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 Betreff des Beitrags: Meine Variante zur Räderfertigung
BeitragVerfasst: 20.10.2009, 20:27 
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SchienenDampfer
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Hallo allerseits,

ich möchte mal meine Variante der Räderfertigung vorstellen, aber auch gleich dazu sagen, daß ich mit einem kleinen CNC-Bearbeitungszentrum arbeite.
Ich habe meine Konstruktion und CNC-Programmierung an einem Alu-Teil getestet. Das Radprofil ist nur angedeutet, da ich noch auf die Lieferung des speziell geschliffenen Profilfräsers warte.
Die ganze theoretische Vorbereitung einschließlich Programmeinrichtung hat etwa 4 Stunden gedauert, die Fräs-Bearbeitung braucht zur Zeit etwa 12 Minuten. Wenn dann alles fertig ist, hat man dann aber auch alle Räder genau gleich.

Aus einem quadratischen Zuschnitt werden das Radprofil, der Radkörper mit Ausgleichgewicht und der Ausprägung für den Kurbelbolzen gefräst. Bei einem Durchmesser von 38mm werden die Aufräsungen im Radstern natürlich ziemlich klein. Diese sind nur mit einem 2mm-Fräser zu machen. Auch die Bohrungen für Achse und Kurbelbolzen werden in der gleichen Aufspannung gebohrt. Das hat natürlich den Vorteil, daß Lauffläche und die Bohrungen zueinander exakt rechtwinklig stimmen.
Nach der Fräsbearbeitung bleiben etwa 2,5mm Restmaterial an der Rückseite stehen, die dann problemlos auf der Drehmaschine abgedreht werden. Dazu benutze ich einen sogenannten Drehdorn (DIN 523). Das sind ganz schwach konische Dorne, auf die das Rad aufgedrückt wird. Diese Dorne gibt es für die Passung H7, aber auch andere. Dazu ist es erforderlich, die Achsbohrung entsprechend zu fertigen. Es sind auch nur kleine Späne möglich, es wird aber sehr genau.

Bild

Das Licht in der Werkstatt war nicht das beste.

Ich werde für die Mallet die Räder aus Messing fertigen und diese vernickeln. Soviel fahre ich nicht, daß unbedingt Edelstahlradreifen sein müssen.
So, nun aber bitte nicht mit dem Finger zeigen wegen meiner Möglichkeiten. Ich kenne genügend Modellbauer, die auch mit kleinen, konventionellen Maschinen ausgezeichnete Modelle bauen.

Viele Grüße
Michael


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BeitragVerfasst: 21.10.2009, 04:46 
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**** SchienenDampfer
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Hallo Michael!

Sieht seheeer schön aus! :B :B :B
Mit welchen Programme, und welche Maschine arbeitest Du?

Gruß
Pál

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BeitragVerfasst: 21.10.2009, 19:11 
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*** Moderator
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Hallo Michael!

:BT ... :TOP :TOP :TOP

Kannst Du uns eimal Dein kleines CNC-Bearbeitungszentrum vorstellen? :lol:

vlg, Christian

_________________
:serv Habe die Ehre!


Angst essen Seele auf
Rainer Werner Fassbinder


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BeitragVerfasst: 21.10.2009, 21:48 
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SchienenDampfer
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Hallo Pal, hallo Christian,

ich mache die Konstruktionen mit SOLID EDGE V19, meine Maschine ist eine FEHLMANN Piccomax 55 CNC 2/3 mit 4.Achse und Steuerung Heidenhain TNC 426b.
Verfahrwege X 500mm, Y 255mm Z 160 mm Verfahrweg Maschinenkopf 500mm
Vorschubgeschwindigkeit 1-11000 mm/min
Maschinendrehzahl 9000U/min, Positioniergenauigkeit der X- und Y-Achse 0,005mm, Z-Achse 0,01mm
Damit muß ich nicht mehr allzulange mein Geld verdienen, ab Mitte nächsten Jahres werde ich nur noch dazuverdienen.

Viele Grüße

Michael


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BeitragVerfasst: 22.10.2009, 07:01 
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**** SchienenDampfer
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Hallo Michael!

Schone Maschine!


(http://www.fehlmann.com/de/produkte/fra ... index.html)

Gruß
Pál

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BeitragVerfasst: 22.10.2009, 07:54 
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Guten Morgen Pal,

kleine Korrektur, das ist nicht meine Maschine. Bei Fehlmann ist meine Ausführung durch eine neuere mit HSC-Bearbeitung ersetzt (P 60). Ich stelle Dir mal ein eigenes Bild ein.

Bild

Bild

Ich kann die Maschine normal als CNC-Maschine nutzen, d.h., es werden alle 3 Achsen gesteuert (oder 4, wenn die zusätzliche CNC-Drehachse aufgebaut ist). Ich kann aber auch im 2-Achsbetrieb arbeiten, also wie eine normale Bohrmaschine, ich muß nur die Koordinaten eingeben und kann dann Bohren oder Gewindeschneiden. Das ist für meine Einzelteil- und Kleinserienfertigung ein sehr großer Vorteil.

Viele Grüße
Michael


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BeitragVerfasst: 22.10.2009, 09:14 
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**** SchienenDampfer
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Hallo Michael!
Du solltest entschuldigen!
Ich möchte nicht den Typ (habe keine 55 gefunden), sondern nur den Charakter kennen und zeigen!
Gruß
Pál

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BeitragVerfasst: 09.04.2012, 14:49 
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Guten Tag,

für alle, die Räder selbt anfertigen oder anfertigen wollen, hier meine Variante, die, zugegeben, nicht auf meinem Mist gewachsen ist, sondern dem Buch "Tips für die Werkstatt und zum Selberbauen" Autor Dietmar M. Carsten entnommen wurde.
Zur Bearbeitung stehen mir eine Drehmaschine Proxon PD400 und eine Fräse Proxon FRF250 zur Verfügung.

Nun eine Kurzbeschreibung am Beispiel der Räder für die BR80:
Rad aus entsprechendem Material, hier MS, auf der Drehmaschiene wie notwendig bearbeiten.
Rohling anschließend auf der Fräse mit Teilaparat bearbeiten. Für das Ausfräsen der Speichen habe ich mir einen genauen Arbeitsplan erstellt, um mögliche Fehler zu minimieren. Dann habe ich die Speichen, d.h. die Zwischenräume zwischen den Speichen herausgefräßt, 1,5mm Fräser. Anschließend habe ich die Speichen mit Schmirgelleinen "gerundet.

Bild
Mein Bearbeitungszentrum

Bild
Rad für BR01 in Bearbeitung

Für die Anfertigung der Räder für die BR01 habe ich die gleiche Vorgehensweise gewählt, habe jedoch als Ausgangsmaterial kein Rundmaterial verwendet, da das Abstechen einer Schwiebe mit 63mm Durchmesser nicht einfach ist.
Deshalb bin ich einen anderen Weg gegangen. Ich habe mit MS Flachmaterial in der nötigen Größe beschafft, hier 8 x 70mm, habe daraus quadratische Stücke ausgesägt, zentrisch in dieses Quadrat ein Loch (4mm) gebohrt, die Schiebe auf ein Reststück Rundmessing (40mm) geschraubt und zusätzlich weich verlötet.
Aus diesem quadratischen Stück Messing habe ich auf der Drehmaschine den Radrohling gedreht, danach wieder vom Rundmessing getrennt und, wie schon beschrieben, bearbeitet.
Für das ganze Prozedere habe ich einen Plan gezeichnet und auch wieder eine Anleitung für die einzelnen Arbeitsschritte geschrieben.
Bild
Das Ergebnis war und ist für mich befriedigend. Der Zeitaufwand ist mit dieser Herstellungsart nicht unerheblich. Für ein Rad der BR01 habe ich alles in allem ca. 4Stunden aufgewendet.
Das Ergebnis der Arbeit entschädigt für den Aufwand.

Bild

Bild

Bild

Mit meinem Beitrag möchte ich zeigen und anregen, wie es auch ohne Hitech geht.

Mit bestem Gruß

günter


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BeitragVerfasst: 09.04.2012, 16:04 
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**** SchienenDampfer
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Beiträge: 2125
Wohnort: Budapest (H)
Hallo Günter!

Ich gebe Dir 10 Punkt für Deiner Räder!
:B :TOP Gratuliere :TOP :B

Gruß
Pál


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BeitragVerfasst: 11.04.2012, 14:19 
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SchienenDampfer
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Wohnort: Aalen (D)
Hallo Günter,
auch ich finde, dass die Räder sehr gut aussehen!
Für die Vielfahrer ist es aber empfehlenswert eine Lauffläche aus Grauguss oder Stahl aufzupressen oder zu kleben, für die Radsterne kann man ruhig Messing nehmen.
Mit Grauguss habe ich sehr gute Erfahrungen an der 71 gemacht, die die letzten 4 Jahre nicht gerade zimperlich behandelt wurde.
Gruß Janosch

_________________
Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht immer noch schneller als der, der ohne Ziel herumirrt (Gotthold Ephraim Lessing)


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BeitragVerfasst: 13.03.2014, 23:13 
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Inaktiv
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Registriert: 28.09.2013, 12:53
Beiträge: 4
Wohnort: Kandern (D)
Sehr beeindruckend die Räder. Absolut top.

Darf man fragen wie viel Zeit zur Herstellung ein Rad erfordert?

Viele Grüsse

Christoph

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Grüsse

Christoph


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BeitragVerfasst: 14.03.2014, 07:27 
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SchienenDampfer
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Registriert: 23.07.2013, 08:53
Beiträge: 115
Wohnort: Borkum (D)
Hallo Günter,

vielen Dank für Deine perfekte Beschreibung!

Ich weis nicht, ob ich mich an so eine Arbeit herantrauen würde...
...aber nach Deiner Beschreibung scheint es machbar zu sein.
Wichtig für mich ist auch die Ermahnung, sich vorher einen genauen Ablaufplan zu machen.

Tolle Arbeit!

Grüße von
Steffen

_________________
"Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, wo kämen wir hin und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen!" Kurt Marti


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