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 Betreff des Beitrags: Bohrfutter für Proxxon IBS/E
BeitragVerfasst: 15.07.2020, 14:27 
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Registriert: 09.08.2010, 18:43
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Hallo,

schon lange habe ich einen Proxxon Micromot 40/E Feinbohrschleifer im Einsatz. Er ist zwar klein und handlich, kommt aber bei Dauerbetrieb und größerer Belastung immer schnell an seine Grenzen. Zusammen mit einem Bohrständer habe ich mir dann den 230V Industriebohrschleifer IBS/E gekauft. Für diesen gibt es aber nur Spannzangen und kein Bohrfutter. Für einige Bohrerzwischenmaße waren aber keine passenden Spannzangen dabei und außerdem ist das Wechseln recht aufwendig, so dass ein Bohrfutter her musste. Die Montage scheitert aber daran, dass man das Bohrfutter nicht weit genug auf die Spindel schrauben kann. Also bin ich dem Beispiel anderer Modellbauer gefolgt und habe einfach die vordere vorne konische Distanzhülse abgeschraubt und weggelassen. Das ging einige Monate gut, doch plötzlich wurde der Lauf unrund und der Bohrschleifer fing an bedenkliche Geräusche zu machen. Da ich gerade sehr viele feine Nietlöcher zu bohren hatte, musste schnell ein Ersatz her. Als ich auch bei diesem neuen Gerät die vordere Distanzhülse abschraubte um wieder ein Bohrfutter verwenden zu können, habe ich mich glücklicherweise zuerst näher mit der Konstruktion befasst und dabei festgestellt, dass diese Aluhülse dazu dient, das Spindellager auf seinem Sitz zu halten. Ich hatte wohl bei dem alten Gerät das Glück gehabt, dass das Lager auch ohne diese Befestigungshülse viele Monate auf seinem Sitz blieb. Also was tun?

Im Internet fand ich Lösungen, die allerdings eine Totaldemontage des Bohrschleifers und Dreharbeiten erforderlich machen. Ich besitze aber keine Drehbank und auch die Freunde mit kompletter Werkstatt sind inzwischen leider verstorben. Aber ich habe eine BF20-Fräse. So wurde der obere Teil der Distanzhülse im Frässchraubstock bis auf knapp 2 mm vor dem Gewinde abgefräst. Das reichte aber noch nicht um kleine Bohrer spannen zu können, da die Gewindespindel immer noch nicht weit genug in das Bohrfutter geschraubt werden konnte. Mangels Drehbank habe ich schließlich eine M5x10-Inbusschraube mit Bohrmaschine und Feile solange befeilt bis sie genau in die Spindel passte und der Schraubenkopf dem Gewindedurchmesser der Bohrspindel entsprach. Nun funktionierte das Bohrfutter auch auf der IBS/E einwandfrei. Schnell stellte ich jedoch fest, dass meine Schraube den Durchlass durch die hohle Spindel versperrte und so längere Bohrer oder andere Teile nicht mehr kurz eingespannt werden konnten. Also habe ich versucht auf der Fräse die Schraube möglichst mittig mit 3mm längs zu durchbohren, was im zweiten Anlauf dann auch gelang. Ich habe das Ganze dann zuerst am alten, vermeintlich defekten Bohrschleifer ausprobiert und siehe da, als die verkürzte Hülse das Lager wieder fest auf seinen Sitz drückte, lief er wieder rund und leise und konnte so noch einige Jahre weiter benutzt werden.

Bild
unten Originalzustand, oben umgebaut
Bild

Seit einigen Tagen fiel mir aber auf, das die Bohrer immer unrunder liefen und das Gerät auch wieder komische Laufgeräusche machte. Der unrunde Lauf kam durch das alte Bohrfutter, doch die Lagergeräusche und das Brutzeln beim Einschalten blieben auch nach dessen Tausch, so dass ich heute das damals schon gekaufte neue Ersatzgerät hervorholte und die Hülsen tauschte. Jetzt kann ich wieder ganz normal arbeiten. Hätte ich vielleicht damals gleich auf einen festen Lagersitz geachtet, hätte vielleicht auch der alte Bohrschleifer noch etwas länger durchgehalten. Aber extrem langelebige Elektrogeräte wie vor meiner jahrzehntelangen Schaffenspause scheint es heutzutage sowieso nicht mehr zu geben. Vielleicht hilft meine Methode ja dem einen oder anderen.

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Viele Grüße
Joachim


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