Beiträge von Dampfbahner

    Hallo Alberto,


    ich hätte eine Frage zu deinen 3D gedruckten Zylindern. Diese haben ja Messinglaufbüchsen, verwendest du diese, weil nach dem Ausspindeln der Lauffläche diese nicht fein genug war oder war es von Anfang an geplant Messingbüchsen zu verwenden?

    Ich frage, weil ich bei meiner Bockl ebenfalls 3D gedruckte Zylinder verwenden aber aufgrund der Größenverhältnisse gerne auf Messingbüchsen verzichten möchte.


    Vielen Dank vorab!


    LG Simon

    Hallo zusammen,

    wie versprochen war ich über die Feiertage nicht untätig. Hier ein kleines Update zunächst zum Flammrohr.

    Inspiriert durch diesen Beitrag: RE: Quersiederohre

    Habe ich identisch wie Jörg den Entschluss gefasst die Quersieder zu fixieren. Da ich jedoch Schwierigkeiten hätte in die dünnen Wandungen Gewinde zu schneiden habe ich mich dazu entschieden die Quersiederrohre zu glühen und im Anschluss an der Oberseite aufzuweiten:

    Hierzu habe ich die Quersieder in eine Spannzange eingespannt und mit der festen Körnerspitze und einem Gummihammer etwas aufgeweitet:





    Auch die Vorrichtung zur Dichtheitsmessung habe ich von Jörg kopiert:saint: Das finde ich an unserem Forum so toll. Der eine findet eine Lösung, gibt diese weiter und jeder kann darauf zurückgreifen<3



    Lg Simon

    Hallo Florian,

    tatsächlich habe ich nicht an SLS sondern SLM gedacht. Durch das Aufschmelzen des Pulvers kann es an den Randlagen passieren, dass sich diese aufstellen. "In der Luft (auch wenn das Bauteil im Pulverbett liegt) drucken" ist daher schwierig.

    Es gibt hier im Forum schon Erfahrungen z.B. in dem folgenden Beitrag: Gr. 740 F.S. - Neues Project

    Ich habe den folgenden Dienstleister ins Auge gefasst: https://jlc3dp.com/

    LG Simon

    Hi Florian,

    exakt. Ziel ist es das Dach aus einem einzigen 3D Druckteil herzustellen. Ins Auge gefasst habe ich dabei einen SLM "Druck" in Edelstahl. Zwar wiederspricht das Dach einigen Konstruktionsgrundsätzen wie überhängen, notwendigen Stützstrukturen... aber ich möchte es als Benchmark verwenden um die Grenzen auszuloten.

    Lg Simon

    Hallo Rüdiger,


    ein Thema bei dem sehr viel Forums-philosophiert werden kann. Deshalb gebe ich auch mal meinen Senf dazu:D

    Quersieder vergrößen die Oberfläche im Flammrohr dadurch erhöht sich die Kesselleistung maßgeblich. Gleichzeitig haben sie aber die entsprechenden baulichen Nachteile. "Also ja/ soviel wie nötig, nein/ so wenig wie möglich."

    Zur Berechung, ob der Kessel ausreichend Leistung besitzt nutze ich die folgende Faustformel eines Echtdampfkollegen. Vorsicht es handelt sich dabei um eine wahnsinnige Vereinfachung, welche bspw. nicht mal die Unterschiede zwischen Kupfer/ Messing/ ... Flammrohr berücksichtigt.


    Benötigter Dampfbedarf:

    Anzahl der Radumdrehungen pro Minute * Zylindervolumen * Füllung = Dampfbedarf pro Minute

    Dampfbedarf pro Minute* Dampfdichte = Wasserbedarf pro Minute in Gramm

    Beispiel:

    Zylinder Durchmesser 14mm Hub 18mm bei Füllung 75% ≈ 9cm3

    9cm3 * 200 1/min ≈ 1800cm3

    (Nass-) Dampf hat eine Dichte von 462 cm3/g daraus ergibt sich ein Verbrauch von 4g Wasser/min


    Verdampfungsleistung:

    Annahme Verdampfungsleistung für das Flammrohr 100kg/m2/h ≈ 0,16g/cm2/min (Das ist auch die Zahl, weshalb das eine enorme Vereinfachung ist)

    Beispiel:

    Fläche Flammrohr "feuerberührend": 56cm2

    Fläche Quersiederrohre "feuerberührend": 18cm2

    *Die Quersiederrohre erhöhen die Fläche schon stark*

    0,16g/cm2/min*(56cm2+18cm2) =12g/min


    Dieser Kessel hätte als die dreifache benötigte Leistung. Ich behaupte jetzt einfach mal die doppelte Leistung im Vergleich zum benötigten Dampfbedarf sollte aufgrund der Vereinfachung in der Berechnung vorhanden sein. Dieser Wert wird aber auch ohne Quersieder erreicht.


    Das Berechnungsbeispiel zeigt den Kessel meiner PT2/2 hier baue ich aber trotzdem die Quersieder ein, da das Flammrohr weit oben im Kessel liegt und ich mir durch die tiefen Rohre einen besseren Wasserdurchfluss durch den Kessel erhoffe.


    Wichtig ist bei der Berechnung noch zu sagen. Näherung wissenschaftlich vermutlich nicht wirklich haltbar und keine Gewähr;)


    Lg Simon


    Edit: Ich hoffe meine Antowrt hilft und vergrößert nicht die Verwirrung:whistling:

    Hallo zusammen,

    in diesem Beitrag möchte ich euch mein Projekt vorstellen. Es handelt sich dabei um eine bayerische PTL 2/2 der bekannte Glaskasten in Spur 2. Obwohl es bereits eine Lok in Echtdampf Spur 2 gibt möchte ich diese ebenfalls bauen, da sie lange in meiner Heimat gefahren ist und ich bei dieser Lok auch testen wollte in wie weit man den SLM 3D Druck für die Unterstützung beim Bau verwenden kann. Ehrlich gesagt, dachte ich, dass die Konstruktion und der Bau des Glaskastens sehr schnell gehen werden und ich so schnell Erkenntnisse für weitere Projekte sammeln kann... Nun ja ich konstruiere seit Januar und bin noch nicht mal mit dieser Phase fertig :sleeping: Glücklicherweise gibt es mittlerweile auch tolle Beiträge im Forum, wie z.b. von Alberto: Gr. 740 F.S. - Neues Project mit seiner wunderhübschen Gr. 740 F.S. die schon große Erfolge mit dem 3D druck zeigen.


    Aber nun zur 307. Ziel ist eine höchstmögliche Detailierung (deshalb auch die lange Konstruktionszeit...)


    Bspw. handelt es sich bei dem Dach um ein einziges 3D Druckteil:


    Achja und ich weis, dass ich damit so ungefähr alle Designgrundsätze missachte aber ich möchte bewusst an die Grenzen gehen und testen, was möglich ist und was zu einem Desaster wird:P

    Bei den Zylindern erkennt man, dass die Konstruktionsphase noch nicht abgeschlossen ist. Die Entwässerung fehlt auch noch. Ich habe mich wie in einem anderen Beitrag für die Regner Steuerschieber entschieden. Die Bohrungsdurchmesser für die Kanäle beibehalten. Deren Position jedoch so versetzt, dass meine Steuerung mit meinen Maßen funktioniert ... So hoffe ich zumindest:whistling:

    Zur Erreichung der sehr kleinen Voreilung sind die Hebel nebeneinander aufgehangen:



    Und folgende Steuerung ergibt sich gemäß Berechnung:

    (Bin bei der Berechnung gerne für Vorschläge offen :))

    Aber ihr fragt euch jetzt sicher, wieso ich in einem so frühen Stadium die Lok zeige. Hintergrund ist der Kessel... Die Bockl ist ja sehr klein und dieser eigentlich ausreichend dimensioniert. Aber ob er sich so technisch umsetzen lässt ist eine andere Frage...

    Die beiden Gastanks sitzen links und rechts vom Kessel. Die Ventile sind am Dampfdom mit einem extra Blech befestigt und werden final über Rohre mit dem Kessel verbunden. Einen Öler besitzt die Lok das Ziel ist jedoch eine ölfreie Lok zu bauen. Habe nur bei der DSL gemerkt, dass ab und zu ein Tröpfchen Öl zum Binden von Schmutz im Dampfraum, etc. garnicht schlecht ist.



    Der Kessel selbst verfügt über einen liegenden Keramikbrenner ähnlich zum Regner Maxi (ich bin mir bei dem Namen nicht mehr so ganz sicher). Ursprünglich sollte ein "Wolfgangbrenner" im Kessel platz finden, das Flammrohr hätte jedoch bedeutet, dass kein Platz mehr für Quersiederrohre zu Verfügung stehen würde.

    Der Kessel selbst verfügt über 5 Quersiederrohre, welche nach unten verlängert werden um so möglichst gut eine Durchmischung des Wassers im Kessel selbst gewährleistet werden. Zudem hoffe ich, dass im Falle eines zu niedrigen Wasserstands so das Flammrohr gekühlt wird. Trotzdem stellen sie natürlich eine mögliche Quelle für Undichtigkeiten dar.


    Diesen Kessel inkl. Brenner und Gastankanordnung möchte ich über Weihnachten beginnen zu bauen, um so sicherzustellen, dass die ganze Konstruktion auch umsetzbar, bzw. die Leistung ausreichend ist. Als Testmaschine dient ein Reppingen Borkum 2 Fahrgestell (btw. falls jmd ein Gehäuse einer Reppingen Borkum 2 abzugehen hat, ich habe starkes Interesse).


    Soweit erstmal der Stand für heute.


    LG Simon

    Hallo zusammen,


    so nun habe ich endlich wieder richtigen PC Zugang :D

    Vielen lieben Dank für die tolle Unterstützung!<3

    @ Georg: Die Scans helfen wirklich weiter, so hat man wirklich ein valides Bild!

    @ Stefan: Vielen Dank für die Vorberechnung.


    Geht man nun von einer Einströmüberdeckung von 0,3mm (e) aus, einer Voreilung von 0,14mm (v), einem Hub von 18mm (2*R) und einem m (siehe meine Abbildung oben) von 3,5mm, dann ergibt sich als Länge des Voreilhebels: n = 68mm... Realistisch wären 19,5mm...

    Daraus ergibt sich für mich die Entscheidung ==> Keine Voreilung :( Schade nicht ganz vorbildgetreu, aber die Betriebssicherheit ist wichtiger.

    e+v/R=m/m+n

    Lg Simon

    Hallo zusammen,


    entschuldigt bitte die späte Antwort. Leider habe ich meinen PC bei einem Update gegrillt und versuche diesen seit zwei Tagen wieder ans Laufen zu bekommen ohne die Daten zu verlieren=O

    (Die Eisenbahn CAD Daten sind gesichert:saint:)

    Ich würde mich die nächsten Tage melden, sobald alles wieder läuft und ich wieder Zugang zu den Berechnungsergebnissen habeX/

    Ich danke euch vielmals für die Mühen! Das ist nicht selbstverständlich und hilft mir sehr stark weiter:BS

    LG Simon

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für das Feedback :)

    Hallo Simon,

    ich habe noch ein Zylinderpaar 4801 von Regner liegen und kann Dir Maße in Bilder in den nächsten Tagen geben.

    Da wäre wirklich super. Alleine schon aus allgemeinen Interesse. Darüber würde ich mich sehr freuen:love:

    Bzgl. Voreilung wäre die Eliminierung auch eine plausible Möglichkeit. Zusätzlich hat sie noch den Vorteil, dass weniger Bauteile für das eigentliche Steuern der Lok notwendig sind.

    Tatsächlich ist meine Hauptmotivation, dass ich leider nicht mehr so viel Zugang zur Werkstatt habe wie früher oder anders gesagt, überall wo ich auf Normteile zurückgreifen kann, bzw. die Aufgabenstellung konstruktiv lösen kann ist für mich ein großer Vorteil8|

    Der Gedanke mit Laufbuchse ist natürlich top, die Frage ist nur, ob die positiven Effekte den Mehraufwand rechtfertigen, bzw. eine Gefahr natürlich der vergrößerte Totraum. Die Zylinder sind noch in einem sehr frühem Konstruktionsstadium, da gibt es noch viele Freiräume.


    Ansonsten hat die Voreilung nichts mit den Bohrungen zu tun. Bis auf die Tatsache, dass sie die Einströmüberdeckung festlegt.

    Stefan, exakt das ist der Punkt der mich interessiert ^^


    Die Grundlage meiner Steuerung bildet immer das CAD Modell, hier werden feste geometrische Abhänge nachgebildet und die Steuerung grob positioniert. Mathematisch erfolgt dann die Berechnung der fehlenden Parameter, bzw. Optimierung der bestehenden. In der Simulation wird die Steuerung final validiert :)

    Die Auslegung/ Berechnung der A (Voreilung) und B Steuerung lässt sich zum Teil unabhängig gestalten. Kritischer ist aus meiner Sicht für die Berechnung aber die A (Voreilung) Steuerung. (Oder anders gesagt, hier kann man sehr schnell in große Probleme kommen, welche sich anders nicht mehr korrigieren lassen ;)) Deshalb starte ich gerne mit dieser und lege die B Steuerung darauf aufbauend aus.

    Außer natürlich System Reppingen ohne Voreilung/ A Steuerung


    LG Simon

    Lg Simon

    Hallo zusammen,


    vielen Dank für das Feedback!


    dampf19 : Vielen Dank Kurt, ehrlich gesagt ich gehe davon aus, dass die Bohrungen auch 1,7 (oder 1,6)mm im Durchmesser haben, war bis jetzt gefühlt immer der Regner Standard.

    stth : Bzgl. der Schieber habe ich diese leider gerade nicht zur Hand und deshalb eine kleine " Zeichnung" erstellt.

    Ich baue selbst eine Lok und möchte die Regner Schieber verwenden. (Die Regner Zylinder passen leider nicht).

    Bei dem Auslegen der Steuerung, bzw. der Voreilung (ein Schritt bei dem Auslegen einer Heusinger Steuerung) ist mir jedoch aufgefallen, dass das Verhältnis des Voreilhebels (m/n siehe oben) sehr "extrem" also ein sehr langes n notwendig sein wird um durch die sehr kurzen Dichtflächen am Schieber (3mm) die entsprechende Voreilung zu erzeugen.

    (Oder anders gesagt je kürzer das n desto größer wird die Voreilung)


    So jetzt stelle ich mir die Frage wie Regner diese Aufgabenstellung lösen könnte...


    Hier gibt es mehrere Möglichkeiten:

    /1/ Die Voreilung ist einfach deutlich größer, als 1/100 des Zylinderdurchmessers (bzw. es wurde bewusst von einem gewissen Grundspiel der Steuerung ausgegangen)

    /2/ Das Verhältnis von m/n ist "extrem" (ehrlich gesagt der Voreilhebel sieht bei der 5201 auch sehr lange aus ;) )

    /3/ Die Dampfkanalbohrungen im Steuerschieber sind deutlich kleiner, als 1,6mm. ==> Diese Theorie finde ich sehr interessant, da ich mir die Frage stelle, wie groß hat Regner die Bohrungen gewählt um trotzdem nicht in Schwierigkeiten bzgl. Durchflussmenge zu kommen? Wurden evtl. mehrere Bohrungen Radial vorgenommen...?


    ==> Genau das interessiert mich. Der Durchmesser der Bohrungen in den Schieberbuchsen der 4801/ 5201. Leider habe ich selbst keinen solchen Zylinder zur Hand. Evtl. hat jmd. einen unverbauten und kann dieses Maß ermitteln, bzw. durch hineinsehen herausfinden ob eine oder mehrere Bohrungen in einer Ebene sind :saint:


    Lg Simon

    Hallo Wolfgang,


    das gestaltet sich leider nicht so einfach, bzw. befürchte ich, dass das Bild dadurch nicht klarer wird. Hier ein Bild aus dem CAD:


    Ich gehe von einer Voreilung von 0,14mm aus der Arbeitskolben hat einen Hub von 18mm (ist auch ein 14mm Standard Regner Teflonkolben).

    Die Länge m bekomme ich auf minimal 3,2 mm.

    n ist vorbildgerecht mit 19,5mm angedacht.

    Die Dichtflächenbreite der Schieber beträgt 3mm.

    Wenn ich nun mit diesen Maßen rechne erhalte ich nicht wirklich ein sinnvolles Ergebnis für die Kanalbreite. Nun interessiert mich, welche Maße die Dampfkanäle im Steuerschieber der Regner Zylinder vorhanden sind. Durchmesser der Bohrung (-en?) oder doch Schlitze... Dadurch bekomme ich die Möglichkeit auf die anderen Maße zurückzuschließen, bzw. erhalte für die Steuerschieber gleich den optimalen Wert und kann so entscheiden, was ich an den anderen Teilen anpassen muss :) (Ich gehe davon aus, dass n bei Regner deutlich länger ist, zudem haben die Maschinen einen etwas kleineren Hub)


    Lg Simon

    Hallo zusammen,

    ich bin gerade dabei eine neue Lok aufzuplanen (bald hierzu mehr) und habe mir hierfür Teflonkolbenschieber der Firma Regner, welche eigentlich für die 5201 bzw. 4802 gedacht waren organisiert. Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass die Maße mit denen der 222 übereinstimmen, welche bereits hier im Forum kommuniziert wurden. Leider besitzen die Kolben jedoch eine deutlich schmalere Dichtfläche (3mm), welche mich vor größere Herausforderungen bei der Auslegung der Voreilung stellt.

    Daher meine Frage ob jmd den genauen Aufbau der Dampfkanäle kennt? (Durchmesser und Anzahl der Bohrungen/ Schlitze in der Schieberbohrung)

    Notfalls würde ich die Voreilung aufgrund deren geringen Einfluss komplett eliminieren :(

    Ich freue mich über eure Antworten.

    LG Simon

    Hallo Thomas,

    Da ich beim Schieber wenig Weg habe, werde ich die Kanalbreite noch ein wenig reduzieren.

    bedenke bitte, dass durch die Reduzierung der Kanalbreite auch die Gesamtdampfmenge im Zylinder selbst sinkt. Die horizontale Gerade die den Öffnungs- bzw. Schließzeitpunkt des Einlasses definiert wandert dabei nach außen weg von der 0 Linie.

    Gleichzeit liegen bei dir die Linien Für Öffnung-/Schließung des Einlasses und Öffnung-/Schließung des Auslasses direkt aufeinander. Ich gehe daher davon aus, dass die Schieberbreite der Kanalbreite entspricht. Ich würde dir empfehlen die Schieberbreite auf der Auslassseite zu erhöhen, sodass der Dampf im geschlossenen Zylinder weiter expandieren kann.

    Evtl. kennt jemand hier im Forum Faustwerte, wann der Zylinder im Idealfall öffnen sollte. Dafür habe ich leider zu wenig Erfahrung=O


    Auf die SLA Zylinder bin ich Mega gespannt! Das wäre wirklich ein Gamechanger.


    Lg Simon

    Hallo Thomas,


    kein Ding ^^

    Eine Frage hätte ich noch hast du deine Maße als mm oder als cm eingegeben?

    Also Lead 0,116 ==> 0,116cm oder 0,116mm. Auf dem Diagramm schaut die Voreilung nämlich sehr groß aus, ich kann mich aber auf die Schnelle auch täuschen =O


    Lg Simon

    Hi Thomas,


    leider habe ich keine passende Literatur zu dem Thema. Das bedeutet alles folgende basiert auf meiner eigenen Interpretation, ich bitte daher die Kollegen, welche sich hier im Forum besser auskennen mit zu korrigieren:saint:

    Zunächst eine Bemerkung am Rande: Du hast m.M. nach das falsche Berechnungsprogramm verwendet nämlich "Walschaert OUTSIDE Admission" welches für Flachschieber gedacht ist. Du benötigst allerdings "Walschaert INSIDE Admission" (Insofern deine Zudampf Bohrung sich in der Mitte des Steuerschiebers befindet und dein Abdampf an dessen beiden äußeren Enden abgeführt wird)

    Der Fokus liegt zunächst auf den ersten beiden Diagrammen:

    Allgemein:

    Du hast drei Kurven:

    /1/ Steuerung in Neutralstellung

    /2/ Steuerung in Vorwärtsstellung (Entscheidend ist der Wert aus der Rahmendefinition "Reverse Arm to Cent NORM" nicht "...MAX")

    /3/ Steuerung in Rückwärtsstellung (Entscheidend ist der Wert aus der Rahmendefinition "Reverse Arm to Cent NORM" nicht "...MAX")

    Betrachten wir zunächst das erste Diagramm: Hier wird die Bewegung des Kolbenschiebers (Y-Achse) über der Radumdrehung (X-Achse) gezeigt.

    0 entspricht 12 Uhr (Also Kurbelzapfen oben)

    90 entspricht 3 Uhr (Also VORDERER Totpunkt)

    ...

    Betrachten wir zunächst Kurve 2 Vorwärtsfahrt. Bei 0° ist der hintere Frischdampfkanal geöffnet. Auf dem Weg zu 90° wird zunächst der hintere Frischdampfkanal geschlossen (schwarzer Kreis) dann der vordere Abdampfkanal geschlossen und gleichzeitig der hintere Abdampfkanal geöffnet (roter Kreis) und anschließen der fordere Frischdampfkanal (grüner Kreis) geöffnet. Bei dem blauen Kreis erreicht der Schieber seine hintere Extremposition.

    Weiter ab 180°: Zunächst wird der hintere Frischdampfkanal (grüner Kreis) wieder geschlossen. Dann der vordere Abdampfkanal geschlossen, der hintere geöffnet (roter Kreis). Und der fordere Frischdampfkanal geöffnet (schwarzer Kreis). Der Schieber erreicht im Bereich des blauen Kreises seinen vorderen Extrempunkt.


    ... Bei Kurve 3 kannst du identisch vorgehen, du musst sie jedoch rückwärts lesen.


    Bei dem zweiten Diagramm kannst du identisch vorgehen. Nur das hier der Bezug zum Schieberweg nicht die Radumdrehung sondern die Position des Arbeitskolbens ist. Da deine Steuerung leider noch nicht ideal ist, habe ich folgend ein Diagramm von mir verwendet, da es dort leichter zu erläutern ist:

    Im Bereich des schwarzen Kreises wird der hintere Frischdampfkanal geöffnet. Im Bereich des roten Kreises wird dieser wieder geschlossen. Daraus ergibt sich eine Frischdampfversorgung über ca. 80% des Arbeitskolbenwegs. "Die Eingeschlossene Fläche entspricht der Dampfmenge. Diese sollte so groß wie möglich sein." Nimmst du die Steuerung zurück wird die prozentuale Frischdampfversorgung kleiner, die Fläche kleiner, dadurch sinkt der Dampfverbrauch, aber auch die Leistung. (Allg. ist die Maschine dann effizienter, weil der Dampf im Zylinder länger expandiert...)

    (Ist auch noch nicht ideal, aber mehr Platz um Kreise zu malen8o)


    Rechts an der Seite der Diagramme steht zweimal das Wort "Lead" dabei handelt es sich um die Voreilung, diese ist für die Funktion der Steuerung hochkritisch. Der obere (rot eingezeichnete) Wert bezieht sich auf die Voreilung am hinteren Dampfkanal zwischen Schieber und Zylinder. Der untere (schwarz eingezeichnete) Wert auf den vorderen. Konkret bedeuten die Werte wie Weit der Dampfkanal beim erreichen des jeweiligen Totpunkts bereits geöffnet ist (grün eingezeichnet). Dieser Wert sollte vorne und hinten identisch sein. Die Faustregel für die Größe des Wertes lautet 1/100 des Zylinderdurchmessers (Faustregel ich habe keine Ahnung zum wissenschaftlichen Hintergrund). Im Modell auch gerne kleiner.



    Das sind jetzt erstmal die gröbsten Punkte auf die ich in deinem Fall achten würde.

    /1/ Lead vorne und hinten Gleich max. 1/100 des Zylinderdurchmessers.

    /2/ Kurven für 2&3 im zweiten Diagramm möglichst deckungsgleich (obwohl für eine 01 die Vorwärtskurve(2) wohl entscheidender ist)

    /3/ Fläche möglichst groß

    Dann ist die Steuerung grob ausgelegt und es geht an die Feinarbeit.

    Ich hoffe das ist verständlich uns hilft dir etwas weiter:P


    Lg Simon

    Hallo Thomas,


    wenn ich jetzt versuchen würde die Berechnungsgrundlage der Heusinger Steuerung rein textbasiert zu formulieren, würde das wahrscheinlich so kompliziert werden, sodass ich es selbst beim zweiten mal lesen nicht mehr verstehen würde:D

    Ich kann dir aber folgendes (leider englischsprachiges) Video auf YouTube empfehlen, welches sehr gut die Funktionsweise und die konstruktiven Hintergründe der Steuerung beschreibt:

    Walschaerts Valve Gear
    Shows and describes all the parts of the Walschaerts valve gear and describes why each is necessary and why it is shaped and sized the way it is.
    www.youtube.com

    Bzgl. der Simulation der Steuerung inkl. Zylinderfüllung, etc. ist die "Dockstader Valve Gear Simulation" sehr gut:

    Dockstader Valve Gear Simulations

    Du kannst auf der Website ein kostenloses Simulationsprogramm herunterladen. (In deinem Fall "File10A" Walschaert Inside Admission). Das Programm rechnet in imperialen Maßen, du kannst aber einfach deine Werte in cm eingeben, klappt genauso (bei mm wird die Steuerung leider sehr groß, da gibt es Probleme mit dem Zoom)


    Ich hoffe die Links helfen dir etwas.


    Lg Simon