BR 99222 von Regner

  • Hallo Pál
    Ich habe die beiden Gastanks Original belassen, aber vorsorglich eine 2mm Kupferrohrwicklung 6 Gänge über das untere Rohr des Wasserstandes gebaut, so wird heißes Gas in den kleinen Warmtank geleitet. In der Leitung zwischen den beiden Tanks ist ein Rückschlag Membran (Viton) eingebaut. Der Gasdruck im kalten Tank kann mit 37° (Handwärme) schon erhöht werden. Ich habe eine Kupferleitung Ø 3mm vom Dampfbalken unter dem Dach zum Tank geführt. An der Tankwand senkrecht nach unten und auf zwei "Äste" aufgeteilt wieder nach oben. Durch leichtes Flachdrücken der Leitung wird die Kontaktfläche erhöht. Eine Isolierung des Rohres zum Tank soll die vorzeitige Wärmeabstahlung verhindern. Nachdem das System in "Sackgassen" mündet, kann der Dampf nicht durch das Rohr strömen. Die Wärme fließt nur über die Leitfähigkeit des Kupferrohres. Ob die Sache auf Aussenanlagen funktioniert kann ich noch nicht berichten, aber momentan verwende ich 90/10 Gas und bin erst ein mal zufrieden. Über einen Versuch möchte ich noch berichten. 7% Steigung ist die Grenze für die Lok, dann hilft nur mehr die "Zacke". Diese Steigung kann ich noch mit 1 bar fahren, wobei die Räder schon durchrutschen. Nach St Pölten möchte ich sie schon mitnehmen, aber "Funk" wird es noch keinen geben.

    L.G. Wolfgang Franz K.

  • Hallo Wolfgang!

    Wie immer, hast Du jetzt auch viele neue Ideen eingeführt! Bin neugierig diese zu sehen.
    Soll ich nur fünf Wochen Warten!
    Aber wenn Du mit 1 Bar auf 7% Steigung fahren kannst, brauchst Du keine Tankheizung! :E
    Du solltest auch über den Kolben schreiben.

    Und Fotos???

    VG. Pál

    Wer noch vielen Spur I und IIm Loks bauen möchte

  • Hallo Pál
    Du würdest auf Fotos nicht viel sehen können. Der Aufwand dazu ist mir auch zu groß. Im Führerhaus ist momentan nichts drinnen, nur gähnende Leere. Der kurze Brennerkopf ist fast nicht sichtbar, der Wasserstand mit Rohrwicklung, ein kleines (teures) Manometer, ein winziger Gashahn und ein noch winzigerer Dampfentnahmehahn. Allerdings hat er eine Gewindesteigung 1.25 und die brauchst du, wenn mit niederen Drücken gefahren werden soll. Der Dampfregelhahn soll vorne bei den Zylindern in ein neu konstruiertes Verteilerrohr integriert werden.

    Momentan wird die Lok nur händisch mit der Umsteuerung betrieben. Nicht zu groß war mir der Aufwand, die 4 Nutensteine der Umsteuerung mit einer dünnen Teflonschicht zu versehen. Einmal probiert ist es dann eine leichte Übung, allerdings müssen kleinere Steine neu gemacht werden. Der Lagerbolzen wurde von 2 mm auf 1.6 mm reduziert und mit einem Teflonrohr auf Mass gebracht. Das schöne bei dieser Bauart ist, dass mann zuerst das Teflonrohr ohne Bolzen durch die leicht tolerierenden Lagerstellen drücken kann (z. B. rotierend / Drehbank) und dann auf die selbe Art den Bolzen. So bekommt jede Lagerstelle ihre Spielfreiheit. Erst zum Schluss wird der Bolzen auf Mass abgetrennt. Erst mit der Spielfreiheit erkennst du, wie gut die Steuerung eingestellt ist.

    Zu den Teflonkolben: Logischerweise wird mit zunehmendem Kesseldruck und der damit verbundenen Temperaturerhöhung das Kolbenmass verändert. Nach dem ich beim Dampfhahn einen grösseren Durchsatz habe, komme ich mit kleineren Kesseldrücken aus. Die Kolbentemperatur ist dadurch niederer. Erst wenn ich die Heizung beende und kein Dampf durch die Zylinder strömt, wird scheinbar die Reibung der Kolben kurzzeitig höher - (ich vermute einen kurzzeitigen Temperaturanstieg).

    L.G. Wolfgang Franz K.

  • Hallo Wolfgang!

    Es ist zu Schaden, dass für Dich die Fotos so große Aufgabe bedeuten. Für mich wäre es auch einfacher, als die Deutsche Texte verstehen. Trotzdem habe ich viel Information wieder bekommen. Danke!
    Leider machen diese Sachen nicht so riesige Resonanz hier im Forum.
    Ich habe selbst viel vom Deiner Idee nachgebaut. Aber Schwingensteine teflonisieren ist für mich auch bisschen zu viel!
    Ich habe eine Skizze darüber gemacht:

    Soll ich noch nachdenken, ob ich nachbauen möchte!

    VG. Pál

    Wer noch vielen Spur I und IIm Loks bauen möchte

  • Hallo Wolfgang!

    Was ist gar nicht verstehe, dass ist der Membran.

    Das ist klar, dass es soll in die Strömungsrichtung öffnen.
    Dass ist auch sicher Druck Pk soll größer als Pw sein.
    Und was macht der Membran?
    Wie sieht mit Tk und Tw aus?

    VG. Pál

    Wer noch vielen Spur I und IIm Loks bauen möchte

  • Hallo Pál
    Ich habe erst in diesem Moment deine Beiträge gelesen und möchte deine Fragen beantworten.

    Die Nutensteine wurden nur auf zwei Seiten bearbeitet. Ich habe kleine Reststücke (Messing Vierkant 3 mm). Ich nehme 3 Stück davon und lege sie nebeneinander auf. In der Fräsmaschine eingespannt kann ich mit einem 3 mm Fräser, 0.2 mm vom mittigen Vierkant abfräsen. Nur die Hälfte der Materiallänge. Dann wird der Vierkant in der Mitte gewendet und mit der selben Einstellung bearbeitet. Nun kann ich die unbearbeitete Seite des Vierkant in die Spannzange stecken, das 2 mm Loch bohren und den Nutenstein abstechen.

    Die Teflon-Vierkanthülse: In ein Rundmaterial wird eine Bohrung mit 3.2 mm gemacht, und anschließend der Außendurchmesser auf 3.6 mm überdreht. Ein angefaster Vierkant wird eingedrückt und sofort nach dem Entfernen der Nutenstein eingesetzt. Mit der Rasierklinge wird das Teflonmaterial abgeschnitten.

    L.G. Wolfgang Franz K.

  • Hallo Wolfgang!

    Ich habe es auch so gedacht, vierkant plus gedrehte Hülse. Methode ist klar, nur die Maßen sind kritisch! Aber wenn eine schon gut ist, geht das.
    Kannst Du was über Membran auch schreiben?

    Danke, Pál

    Wer noch vielen Spur I und IIm Loks bauen möchte

  • Hallo Pál, habe ich schon gemacht

    Für das Handmuster der Regner Dampfspeisepumpe wurden bei den Rückschlagventilen Vitonblättchen genommen und so habe ich diese Anwendung auch für Speisewasserleitungen genützt. Saugleitungen benötigen andere Bauarten als Druckleitungen. Ich habe das Wort Membran benutzt, weil ich zwischen zwei planen Flächen spielfrei eine Vitonscheibe lege. In den kreisrunden Planflächen sind Nuten eingestochen. In der Mitte der Planfläche ist auf der Einströmseite eine 0.5 mm Bohrung, Ausströmseite 1.0 mm Bohrung.

    Nachdem die Nuten der beiden Planflächen versetzt angeordnet sind, muss das Wasser oder das Gas sich in Schlangenlinie durchdrücken. So erreiche ich ohne Feder ein schelles abschließen des Ventiles. Im Gegensatz zu anderen Systemen ist diese Bauart unschlagbar "kurz". Als Wasserspeiseventil kann ich es noch auf dem "Wasserstand" des Bullen verwenden.
    Also zwischen den beiden Gastanks ist ein nicht federbelastetes Rückschlagventil. Nehme ich es heraus, so wird der Gasdruck im kalten Gastank auch nicht höher, so bleibt es vorerst eingebaut.
    Eines weiß ich sicher: Beim Nachfüllen kann das warme Gas, im kalten Tank, keinen Gegendruck erzeugen. Jetzt muss ich Erfahrung sammeln.

    L.G. Wolfgang Franz K.

  • Hallo Wolfgang,

    welche Aufgabe soll Dein Rückschlagventil zwischen Heiß- und Kalttank haben?

    Seitdem ich die Gasinstallation wie auf Seite 20 dieses Bauberichts umgebaut habe und zusätzlich noch über eine Schelle+Kupferrohr+Heizplatte eine Heißtankankopplung an den Kessel realisiert habe, gibt es auch bei bis zu -5 °C keine Probleme mehr mit der Gasversorgung des Brenners.

    Gerd (D-Engine) hatte die Idee das ganze aus einer Kupferschien 30 x 10 mm zu bauen und die Kupferspierale unter dem Flammrohr auf einen 15 mm Vollkupferscheibe zu wickeln.

    Die Bohrung ist die Befestigung für die Rohrsprirale mit einer M3 Schraube. Auch die beiden Kupferteile werden miteinander verschraubt, zu verbesserung der Wärmeleitung wird Wärmeleitpaste auf die Verbindungsstellen gegeben.
    Der große Vorteil dieser und Deiner Heizspirale seperat vom Brenner, ist die einfachere Demontage des Brenners oder auch der Einsatz einer anderen Brennerform, wie in Deinem Fall.

    Grüße,
    Georg

  • Hallo Pál
    Wenn du die Nutensteine, um 90° verdreht, mit dem Daumen hineindrücken kannst, dann ist das Spiel in Ordnung. Sie werden dann mit der Zeit leichtgängiger.

    L.G. Wolfgang Franz K.

  • Hallo,
    um den Abdampfdruck in den Zylindern zu senken, wurden auch hier Optimierungen vorgenommen.

    Mit einem Schlichtfräser 1,6 mm ( Schaft 3,175 mm ) war es möglich die Abdampfbohrung aus dem Schieber
    oval um 1,2 mm zu weiten. Das ergibt fast den doppelten Querschnitt, ohne die Steuerzeiten zu verändern.

    Mit einem Kugelschleifer in der Hand wurde entgratet.

    Mit dem 1,6 mm Schlichtfräser als Reibahle in der Hand, wurden die Dampfeinströmungen von Grate gereinigt und
    dabei um ca. 0,1 mm geweitet.

    Dank Pal seiner Skizze auf Seite 5, war der Aufbau gut zu erklären.

    Die tiefer zu erkennende Bohrung nach rechts ist die Frischdampfbohrung vom Schieber.

    Der Rezess an den Zylinderdeckeln verdeckte einen Teil des Dampfkanals. Mit einem 3 mm Fräser wurde eine Tasche gefräst.

    Achtung , die Aussparung von der Zylinderentwässerung muss genau gegenüber liegen.

    Gruß,
    Gerd.

  • Hallo Gerd,

    die Stömungsquerschnitte im Zylinder zu erhöhen ist kein Fehler. Ich werde mir das merken wenn ich an den Zusammenbau meines Harzbullens gehe.

    Vielen Dank an alle für die vielen Tips hier im Tread.

    Beste Grüße,

    Marco

  • An Gerd und Marco!
    Also ich bin der bescheidenen Meinung das diese Manipulation ausser grossem Risiko beim bearbeiten wenig, wenn nicht gar, nichts bringt. Ich bin der Meinung, dass auch die kompletten Zu-und Abdampfkanäle die den Querschnitt von 1,6mm haben dann aufgebohrt werden müssten. Nur an einigen Punkten die Löcher aufzubohren, ist so glaube ich, nicht zielführend.
    Um alle Bohrungen anders zu machen, kann man nur eine komplette Neuanfertigung des Zylinderblockes ins Auge fassen.
    Noch eine Kleinigkeit zum Rundlauf. Es ist gar nicht so gut wenn der Dampf blitzartig entweicht. Ein Dampfpolster im Zylinder, auf den der Kolben aufläuft, ergibt einen schöneren nicht abgehackten Rundlauf.

    VlG Friedl

  • Hallo Freunde!

    Ich habe eine Skizze gemacht, über den Kanälen:
    Der gelbe wurde aufgefräst, die orange blieben unverändert!

    Gruß Pál, der zeichner

    Wer noch vielen Spur I und IIm Loks bauen möchte

  • Hallo Pal,
    Deine Skizzen sind wie immer große Klasse und sehr anschaulich.

    Grundsätzlich bin ich auch der Meinung das ein Regner Modell von Haus aus schon gut läuft, wenn man es sorgfältig zusammenbaut.
    Aber wie viele hier im Forum habe ich einfach großen Spaß an diesen Umbauten und Optimierungen.
    Es ist auch immer ein Risiko das man etwas kaputt bastelt und auch manchmal sich was verschlechtert.

    Bei diesen Umbauten erhoffe ich mir einen geringeren Dampfverbrauch und vielleicht auch einen schöneren Auspuffschlag.
    Der Kolben muss schon ein Teil seiner Kraft aufbringen um das expandierte Dampfvolumen durch die Bohrungen zu drücken.
    Auch wenn man nicht durchgängig den Querschnitt erweitern kann, sinkt der Gegendruck weil sich die einzelnen Widerstände
    in Reihe addieren. Durch die weniger gebremste Druckwelle könnte sich der Sound verbessern.

    Jeder sollte das verändern was er kann und wo er Spaß dran hat.

    Gruß ,
    Gerd.

  • Hallo Gerd
    Danke für deine Erläuterungen. Ist diese Arbeit schon abgeschlossen? Ich möchte wissen ob der Auspuffschlag intensiver geworden ist.
    Nachdem oft vorgestellte Arbeiten von anderen nachgebaut werden, sollte der Sinn und Zweck derselben bekannt sein. Mir wäre es unangenehm wenn zum Beispiel alle ein Rückschlagventil irgendwo einbauen, nur weil ich es machte und Einer sagt, es kann nicht schaden.
    Zum Auspuffschlag des Bullen: Einige von uns kennen meine Rennrad-Luftpumpe. Durch Zufall bin ich aufmerksam geworden wie man ein Geräusch verstärken kann. Die Pumpe hat am Ende des Schlauches einen topfförmigen Körper mit Schraubanschluss. Ich habe für meine Druckluftarbeiten an den Loks schon oft den Schraubanschluss entfernt und umgebaut, aber einmal betätigte ich die Pumpe scheinbar sinnlos, nur mit dem Messingtopf. Zu hören bekam ich ein sattes pfauchendes Geräusch. Also, kein hochtöniges Zischen oder Knattern. Der Daumen über die Öffnung gelegt, veränderte den Ton. So legte ich mittig über den Topf einen schmalen Streifen, dadurch wurde die Tonlage des Geräusches tiefer. Ein Blick von Oben durch den Kamin der Lok genügte mir, um festzustellen: " So ein Messingtopf passt da hinein". Ohne es zu wissen, habe ich die Zudampfleitung so günstig verlegt, dass nur eine leichte Mulde aus dem Topf geschliffen werden musste. Ein 0.3 mm dünner Messingstreifen ist oben über die Schallöffnung mit zwei Schrauben befestigt. der Topf steckt nur auf dem Hosenrohr. Nicht durch die Zylinderentwässerung entfernte Wassertropfen werden vom Blechstreifen oben abgefangen und zu Dampf "verbraten". Es gibt schon eine Zeichnung davon. Von mir nicht. 3 mal dürft ihr raten, von wem wohl. :GR Vieleicht landet sie hier. :BU

    L.G. Wolfgang Franz K.

  • Hallo Wolfgang,

    das hört sich interessant an mit dem Soundtunig.
    Ich hoffe mit dir auch das die Zeichnung hier irgendwo landet :pff:
    So richtig vorstellen kann ich mir das noch nicht wie da was gebastelt wurde.

    Friedl:
    Ich habe mich mit der 99 222 noch nicht beschäftigt und bin davon ausgegangen das die anderen Querschnitte größer sind.

    Beste Grüße,

    Marco

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