ordentliche Fräse, Teilapparat, Aufspannvorrichtung), dann ist die Fertigung von Lok-Rädern auch ohne CAD/CAM machbar.
Zum Zeitaufwand z.B. Treibrad für eine BR01 vom Rohmaterial, bei mir Flachmaterial bis zum fertigen Rad brauche ich ca. 6Stunden. (habe die Zeit noch nie exakt festgehalten). Aber bei mir ist der Weg zur Lok das Ziel. Und ein selbstgefertigtes Rad dann in Händen zu haben, ist für mich einfach was schönes. Hinzu kommen die Kosten pro Rad, die liegen bei ca. 10 EURO inkl. alles in allem.
Derzeit fertige ich wieder Räder. Wenn sich jemand ernsthaft für die Art der Herstellung interessiert, bin ich gerne bereit, eine genaue Anleitung hier ein zu stellen.

Mit besten Grüßen

günter


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BeitragVerfasst: 18.03.2014, 07:37 
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Hallo Günter,

ich möchte mich (als nicht-Metall-Profi) auch mal an diese Arbeit heranwagen ... daher fände ich es toll, wenn Du eine Anleitung einstellen könntest!


Vielen Dank schon mal und viele Grüße,
Stefan

_________________
... der mit der blauen EKB :)


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BeitragVerfasst: 18.03.2014, 08:03 
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Hallo Günter!
Auch mich begeister Deine Arbeit, vor allem wenn man sieht mit welchen Mitteln.
Habe auch eine einfache Fräse von Proxon, und die kleinste Drehe von Erba.
Möchte gerne auch Räder selbst anfertigen.
Bitte um fortsetzung Deines Beitrags.
Mit welchen Rundtisch arbeitest du?

Mfg Franz


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BeitragVerfasst: 18.03.2014, 18:43 
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Hallo Günter
Toll :B wie Du Räder machst ich werde mich nicht an diese Arbeit trauen den irgendwo gegen Ende würde ich sicher mit dem Fräser daneben hauen passiert Dir das auch?
Freundliche Grüsse :lol:
Georg

_________________
Ein Dampfmodell lebt
http://www.youtube.com/channel/UCwj9ecb2BeW_bWSSw-AhsZQ


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BeitragVerfasst: 19.03.2014, 17:12 
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Hallo, Ihr "Radbauinteressierte"
am kommenden Wochenende hoffe ich Zeit zu haben, um einen ausführlichen Bericht hier ein zu stellen.
Bis dann
günter


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BeitragVerfasst: 23.03.2014, 11:49 
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SchienenDampfer
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Eine Gruß an alle, die sich dafür interssieren, wie ich meine Räder gefertigt habe.
Grob aufgezeigt habe ich dies bereits hier, auf Wunsch folgt nun eine detailierte Beschreibung (in Stichworten), wie ich bei der Räderfertigung für meine BR01 vorgegangen bin.
Vorhandene Hilfsmittel: Drehbank Proxxon PD400, Fräse Proxxon FF250, Teilaparat sowie selbst angefertigte Hilfsvorrichtungen.
Plan gezeichnet (Becker CAD7)Bild
Rohling gemäß Plan auf der Drehmaschine gedreht. Grundmaterial Messing Flachstange 10x70mm.

Bild
Um das Rad (Rohling) auf dem Teilapparat befestigen zu können, wurde aus einem Alu-Block die Vorrichtung angefertigt. (Kann auch für andere Arbeiten verwendet werden)

Bild

Bild
Herstellen der Kontur am Kurbelzapfen ist auf der Drehmaschine nicht machbar, deshalb gefräst.
Bild

Bild

Rundung am Kurbelzapfen fräsen; Umsetzen des Rades, sodass Kurbelzapfen auf Mitte ist.Bild

Bild

Rad gefräst aber noch ohne Speichen.Bild

Zentrieren des Rades, sehr wichtig für das Fräsen der Speichen!Bild

Ausrichten des Rades, hier die Linie Achsbohrung, Kurbelzapfen am Teilapparat 0Grad, fräsen in X-Richtung.
Man beachte die Späneabsaugung. (Am Ende des Rörchens ist ein Staubsauge Jahrgang 1957!!)
Bild

Bild

Fräsen: Fräser 1,5mm; Ausrichten auf 0 Grad[img]http://img.schienendampf.com/forumimages/2014/440
/440_2014032313_dscn3830.jpg[/img]


Bild

Bild

Fräsen beginnen: Rad um 9Grad drehen, Fräser ist jetzt auf Mitte der künftigen Speiche, Y-Achse um Minus 1,5mm verschieben, fräsen. (Geringer Vorschub, Tiefe 0,3mm) dann, Y-Achse auf Plus 1,5mm, andere Flanke der Speiche fräsen.
Wenn dieser Schritt fertig, Y-Achse auf 0mm, Rad um 18Grad drehen, und wieder das gleiche Spiel.
Wichtig, mindestens bei den ersten Rädern einen Arbeitsplan erstellen. (Bei den Rädern für meine BR80 mußte ich 9 Stück fertigen um 6 Stück zu haben!!
Wenn alle Speichen gefräst, diese auf der Vorderseite runden. 240er Schmirgelleinen.Bild

Wenn alle Arbeitsschritte erfolgreich waren, dann sieht das Ergebnis so aus.Bild

Nachtrag: Die Ausgleichsgewichte aus MS-Blech ausgefräst, mit 1mm Cu-Nieten befestigt und weich angelötet.
Das Räderanfertigen ist schon eine aufwendige Angelegenheit. Wenn man aber, wie ich, möglichst alles selber machen will, dann ist auch diese Arbeit machbar. Auch ist zu bedenken, dass bei Gussrädern auch noch eine Menge Arbeit ansteht, bis diese fertig zum Einbau sind. Von den Kosten ganz zu schweigen.
So, das wars für heute.
Fragen beantworte ich gerne.

Beste Grüße

günter


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BeitragVerfasst: 23.03.2014, 20:48 
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Wohnort: Krenglbach (A)
Hallo Günter,
Den Beitrag von deiner Räderfertigung ist super beschrieben, war mir eine Große Hilfe für die Zukunft
wenn ich es auch mal selber versuche.
Nur mit meiner kleinem Fräsmaschine (Proxon MF70) werde ich wahrscheinlich nicht glücklich werden da muss ich mich wohl oder übel um eine andere umschauen müssen.

Grüße Friedrich :lol:


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BeitragVerfasst: 24.04.2014, 08:30 
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SchienenDampfer
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Beiträge: 463
Wohnort: Aargau (CH)
Hallo Günther,

eine schöne Arbeit sehe ich da, in Menge und Ausführung. Ich fertige mir Giessmodelle und lasse sie giessen in Gg. Gibt viel Arbeit, das stimmt. Aber die Adhäsion und Masshaltigkeit sind schon besser.
Aber trotzdem für diese Arbeit hast Du meinen grössten Respekt.

da


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