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 Betreff des Beitrags: Re: Regner Henry
BeitragVerfasst: 21.04.2020, 13:36 
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*** SchienenDampfer
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Hallo liebe Kollegen,

nach dem Lauf in der Manege des Dorfzirkus haben sich bei Henry leichte Mängel" feststellen lassen.

Meine Erfahrung ist, dass die Maschinen mit oscyllierenden Zylindern, auch "Zappler" genannt (zB. Willi, Chaloner) mehr Wasser und mehr Öl verbrauchen, wie die Maschinen mit "erwachsenen" Zylindern (zB. Vulkan, Emma...). Wenigstens in meinem Fuhrpark ist es so. Willi und Chaloner sind werksmäßig auch mit Kondensatabscheider versehen, die tatsächlich regelmäßig entleert bzw. abgesagt werden müssen.

Henry dagegen ist ohne diesen Kondenstank konstruiert worden, und der Abdampfrohr wird oben auf dem Stehkessel geführt, und der Dampf entweicht dann durch den Schlot. Ich habe, auf die Konstruktion von Henry basierend, damals versucht, auch den Chaloner so umzubauen, aber besonders bei zwei Zylindern gab es so viel "Spucke", dass ich das wieder zur Originalkonstruktion mit Kondenstank zurückgeändert habe. Beim letzten, längeren Lauf von Henry (~40 Minuten) habe ich aber feststellen müssen, dass die Lok oben irgendwie zu laut "säuselt", und vorne, an der Öffnung oben, wo der Abdampfrohr in die Kesselkuppel mündet, eine Ölspur nach unten fließt, wie Schneckenspucke, und unten den Holzboden schon ziemlich versaut hat.

Nach Abnehmen der Kesselkuppel war dann auch sichtbar, warum. Der Abdampfrohr spuckt sehr viel Kondensat, auch viel Öl, oben auf dem Kesseldach. Und eines der drei senkrechten Rauchrohre ist leider auf der einen Seite zu kurz, und daher schiefkantig in den Kessel gelötet:

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Dadurch ist diese Pampe nach unten gesickert, und es hat natürlich gezischt, gebrannt, und gestunken. Und auch durch die Öffnung der Abdampfrohreinführung ist diese Übermenge an Kondensat herausgetreten. Es ist eindeutig keine optimale Konstruktion - ein Kondenstank muss her.

Aber nachdem wir eine coronisierte Ausgangssperre haben, und ich nichts einkaufen gehen kann, musste die Restekiste herhalten. Eine Bestellung eines Kondensators auf der Regner Webseite kam nicht in Frage, einerseits wer weiß, wann und wie heutzutage die Lieferungen laufen (ich hatte sehr gute bis katastrophale Erfahrungen und wollte keine Experimente mehr), anderseits sieht die Verbindung zum Kondenstank komplizierter aus als beim Chaloner, den ich zum Muster gewählt habe, drittens ist mir der Preis von 55 € plus Versandkosten mir für so ein Teil zu hoch. Und viertens, der Weg ist das Ziel, basteln ist schön, schauen wir, was wir selber können :)

Zum Glück musste ich nicht den ganzen "Kasten" aus Blechplatten bauen, denn irgendwoher hatte ich noch ein dünnwandiges (1 mm) 40x40-er Vierkantrohr. Das originale, lange Abdampfrohr von Henry (an dem der Anschlussnippel drauf war) wurde entsprechend (sehr) gekürzt, und wie beim Chaloner, kurzerhand nach unten gebogen. Diese Biegung ergab dann auch die Höhe des "Kastens", wodurch quasi ein Würfel entstand:

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Auf dem Holzfahrgestell wurde der Umriss aufgezeichnet:

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Die Form der Grundplatte wurde damit festgelegt, indem eines der ursprünglichen Schrauben für die Fixierung mit "einbezogen" wurde, so dass nur noch eine zusätzliche Bohrung in der Grundplatte notwendig wurde.

Ich habe eine weile überlegt, wie ich da ganze zusammenlöten kann, am günstigsten wäre es natürlich von innen, aber geschweige dass weder ich noch Lötkolben in den Kasten nicht hineinpasse, wie wäre ich denn dann herausgekommen wenn fertig... :) Für euch müsste das alles lächerlich erscheinen, aber ich habe keine allzu große Erfahrung im Löten außer im Elektronikbereich...

Also wurde die Oberplatte "innenbündig" angefertigt. In diese Oberplatte wurde an der passend vermessenen Stelle ein 3-mm-Loch für den vom Zylinder kommenden Abdampfstutzen gebohrt. Danach wurde ebenfalls vermessen, wo das 8-mm durch die Dachkonstruktion nach oben geführt werden kann, dass die Absaugung problemlos erfolgen kann. In dem 8-mm-Loch wurde dann das unten aufgeschlitzte und "auseinendergebördelte", passend abgeschnittene 8-mm-Messingrohr eingelötet:

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Die untere Bodenplatte wurde dagegen "außenbündig" entworfen um von innen zu löten. (Solange der "Kasten oben noch offen ist, kann ich ja mit dem Lötkolben "hineinsteigen"...) Zur diesen Platte habe ich zuerst ein Kartonmodell angefertigt, denn die Änderungen wären an der endgültigen Messingplatte schlecht durchführbar. Hier die Teile:

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Danach wurde der "Kasten mit Stiel" fertig gelötet:

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Ich habe schon mal schönere "Löte" gesehen, aber als quasi "Erstlingswerk" ließ ich das durchgehen:

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Dann wurde der Tank grundiert (Regner Brünierflüssigkeit):

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Uns schliesslich lackiert (Autolack schwarz matt):

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Und dann wurde der Kondensator montiert:

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Im nächsten Beitrag zeige ich noch ein Paar Bilder vom "neuen" Henry. Bis gleich!

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LG Zoltan
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 Betreff des Beitrags: Re: Regner Henry
BeitragVerfasst: 21.04.2020, 13:42 
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*** SchienenDampfer
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Es muss nur noch das Werkzeug aufgeräumt werden:

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Henry fertig:

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Ich wünsche allen gesunde und problemfreie Tage!

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 Betreff des Beitrags: Re: Regner Henry
BeitragVerfasst: 21.04.2020, 14:00 
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Hallo Zoltan!

Ich bin sprachlos vor Begeisterung :B :B :B
Echt klasse was Du aus dem einfachen Easyliner für ein Schmuckstück gezaubert hast! :TOP
Den Kondensator hast Du gut gemacht. Vermisst Du jetzt nicht die Abdampffahne mi Hauptkamin?

Anerkennende und bewundernde Grüße

Holger


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 Betreff des Beitrags: Re: Regner Henry
BeitragVerfasst: 21.04.2020, 14:25 
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*** SchienenDampfer
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Die Abdampffahne im Hauptkamin vermisse ich zwar schon, deshalb habe ich ja den Chaloner auch so wie Henry davor war, umgebaut gehabt, aber es funktionierte nicht wegen dem Spucken... Kompromisse muss man im Modellbau hinnehmen können. Wir heizen mit Gas, das ergibt aus dem Schlot keine schwarze Rauchwolken, obwohl die Rauchgase ja dort herausströmen... Henry dampft nun eben, genau wie Willi oder Chaloner, aus dem "zweiten" Schornstein. Dafür spuckt-sabbert sie sich nicht mehr voll :) Und der Brenner bedankt sich auch, glaube ich, dass da nix mehr heruntergurgitiert...

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