Umbau Regner Frieda zu OEG 56

  • Hallo Michi,

    vielen Dank für den Link, das Teil ist wirklich interessant. Vor allem ist der darunter liegende Bügel recht unauffällig.

    eine mögliche Alternative, aber leider nicht ganz günstig,

    Allerdings ist der Preis schon heftig! Die Ausführung in Kunststoff ist ja noch im Rahmen - aber über 90 USD für das in Messing gedruckte Teil will ich nicht ausgeben. Wenn die Lieferung bei dir eintrifft, würde mich interessieren wie das Teil in Echt aussieht.

    Trotzdem ist dein Vorschlag für mich nützlich. So ganz habe ich nämlich den Gedanken nicht aufgegeben, selbst eine Trichterkupplung zu fräsen, die die Haken der LGB-Modelle einfängt. Die CFF Kupplung bringt mir da einen neuen Ansatz.


    Ich freue mich sehr, dass du meinen Umbau der Lok zur OEG 56 mitliest!


    Viele Grüße

    Werner

  • Hallo Forum,

    bei meinem Umbau bin ich mit der Bearbeitung der Metallteile nur wenig weiter gekommen weil ich für einige Arbeiten, beispielsweise für die neue Messing-Kesselstütze, meine kleine Fräse erst einmal auf CNC umbauen will.

    Lackierung der OEG 56

    Statt dessen bin ich seit einigen Tagen daran, Lacke zu testen. Es ist das erste Mal, dass ich Thermo-Lacke verwende beziehungsweise Lacke, die die hohen Temperaturen aushalten müssen. Außerdem sollen die Lacke halbwegs benzinfest sein weil ich ein Petroleum/Benzin-Gemisch zur Reinigung verwende.

    Lackieren ist nicht so mein Ding und ich habe auch keine Airbrush-Pistole. Wenn ich nicht mit dem Pinsel lackiere, verwende ich Sprühdosen und meine Lackierkabine ist dann ein ausgedienter Pappkarton. Deshalb möchte ich auch keine 2K-Lacke verwenden weil ich bei kleinen Teilen dann immer eine angebrochene Dose wegwerfen müsste. Ich muss also Kompromisse eingehen.

    Hier einige Lacke, die ich getestet habe beziehungsweise nun verwende:

    Schwarz:

    - Maston Ofen-Lack Schwarz

    ist sehr matt aber tendiert dadurch stark ins Anthrazit. Außerdem ist seine Einbrenntemperatur scheinbar zu hoch - er wird bei mir im Backofen nicht benzinfest,

    - Der Ausbesserungslack Schwarz von Regner

    hält laut Information von Regner die Temperatur am Kessel aus. Es ist allerdings ganz offensichtlich ein Acryl-Lack, der Ölen und Lösungsmitteln nichts entgegen zu setzen hat. Die Temperaturfestigkeit habe ich nicht getestet, möchte sie aber in Frage stellen.

    - Kamino Pyrozit Schwarz

    lässt sich aus der Dose gut verarbeiten und übersteht auch höhere Temperaturen. Farbton und Reflektionsgrad passen ganz gut, eventuell mische ich ein wenig Glanzlack dazu, um ihn seidenmatt zu bekommen.

    - Humbrol Enamel 33

    ist ein Alkydharz-Lack, der auch beim Auftrag kaum Pinselspuren hinterlässt. Die Enamel-Lacke sind darüber hinaus halbwegs temperaturfest - nichts für die Rauchkammer aber prima für die Ausbesserung kleinerer Flächen.

    - Dupli-Color Thermo Lack Schwarz
    eigentlich ideal: Farbton passt, temperaturfest, deckt gut, niedrige Einbrenntemperatur,

    aber: glänzt mir zu sehr.


    Rot

    - Dupli-Color Thermo-Lack Rot Matt
    hat den richtigen Farbton, also kein Karminrot, wie bei den Nachkriegs-Loks, sondern das Feuerrot der Vorkriegsausführungen.

    Er ist temperaturfest, hat eine niedrige Einbrenntemperatur (30 min bei 160°C) und deckt halbwegs gut. Allerdings wird er selbst nach dem Einbrennen noch ein wenig von meiner Benzin/Petroleum-Mischung angelöst.

    - Humbrol 153 Rot Matt

    ist ein Alkyd-Harz-Lack, entspricht RAL 3000 Feuerot, ist halbwegs temperaturfest und ich werde ihn für das Lackieren der Schraubenköpfe, für Ausbesserungen und das Nachlackieren kleiner Flächen nutzen.

    - Alpina Metallschutz-Lack, 3in1 Direkt auf Rost, RAL 3000 Rot Glänzend

    ist eigentlich gar nicht so schlecht und war vorgesehen für die Pinsel-Lackierung der Rahmenteile. Versehentlich hatte ich die glänzende Version bestellt, obwohl ich eigentlich Mattlack wollte. Nachdem es aber kein Einbrennlack ist und die Benzinfestigkeit nicht ausreicht, verwende ich ihn nun anderweitig.


    Chromoxid-Grün (RAL 6020)

    ist ein recht dunkles und unscheinbares Grün, das aber der Farbgebung der Jahrhundertwende (1900) entspricht. Während in Pressen bei Güterwagen Braun vorgegeben war herrschte im Badischen die grüne Farbe vor. Das Grün, das zu dieser Zeit auch bei Reisezugwagen verwendet wurde, wurde hauptsächlich aus dem Pigment Chrimoxid hergestellt - der damalige Farbton entspricht also halbwegs dem heutige RAL 6020.

    Auch das Führerhaus und Teile des Kessels der OEG 56 waren ursprünglich Grün lackiert, wobei die Lackierung der Lok bei der Ausstellung auf dem Gartenschaugelände viel zu bunt war und auch die heutige Lackierung der Lok ein wenig zu "fancy" ist. Wie die Lok damals ausgesehen haben kann, lässt sich anhand der Lackierung der sehr originalen lackierung der Dampfstraßenbahn Darmstadt vermuten, wobei man wissen muss, dass die OEG 56 vor ihrem Einsatz auf der MWHME zunächst kurz bei der Darmstädter Straßenbahn im EInsatz war.

    Hier bin ich noch immer auf der Suche nach einem geeigneten Lack in RAL 6020. Seidenmatt soll er sein, temperaturfest wäre verzichtbar wenn ich nur das Führerhaus lackiere und den Kessel schwarz lasse. Benzinfest sollte er aus den oben erwähnten Gründen auch sein. 2K-Lack will ich wie erwähnt nicht verwenden.

    - Humbrol 195 Seidenmatt

    habe ich verwendet um den Farbton zu testen. Hier passt eigentlich alles halbwegs , wobei ich die großen Flächen doch lieber mit der Farbdose lackiert hätte.

    - Tristar RAL 6020 Chromoxidgrün Seidenmatt

    ist ein Acryllack, den ich irgendwann für die Umlackierung eines LGB-Wagens verwendet habe. Eigentlich ideal aber in der 1K-Variante leider nicht benzinfest.


    Wenn ihr Erfahrungen mit anderen oder den von mir geplanten Lacken gemacht habt oder Tipps für benzinfeste Lacke habt, lasst es mich bitte wissen!


    Viele Grüße

    Werner

  • Hallo Werner,

    Wenn die Lieferung bei dir eintrifft, würde mich interessieren wie das Teil in Echt aussieht.

    Diese Trichterkupplung habe ich nun schon eine Weile an der Betsy montiert, in diesem Beitrag hat es einpaar Bilder (& Film) wie sie aktuell aussieht, mit dieser Trichterkupplung, einem Schienenräumer und der Frontlampe der Darjeeling Himalaya Dampflok. Hinten am Tender soll es auch noch so eine Lampe geben und irgend wann sollen sie noch beleuchtet werden … aber das nur so nebenbei.

    Cheers Michi

  • Hallo Werner,

    sei mir bitte nicht böse, aber Dein Aufwand für den richtigen Lack ist schon enorm. Wäre es nicht einfacher auf ein anderes Reinigungsmittel umzusteigen ?

    Dann hättest Du wirklich die freie Auswahl an Lacken wie sie auch die professionellen Lok-Hersteller haben.

    Den Lack von Regner in Frage zu stellen finde ich allerdings etwas anmaßend, immerhin gibt es sehr viele Loks von der Firma und ich habe noch nie von Problemen mit deren Lack gehört, es sei denn von Zerstörungen durch Flammen.

    Trotzdem weiterhin viel Erfolg beim Umbau der Lok und berichte weiter so fleißig.

    Viele Grüße

    Manfred

  • Hallo Michi,

    Diese Trichterkupplung habe ich nun schon eine Weile an der Betsy montiert, in diesem Beitrag hat es einpaar Bilder (& Film) wie sie aktuell aussieht,

    das Video und die Bilder hatte ich bereits gesehen, die Kupplung war mir zu der Zeit aber nicht aufgefallen. Tatsächlich sieht sie sehr schlank und gefällig aus, wobei der Bügel kaum zu sehen ist.

    Ich muss aber einfach nochmal fragen weil ich unsicher bin ob ich das richtig verstanden habe: Du hast dir die CFF Kupplungen aus gedrucktem Messing für über 90 USD das Stück an die Lok geschraubt?

    Viele Grüße

    Werner

  • Hallo Manni,

    sei mir bitte nicht böse, aber Dein Aufwand für den richtigen Lack ist schon enorm.

    da kann ich dir überhaupt nicht böse sein, die Frage ist völlig berechtigt. Allerdings darfst du nicht übersehen, dass ich einerseits einen Teil der Lacke schon herum liegen hatte und andererseits einfach möglichst nahe an die Stabilität der Original-Lacke heran kommen will.

    Und deshalb muss ich auch auf das hier eingehen:

    Den Lack von Regner in Frage zu stellen finde ich allerdings etwas anmaßend, immerhin gibt es sehr viele Loks von der Firma und ich habe noch nie von Problemen mit deren Lack gehört, es sei denn von Zerstörungen durch Flammen.

    Ich schrieb nicht von den Lacken, die Regner bei der Werklackierung verwendet. Die sind nämlich genau mein Maßstab, an dem sich die von mir verwendeten Lacke messen lassen müssen. Ich hatte den AUSBESSERUNGSLACK getestet, der in kleinen 30ml Pinselfläschchen von Regner vertrieben wird. Während der Original-Lack auf der Lok jede Reinigung problemlos übersteht, kann ich das für den Ausbesserungslack nicht bestätigen.

    Wie geschrieben, bin ich kein guter Lackierer - eigentlich bin ich in dem Thema ganz und gar nicht drin. Der Aufwand, geeignete Lacke zu ermitteln, mag im ersten Moment hoch erscheinen aber ich gewinne dabei zumindest wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Arbeiten. Bisher habe ich nämlich nur Acryl-Lacke auf Kunststoffe gepinselt, gesprüht oder getupft und war schon froh wenn sich das Plastik nicht beim Lackieren aufgelöst hat. :)


    Viele Grüße

    Werner

  • Ich muss aber einfach nochmal fragen weil ich unsicher bin ob ich das richtig verstanden habe: Du hast dir die CFF Kupplungen aus gedrucktem Messing für über 90 USD das Stück an die Lok geschraubt?

    Nein, der Preis war bei mir für ein Paar, respektiv zwei Stück (für vorne und hinten) und nicht für nur eine Trichterkupplung. Und wie schon gesagt, der Preis war nicht günstig, aber für mich hat es sich trotzdem gelohnt und mir gefällt diese Kupplung an meiner kleinen Lok sehr gut. Sonst hätte ich dies wohl kaum gemacht ;)

    Bernd hat recht, diese Trichterkupplungen sind vom Gerd (Waldbahner) [Blockierte Grafik: https://www.greensmilies.com/smile/smiley_emoticons_2thumbs.gif]

    Cheers Michi

  • Hallo Forum,

    nachdem ich nach dem Umbau meiner Fräse nun CNC-gesteuert Fräsen kann, werde ich nun auch bei der Bearbeitung der Metallteile voran kommen. Die neue Kesselstütze war das erste größere Teil, das ich herstellen konnte.

    Kesselstütze

    Die von Regner verbaute Ksselstütze konnte oder wollte ich nicht weiter verwenden. Bei der OEG 56 beginnt die Kesselstütze weiter vorne, nämlich direkt an der Kesselkante. Ein reines Verschieben der Kesselstütze nach vorne, hätte die darunter liegende Öffnung im Umlaufblech teilweise freigelassen. Also muss ein in Fahrtrichtung breiteres Teil hergestellt werden.

    Regner verwendete bei meinem Modell eine Kesselstütze aus Aluminium, die offenbar aus einem Rechteckprofil 50x20 mm ausgefräst wurde. So ist sie wohl einfacher herzustellen als bei der Verwendung von Messingteilen. Aluminium möchte ich aber nicht verwenden und wollte das neue Teil aus Messing herstellen – das hat keinen spezifischen technischen Grund aber ich finde einen Materialmix nicht so ansprechend.

    Entscheidendes Merkmal ist der dem Kesseldurchmesser von 52 mm entsprechende Kreisausschnitt in dem 2 mm Material. Von Hand wäre das für mich nur mit großem Aufwand und auch bei manuellem Fräsen nur schwierig zu erstellen gewesen. Auf der CNC-Fräse könnte ich die Teile aber in kurzer Zeit präzise und passgenau fertigen. Die runde Ausfräsung passt perfekt und an den Kanten der beiden langen Teile ist eine nur wenige Zehntel Millimeter tiefe Fräsung, um einen Anschlag für die kurzen Teile zu haben.

    Eingespannt zwischen zwei Holzstücken in einem kleinen Schraubstock konnten die Einzelteile genau ausgerichtet und werden. Das Löten war danach kein Problem mehr. Die Eichen-Holzstücke haben die Prozedur natürlich nicht ohne Verbrennungen überstanden, waren aber verbrauchte Fräsunterlagen und als Opfer vorgesehen.

    Danach wurden alle Flächen befeilt und das fertige Teil danach in Korund trommelpoliert – trowalisert heisst das, wie ich hier im Forum gelernt habe.


    Eine vernünftige Lackierung zu erzielen, ist für mich immer ein Glücksspiel. Diesmal hat es aber halbwegs geklappt.


    Natürlich ist das nur ein wenig komplexes Teil aber ich konnte daran wichtige Bearbeitungsschritte einüben und mein Vertrauen zu der CNC-Technik stärken. Auf dem Weg zum fertigen Modell komme ich also weiter voran.


    Viele Grüße

    Werner

  • Hallo Werner,

    die Kesselstütze hast Du mit Deiner CNC Fräße sehr schön gemacht, auch sauber lackiert. :thumbup:

    Ich hätte die Teile hartgelötet, denn die Kesselstütze ist nach dem Kessel das am wärmeintensivste Teil, in der Rauchkammer gibt es schon mal recht hohe Temperaturen. Dann hättest Du das Teil auch komplett brünieren können, was bei Weichlot leider nicht geht oder unschön aussieht.

    Aber es muß Dir gefallen, vielleicht ein Hinweis für die nächste Lok ;)

    Mach weiter so und

    viele Grüße

    Manfred

  • Hallo Manfred,

    Ich hätte die Teile hartgelötet, denn die Kesselstütze ist nach dem Kessel das am wärmeintensivste Teil

    vielen Dank für den Hinweis. Tatsächlich hatte ich an die hohe Temperaturbelastung nicht gedacht. Sollte mir das Teil im Betrieb auseinander fallen, muss ich eben nochmal bei. Beim nächsten Mal denke ich vorher daran!

    Viele Grüße

    Werner

  • Hallo Werner,

    beim Hartlöten geht die Methode mit dem Sperrholz im Schraubstock aber nicht, da must Du die Konstruktion mit dünnem Bindedraht zusammen fügen, den Du aber nicht mit anlöten solltest || . Ansonten fräst Deine Proxxon schön, zirkulare Zügen sind halt "das Salz in der Suppe" beim CNC-Fräsen.

    Grüße,

    Reinhold

    ....und immer 'ne handbreit Wasser über der Feuerbüchse!

  • Danke Reinhold,

    da must Du die Konstruktion mit dünnem Bindedraht zusammen fügen, den Du aber nicht mit anlöten solltest || .

    ich würde nun eher an Abschnitte von Keramik-Fliesen oder dünne Schamotteplatten als Zwischenlage denken aber Bindedraht ist auch eine gute Idee.

    Wenn das teilweise Anlöten des Drahts beim Hartlöten aber mein einziges Problem wäre, würde ich das gerne in Kauf nehmen. Im Hartlöten bin ich leider nicht sonderlich geübt und mache mir eher Sorgen, dass die Teile ausglühen oder sich verziehen.

    Viele Grüße

    Werner

  • Hallo Werner,

    Versuch macht kluch. Ich habe beim Hartlöten von Messingteilen bis dato weniger Probleme (alserwartet) gehabt, als mit Weichlöten. Kann daran liegen, dass ich mir beim Weichlöten komplizierteres zugetraut habe, muss es aber nicht.

    Viele Grüße,

    Stefan

    ich hier | home | :/ Wenn du einen Hammer hast, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.

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