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 Betreff des Beitrags: Ausgeschlagene Fahrwerke
BeitragVerfasst: 04.01.2015, 00:26 
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* SchienenDampfer
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Hallo zusammen,

aktuell habe ich meine NWE21, die schon eine Weile nicht mehr betriebsfähig ist, in Arbeit.
Der Grund für die nicht Betriebsfähigkeit ist ein "ausgelutschtes" Fahrwerk, in dem so großes Spiel ist das es zu Verklemmen kommt. Die Zylinder sind nach Begutachtung noch einwandfrei. Die Lok war von 1999 bis 2010 im harten Einsatz und hat mir immer viel Freude beim Fahren bereitet.
6% Steigung mit hohen Anhängelasten hätte so manche Serienlok über die Zeit nicht durchgehalten.

Damit ich wieder fahren kann ist nun eine Fahrwerks HU fällig. Hierbei wird wenn möglich mit DU Büchsen ausgebüchst. Es gibt aber auch Stellen an denen ich die ganze Lok hätte zerlegen müssen um das Spiel durch Aufbohren und Ausbuchsen wieder auf ein richtiges Maß zu bringen. Ich weiss nicht ob es hier in der SDL schon mal betrachtet wurde. Aber ich habe das so ausgeführt:

Die Welle die Spiel hat wird an den Lagerstellen mit Einstichen (ca 0,3mm tief) freigedreht.

Bild

Nun wird aus einem harten Kunststoff ( hatte ich im Materiallager und kann aber nicht dagen was es ist, verm. POM) eine Hülse gedreht. Dabei kommt es nicht auf die Durchmesser an! Ich habe die Bohrung 0,5mm kleiner gewählt als den Durchmesser des Einstiches. Dann aussen Überdrehen bis die Wandstärke der Einstichtiefe + 1/2 Gesamtspiel der Welle in der Bohrung entspricht.
Hülse abstechen und mit dem Cuttermesser schlitzen. Dann Kunststoff auf die Welle clipsen.

Bild

Ich habe jede Seite getrennt voneinander sauber eingepasst. Teilweise noch etwas mit feinen Schmirgelleinen in einer Dummiwelle mit gleichem Einstich quer etwas eingeschliffen.
Die nun aufgearbeitete Welle ist die zentrale Umsteuerwelle die auch die Kräfte der Schwinge aufnimmt.

Bild

Nun passt die Welle wieder spielfrei. Denn der Kunststoff hat den Vorteil das die Welle mit etwas Vorspannung verbaut werden kann. Ein Tröpfchen Öl und die Welle läuft perfekt.

Ich denke den Tipp kann man gerade bei älteren Modellen brauchen. Die Lok ist damals ohne CNC entstanden. Das eine oder andere würde ich heute anders machen. Aber es macht Spaß meine NWE 21 wieder flott für die nächsten Jahre zu machen.

Beste Grüße,

Marco

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Zuletzt geändert von flachschieber am 04.01.2015, 00:51, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ausgeschlagene Fahrwerke
BeitragVerfasst: 04.01.2015, 00:44 
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* SchienenDampfer
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Hallo zusammer,

die Treib- und Kuppelstangen haben durch Belastung Langlöcher. Diese wieder korrekt aufzubohren und auszubüchsen würde schief gehen. Neue wollte ich wegen dem "Handmade style" des Modelles nicht neue mit CNC fräsen.

Deswegen werden die Bohrungen in Kuppelstangen auf der CNC Fräse neu ausgefräst und dann ausgerieben. Dannach passen die Abstände wieder 100%ig.

Bild

Nun können abgedrehte DU-Buchsen eingepresst werden und die Stangen sind wieder fertig zum Einbau.

Beste Grüße,

Marco

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 Betreff des Beitrags: Re: Ausgeschlagene Fahrwerke
BeitragVerfasst: 08.01.2015, 03:18 
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* SchienenDampfer
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Hallo zusammen,

habe fertig:

Bild

Läuft super und alles Schlagen und Klappern ist weg. Pünklich zum Hallendampftreffen 2015 ist somit NWE 21 wieder betriebsfähig. Ich freu mich auf 3 Tage Volldampf mit NWE 21.
Wer am Wochenede nach Karlsruhe kommt kann sich die Lok mal live und in Aktion ansehen.

Beste Grüße,

Marco

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 Betreff des Beitrags: Re: Ausgeschlagene Fahrwerke
BeitragVerfasst: 12.01.2015, 22:08 
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*** SchienenDampfer
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Hallo Marco,

schön, dass deine Lok wieder fährt, danke für's Zeigen deiner Reparaturmethode! Sehe ich das richtig, dass es sich hier um die Welle handelt, über die die Schwinge gehoben oder gesenkt wird?

Bild

Mich wundert, dass es an dieser Welle zu so viel Verschleiß kommt. Sie wird doch nur beim Umsteuern bewegt, oder?

Viele Grüße
Arne


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 Betreff des Beitrags: Re: Ausgeschlagene Fahrwerke
BeitragVerfasst: 12.01.2015, 22:53 
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* SchienenDampfer
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Hallo Arne,

die Welle dient sowohl der Umsteuerung als auch der Schwingenlagerung. Besonders bei Rückwärtsfahrt bekommt diese Kräfte ab. Dann lief Messing auf Messing was nicht die beste Werkstoffpaarung ist. In Summe Faktoren die mit der Zeit zu Spiel führen.

Beste Grüße,

Marco

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