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 Betreff des Beitrags: Meine Mamod und ihr zweites Leben
BeitragVerfasst: 04.10.2018, 17:30 
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* SchienenDampfer
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Hallo an alle "Dampfabhängigen",

vielleicht vorweg, ich weiß, dass es schon viele Berichte zum Tuning von den kleinen Mamod-Dampfern gibt, aber ich möchte trotzdem einen extra Beitag daraus machen, weil ich teilweise andere bzw. eigene Wege beim Umbau der Lok gehe.
Natürlich verwende ich allerdings auch einige Tuningteile einschlägiger Hersteller, wie z.B. die Zylinder von Dreamsteam.
Ich wollte die Lok an meine Bedürfnisse und Wünsche anpassen und so wollte/musste ich beim Umbau einige Dinge anders machen, so auch bei der Umspurung, zwecks elektrischer Isolation.
Die kleinen Loks von der Insel haben es mir irgendwie angetan und so wollte ich dann auch unbedingt eine haben und umbauen. Mir gefiel schnell die Idee, aus ihr eine Schlepptenderlok zu machen und dort den Gastank+Technik unterzubringen. Inspiriert haben mich dabei die Loks von Peter Jones und die des Herrn mit den bekannten Chuffern aus Großbritanien, welcher auch eine Schlepptender-Mamod hat.
Ich finde durch den Schlepptender wirkt die Lok auch auf 45mm etwas größer und die beite Spurweite fällt nicht so ins Gewicht.
Den Schlepptender möchte ich selber bauen, einfach weil es Spaß macht ihn selbst zu entwickeln und herzustellen...hoffe ich zumindest :BT . Er soll dadurch aber auch zugeschnitten auf meine persönlichen Anforderungen sein.
Aber nun genug Vorgerede...

Meine Mamod habe ich in der bekannten Bucht ersteigert und kam sogar direkt aus England zur heimischen Kleinbahn. Auf einem Bahnhof mit Regelspuranschluss wurde die Lok umgeladen und mit einem dreiachsigen Schwerlasttransportwagen zur Kleinbahnwerkstatt gebracht, denn sie hat noch 32mm Spurweite.

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Mitten in der Nacht kam der Zug dann endlich an.

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Die Lok wurde anschließend abgeladen und erstmal in einem "Seitenlokschuppen" abgestellt, bis zum Beginn ihrer Aufarbeitung.
Sie soll dann mit Ihrem Schlepptender passende Feldbahnzüge bespannen.

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Angefangen hat dann alles im Juni mit den Radsätzen. Wenn ich Zuhause oder bei meinen Freunden auf der Gartenbahn fahre, bin ich meißt der einzige Echtdampfer und so müssen alle meine Loks "Schienenstromverträglich" sein, also isolierte Radsätze haben. Da ich so etwas für Mamods aber noch nicht gesehen hab, wollte ich selbst Radsätze anfertigen bzw. das Vorhandene Umbauen.
Die Methode dazu ist im Prinzip auch die Gängigste, der Radreifen wird mit Loctite (Welle/Narbe) auf einen Radkörper geklebt um so dazwischen die elektr. Isolation zu erhalten.
Ich habe dies zum ersten Mal gebaut und war gespannt ob es funktioniert (vorher habe ich nochmal fleisig Berichte darüber hier im Forum gelesen :pff: )

Als Radreifen nahm ich welche mit 30mm Durchmesser einer LGB Lok, die ich als gebrauchte Ersatzteile gekauft hab. Die Kunststoffradsterne hab ich erstmal grob rausgefräst, um die Radreifen später innen auf ein passendes Maß auszudrehen. Die Originalradsätze hab ich umgearbeitet und zu den passenden Radkörpern außen überdreht. Auf dem Bild sind in etwa die verschiedenen Stadien zu sehen.

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Als erstes wurden die Räder auf der Lauffläche gespannt und die Achsbohrungen mit einer 8H7 Passung versehen (Reibahle).
Dann habe ich mir einen Spannzapfen für die Räder angefertigt, der nicht ausgespannt werden durfte bis alle vier Radscheiben überdreht waren, wegen des Rundlaufes. Der Spannzapfen hatte ebenfals einen Passsitz, den ich allerdings nach keiner bestimmten Toleranzklasse gefertigt habe, sondern so, dass man die Räder von Hand aufpressen konnte, sie aber einen festen (oder vielleicht könnte man auch "satten" Sitz sagen) haben...also fast eine Übergangspassung. Gespannt wurden die Räder dann mit einer Schraube. Der Rundlauf war erstaunlich gut und genügte für mich.
Abgedreht wurden die Räder dann auf 27 mm.

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Die LGB Radreifen aus verchromten Messing habe ich dann mit einem Innenmaß von 27,20 mm innen ausgedreht, um beim Verkleben ringsherum einen Klebespalt von 0,10 mm zu haben. Die Radreifen ließen sich gut bearbeiten, bin mir nicht sicher, ob sie innen vorher überhaut verchromt waren. Zum inneren Ausdrehen hatte ich keinen Innendrehmeißel, so wurde kurzerhand ein kleiner linker Drehmeißel angepasst. Bei moderater Drehzahl und langsamen "händischen" Vorschub ließ sich eine gute Oberflächengüte zum verkleben erreichen.

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Die restlichen, drei fertigen Radreifen und eine Probe-Radscheibe.

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Die Radkörper selber sind zu schmal, um dort eine Madenschraube zum klemmen auf der Radsatzwelle unterzubringen (ca. 5 mm breite). Mir erschien das zumindest nicht stabil genug. Deshalb wurde in die 8H7 Bohrung eine Bundbuchse eingeklebt, die gleich mehrere Aufgaben erfüllt: Durch den Bund ist eine rechtwinklige Anlage an die Radscheibe gegeben, der breitere Teil nimmt die Klemmschraube für die Radsatzwelle auf und die Länge der Buchse ist so bemessen, dass die Distanz zu den Rahmenwangen für 45 mm Spurweite gegeben ist (also Distanzhalter).
Die Radsatzwelle hat dann 4 mm Durchmesser.

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Die Einzelteile vom Verdrängungsöler.

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Die Radsatzlager vom Tender, er soll gefedert werden. Um den Rollwiderstand vom Schlepptender so gering wie möglich zu halten, sollen die Achsen Kugelgelagert werden. Dazu habe ich die Lager aufgebohrt und mit einer 6H7 Reibahle gerieben (passend zum Außendurchmesser der Kugellager)
Mehr bilder vom Tender folgen noch.

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Die ersten Anfänge vom Kessel. Ich hätte gern einen Kupferkessel gebaut, habe aber kein Rohr mit passendem Druchmesser auftreiben können und so doch in Messing gebaut.

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Versuche mit einem selbstgekümpelten Deckel.

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Auf den letzten drei Bildern sind die Teile der Umsteuerung zu sehen. Ich wollte die Umsteuerung unbedingt mit RC bedienen können, aber so unsichtbar wie möglich machen, so bin ich auf diese Idee gekommen mit dem "Schwenkblech".
Weitere Detailbilder von der Umsteuerung, den Radsätzen und dem fertigen Kessel folgen noch. Einige Eckdaten vom Kessel habe ich trotzdem schon mal: Seitlicher Wasserstand, T-Verteiler für Dampfregeler und Manometer, Pfeife vor dem Führerhaus und Sicherheitsventil im Dampfdom.

So das war erstmal der erste Schwung Bilder, ich hoffe ihr könnt meinem Projekt etwas abgewinnen und vielleicht kann ich ja dem Ein oder Anderen etwas Mut machen für seine Mamod in Verbindung mit all diesen Funktionen. Mich reizt es zumindest so viel in die Lok einzubauen und viel von außen über RC steuern zu können.

Liebe Grüße
Christoph

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BeitragVerfasst: 04.10.2018, 18:19 
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SchienenDampfer
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Hallo Christoph,

wow! Da gehts richtig zur Sache, gefällt mir! :TOP :TOP :TOP
Bin schon auf die weiteren Berichte gespannt, vor allem wie du die RC Anlage verbaust.
Frohes schaffen und gutes gelingen :B

_________________
Grüße Holger

Ohne Heu kann das beste Pferd nicht furzen :Q :Q :Q


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BeitragVerfasst: 04.10.2018, 18:40 
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* SchienenDampfer
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Vielen Dank Holger,
ich hab noch nicht von allen Details und Bauteilen Bilder gemacht vor lauter "Bauwahnsinn" .
Ich hab allerdings auch etwas geknobelt bis ich die Umsteuerung so weit hatte oder den Einbauort für den Dampfregler, um nicht zu sagen: auch über Umwege kommt man zum Ziel :GR :lol:

Grüße
Christoph

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BeitragVerfasst: 04.10.2018, 22:06 
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* SchienenDampfer
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Hallo Christoph,

gut, dass mir das jemand vormacht, mit den Rädern. Das steht bei mir auch noch an. Eine Madenschraube geht übrigens, aber nicht gut. Ich habe deswegen die Achsen genau um 90° versetzt angefräst. Schreib mal, wenn sie ein wenig gelaufen ist, ob sich die Konstruktion bewährt hat.

Viele Grüße,

Stefan

_________________
:arrow: | :arrow: | :arrow: | :idea: Wenn du einen Hammer hast, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.


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BeitragVerfasst: 05.10.2018, 13:15 
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*** SchienenDampfer
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Beiträge: 150
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Hallo Christoph,
schön, mal wieder was von Mamod zu lesen, ich mag die englischen Zicklein auch :flt:
Besonders interessiert mich Dein Umsteuerventil und die Mechanik dazu.
Bitte weiter berichten und Grüße,
Reinhold

_________________
....und immer 'ne handbreit Wasser über der Feuerbüchse!


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