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 Betreff des Beitrags: Reaktivierung einer Regner Kastenlok
BeitragVerfasst: 06.12.2016, 23:40 
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* SchienenDampfer
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Aus den 80er Jahren habe ich eine Regner Kastenlok nach Vorbild der Hohenlimburger Kleinbahn aus der Versenkung geholt - hier ein paar Eindrücke:
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BeitragVerfasst: 06.12.2016, 23:51 
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Von innen zeigen sich einige Besonderheiten:
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Der Gastank muss zum Füllen herausgenommen werden:
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Der Kessel hat einen Aussenbrenner und der Öler ist nur von unten zugänglich:

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Ausserdem sieht man die Federung der Vorderachse und dass sich durch Alterung die Räder von den Radreifen gelöst haben:


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BeitragVerfasst: 07.12.2016, 00:23 
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Erste Reparaturen waren also der Ersatz der Räder (bei Regner) und Ersatz der ausgehärteten und undichten Dichtungen am Gastank.
Nach ausgiebigem Schmieren und Ersatz einiger weiterer Dichtungen an den Kesselarmaturen fuhr sie wieder, allerdings sehr unregelmässig und auf der Vorderachse wippend, was durch eine Begrenzung des Federwegs ausgeglichen werden konnte. Allerdings erzeugt der Brenner nicht genügend Dampf für mehr als ein paar Meter kontinuierlicher Fahrt, mit anschließender Pause zum Druckaufbau. Eine Fernsteuerung des Dampfhahns musste her, um nach dem Anfahren die Dampfmenge auf das nötige Minimum zu reduzieren. Jetzt sind schon etwa 50-100m zwischen Wartepausen drin.
Allerdings zeigte sich nach einigen Fahrten, dass die Kurbelzapfen der neuen Räder geringfügig kleineren Durchmesser haben als die alten (etwa 1/10 mm), daher verdrehte sich bei heißer Lok immer wider die Gegenkurbel:
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Festdrehen half nichts, denn schließlich war die Schraube ab.... jetzt hat eine eingelegte Metallfolie und Loctite das Problem temporär gelöst, aber vielleicht hat einer der Schienendampfer ja eine bessere Lösung?
Um dem hohen Dampfverbrauch auf die Spur zu kommen zuerst eine Optimierung der Dichtung des Dampfhahns - der extrem dünne O-Ring hat durch ein bisschen Teflonband im Einstich jetzt wieder mehr Anpressdruck:
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Große Dampfverluste habe ich jetzt noch an den Stopfbuchsen: Durch die lange Lagerung sind die Dichtungseinlagen geschrumpft, und haben auch Korrosionsspuren an den Kolbenstangen hinterlassen.
Meine Frage ans Forum: Kann man auch alte Stopfpackungen durch Teflonband ersetzen und lohnt es sich die Stangen zu polieren oder richte ich damit nur größeren Schaden an?

Ich vermute auch, sobald ich mich ans Abbauen der Steuerung mache, ist eine Neueinstellung unumgänglich. Die (1 Blatt) Anleitung spricht von 2 Lehren, die der Lok hätten beigelegt werden sollen:
die erste zur Einstellung der Gegenkurbel relativ zur Treibstange (Kreissegment), die zweite zur Einstellung des Rundschiebers (zylindrisch mit Einstichen)
Beide fehlen natürlich bei meinem Exemplar. Hat vielleicht ein Forumsmitglied diese noch zur Hand und kann mir die Masse geben?

Vielen Dank im Voraus,

Andreas

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BeitragVerfasst: 07.12.2016, 12:44 
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Hallo Andreas,

ein schönes Modell hast du da. Zum Thema Einstellung Gegenkurbel wurde hier im Forum schon einiges geschrieben, z.B.:



Oder:



Meiner Ansicht nach geht das relativ gut auch ohne Einstellehre.

Viele Grüße
Arne


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BeitragVerfasst: 07.12.2016, 16:03 
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Hallo Andreas!

Da hast Du ein seltenes schönes Modell von Regner. Die Hohenlimburger, Plettenberg und 99011 hat Herr Regner damals schon nach dem Baukastenprinzip mit dem selben Fahrgestell ausgestattet. Das Fahrgestell wurde aber mehrmals modernisiert und die Besitzer neuerer 2achsiger Fahrgestelle haben eben auch nur die neuen Montageanleitungen. Es gibt hier im Forum aber noch Kenner der alten Technik und die Firma Regner hat bestimmt auch noch die Bau- und Einstellanleitungen!

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Altes Regner-Modell. Stellung der Kurbel hinter der Achse. Bei Dir ist es vor der Achse (war auch so vorgesehen und bei allen gefundenen Modellfotos der 99011 so montiert!!!). Die Kurbel hat gerade Kanten und einen kurzen Schlitz, die Räder sind aus Metall ohne Naben.

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Neueres Regner-Modell. Die Kurbel hat Kurven und ist tiefer eingeschlitzt, die Räder sind aus Kunststoff und haben Naben. Laut Bauanleitung soll die Nabe sichtbar sein.
Die neuesten Räder sind wiederum aus Metall und haben keine Naben.

Wie stellt man nun die Kurbel ein?
Entweder nach Augenmaß (funktioniert) nach folgender Skizze

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oder mit einer Eigenbauschablone wie hier im Forum dargestellt.

Ein Verstellen der Kurbel weiter weg von der Achse vergrößert den Kurbelkreis und verlängert damit den Weg des Steuerkolbens, der meines Wissens nach fünf Millimeter gesamt betragen soll. Das heißt 2,5 mm Steuerkolben nach vorne und 2,5 mm nach hinten aus der Neutralstellung. Vielleicht weiß es jemand noch genauer?

P.S. Ich würde das Gehäuse und den Kessel abmontieren, um das Fahrwerk sauber einzustellen zu können - mit neuen Rädern und Kurbeln und dann mit Druckluft (Airbrushkompressor reicht, wenn vorhanden) testen. Auch würde ich alle Stopfpackungen neu herstellen und die Messingarbeitszylinder mit neuer Teflonschnur versehen. Je weniger angebaute Teile am Fahrgestell sind, desto freier kann man arbeiten.

Mit lieben Grüßen
Thomas


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BeitragVerfasst: 07.12.2016, 22:44 
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Vielen Dank an Arne und Thomas für die hilfreichen Tips. Das macht Mut für die nächste Bastelstunde.
Gruss, Andreas

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BeitragVerfasst: 08.12.2016, 10:58 
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Hallo Andreas!
Bei der Überholung dieser Maschine solltest Du die Vorderachse bearbeiten. Durch die jetzt eingebauten Federstützen hast Du eine nicht zu unterschätzende Bremse eingebaut. Die Federkraft der 2 Stützen drückt direkt auf die Achse, und daher sind auf der Achse 2 Rillen eingerieben. Ich habe bei der 99.011 mit baugleichem Fahrgestell die 4mm Achse in ein 5mm Rohr, innen 4mm, eingebaut. Dazu muss aber der Lagerschlitz aufgefräst werden. Wenn Du das machen kannst wirst Du dich nur wundern über die Leistungszunahme.
Das Datenblatt über die Einstellung ist auch nicht sehr hilfreich. Verwende die Tipps hier im Forum.
VlG Friedl


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BeitragVerfasst: 08.12.2016, 11:44 
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Ich habe noch Fotos gefunden zum leichteren Verstehen.

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VlG Friedl


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BeitragVerfasst: 23.03.2017, 01:58 
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In den letzten Monaten war die Bastelzeit sehr begrenzt und prosaische Arbeiten, wie das Ersetzen der bisherigen Pappschachtel zur Lagerung durch eine professionellere Holzkiste hatten Vorrang, daher konnte ich die guten Tips von Friedl noch nicht umsetzen, habe aber dank des grossen Ersatzteilvorrats des französischen Regner-Distributors andere Fortschritte machen können:
Es fand sich nach nicht unerheblichem Suchen ein passender Satz O-Ringe, um den Dampfregler wieder zu dichten und auch an den Ersatz der Kolben traute ich mich (mit mehreren Sätzen neuer Teflonkolben diverser Grössen ausgestattet). Inzwischen weiss ich dass die 10mm Kolben mit Standardlänge der Kolbenstange passen, wenn man am Kreuzkopf eine (nicht ganz vorbildliche) Sicherungsmutter verwendet. Jetzt sind auch die Dampfverluste am Kolben viel geringer, wie die Bilder der ausgebauten Kolben verständlich machen:

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Interessant dabei, dass nur 3 der Zylinderdeckelschrauben eine echte Funktion haben und damals viel mit Flüssigdichtungen gearbeitet wurde....

Am 2. Tag des Dampftreffens der EVC45 lief sie schon mit den Teflonkolben - jetzt muss ich mir nur noch die Zeit für eine richtige Einstellung nehmen und dann die restlichen Reibungsquellen beseitigen, wobei ich noch hoffe, keine irreversiblen Veränderungen am Rahmen vornehmen zu müssen. Bei dem fast schon historischen Modell zögere ich da etwas.

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Andreas

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BeitragVerfasst: 24.03.2017, 19:33 
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SchienenDampfer
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Hallo Andreas

Zum Thema Steuerung.

Anbei eine alte Skizze von Fa. Regner mit zusätzlichen Linien und Farben :-)

Es sind 2 Sachen wichtig :

1 - Punkt 1 und 2 (Achsen der Kurbel , ich muss noch meinem Vokabular ergänzen O:-) ) : man stellt sich vor eine virtuelle Linie von Punkt 1 zu Radachse , sowie eine von Punkt 2 zu Radachse : diese 2 Linien (Grün markiert) müssen unbedingt ein 90° Winkel machen (wenn nicht, dann hast Du eine sehr gute forwärts Gang und schlechte Rückwärts oder umgekehrt :-) oder gar nichts ....)

2 - Die Reihenfolge wenn Punkt 1 und Punkt 2 queren eine z.B senkrechte Linie die durch Radachse läuft muss gleich für beiden Seiten des Lok sein. Quert Punkt 1 die Linie zuerst im Laufrichtung "forwärts" auf linke Seite, ist es genauso auf die rechte Seite.

Ich wurde fast sagen Egal ob 1 quert bevor 2 , wenn beide Seite gleich sind, nur wird dein Umsteuerunghebel umgekehrt arbeiten :-)

Ich hoffe es ist klar genug O:-)

Pascal
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BeitragVerfasst: 25.03.2017, 18:42 
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* SchienenDampfer
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Hallo Andreas,

2 Bilder zeigen stark korodierte Kolbenstangen. Ich kann mir nur vorstellen das diese aus normalen Stahl gefertigt wurden.
Hier sollte man Edelstahl verwenen. Bitte mach mal einen Test mit einem Magneten damit wir wissen was für Material hier zum Einsatz gekommen ist.

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