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Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet
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Autor:  Gerd_Neumann [ 11.03.2018, 22:57 ]
Betreff des Beitrags:  Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet

Hallo zusammen,

in den letzten Wochen/Monaten sind ein paar größere Bastelprojekte endlich fertig geworden, daher war es an der Zeit (mindestens) ein Neues zu beginnen :-)

Mich hat ja schon vor einigen Jahren der "Welsh-Bug" infiziert. Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Virus oder ein Bakterium ist (oder eine Lok?), jedenfalls ist seit dem Besuch in Wales im letzten Herbst die ganze Familie infiziert:

IMG_3530 (GNEUJR)
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Vor einigen Monaten konnte ich eine "gebrauchte" Accucraft Quarry Hunslet erwerben, die allerdings noch nie angeheizt war. Ich besitze schon so eine Lok (Hab hier im Forum damals über den RC-Umbau berichtet), allerdings in gasgefeuert. -Und seid meine kleine kohlegefeuerte Krauss mir so große Freude bereitet, reifte der Wunsch nach einer zweiten kohlegefeuerten Lok, möglichst nach einem walisischem Vorbild. Das Angebot der gebrauchten Lok am mir gerade recht: So beschränkt sich der Bau im wesentlichen auf den neuen Kessel und die übrigen Teile, die für Kohlefeuerung nötig sind. (Auf eine ganze Lok hatte ich aktuell wegen eines Projektes für 5" nicht so recht Lust..)

Über den Umbau auf Kohlefeuerung werde ich hier ein kleines Bautagebuch verfassen.

Vor einer Woche habe ich mir meinen Werkzeugkoffer und eine Tasse Cappucino geschnappt. Ungefähr eine halbe Stunde später hatte ich das hier vor mir auf der Werkbank:

AC_QH_zerlegt_001 (GNEUJR)
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Die Bodenplatte auf der Fräse, um dort den Durchbruch für die Feuerbüchse zu fräsen:

AC_QH_Fr_se_002 (GNEUJR)
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Fertig:

AC_QH_Fr_se_003 (GNEUJR)
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Hier das Fahrwerk zusammen mit dem ersten Teil des neuen Kessels: Ein Kupferrohr Da50/Di46, am Ende zweimal gesägt, weichgeglüht und die Seiten der (trockenen) Feuerbüchse gerade gebogen:

AC_QH_mit_Kesselrohling_004 (GNEUJR)
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Eine schnelle Stellprobe auf dem Fahrwerk: Die Feuerbüchse wird im Modell viel länger als beim Vorbild, aber die zusätzlichen cm² werden das Leben im Betrieb erheblich vereinfachen. Das Modell soll später ein Führerhaus wie die "Elidir" auf den Fotos oben bekommen, daher wird die verlängerte Feuerbüche (hoffentlich) nicht auf den ersten Blick auffallen. Die Abdeckung werde ich entsprechend verlängern.


AC_QH_Stellprobe_005 (GNEUJR)
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Da sich meine bisherige Erfahrung nur auf das Löten von gasgefeuerten Kesseln aus Messing beschränkt, werde ich wohl noch etwas lernen müssen, bis der Kessel aus Kupfer fertig ist. Als ersten Schritt habe ich meinem PUK beigebracht auch Kupfer zu schweißen, um damit die Bauteile vor dem Löten fixieren zu können. Hier sieht man meine ersten Versuche einer Kehlnaht:


AC_QH_Cu_WIG_006 (GNEUJR)
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Jeder der Schweißpunkte hat einen Durchmesser von 0.8....1,2mm. Natürlich hält die winzige Naht keinen Kesseldruck, aber es sollte eine große Hilfe für das Verlöten der Teile sein.

Soweit für heute, hoffentlich bald mehr in diesem Theater.

Viele Grüße aus Hamburg

Gerd

Autor:  Gerd_Neumann [ 14.03.2018, 00:29 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet

Moin,

Zeit für einen kleinen Fortschrittsbericht:


Da die Rauchkammer bei der gasfeuerten Lok nach unten offen ist, habe ich eine Bodenplatte für die Rauchkammer gefräst. -Später soll ja alles schön dicht sein:

AC_QH_Rauchkammer-Basis_007 (GNEUJR)
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Die Rauchkammerhat eine Öffnung mit 56mm Duchmesser, mein Kessel aber nur 50mm. Daher entstand dieser Ring:

AC_QH_Kesselring008 (GNEUJR)
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Zusammengebaut:

AC_QH_RK_008 (GNEUJR)
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Nach dem Einschrauben des Abdampfrohres war ich doch etwas erstaunt: GANZ SCHIEF!

AC_QH_Schief_009 (GNEUJR)
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Aber gut, wenn man die geneigten Zylinder und die Konstruktion zwischen den Rahmenwangen anguckt, ist das so sicher am einfachsten, und bei einer Gaslok ja auch vollkommen egal.

Mit der Rauchkammer drüber sieht es so aus:

AC_QH_Schief_010 (GNEUJR)
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Ich werde mir also etwas einfallen lassen müssen, wie ich Blasrohr und Hilfsbläser zentrisch und vertikal unter den Schornstein bekomme.


Als Vorbereitung für den Kessel habe ich ein Stück 2mm Kupfer weichgeglüht und auf meiner Abkantbank in einem Zug um 90° gebogen. Die Oberfläche des Kupfers sieht dann so aus:

AC_QH_Cu_gebogen_011 (GNEUJR)
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Man sieht klar, daß das dem Material zu viel ist. Ich werde einen zweiten Versuch mit kleinen Biegeschritten und wiederholtem Weichglühen machen, außerdem werde ich meiner Abkantbank eine Klinge mit einem größeren Radius verpassen: Mal sehn, was zum Erfolg führt.

Weiterhin habe ich die CAD Arbeit am Kessel erstmal abgeschlossen. Unten ist ein Link zu einem PDF in meiner Dropbox. Wenn man den original Acrobat-Reader von Adobe hat, kann man den Kessel auf dem Monitor in 3D drehen, verschieben und zoomen:

http://img.schienendampf.com/forumimage ... lettv3.pdf


Wenn einer von Euch eine Anregung hat, was ich besser/anders machen sollte, bin ich für jeden Tipp oder Hinweis auf einen Mangel/Fehler der Konstruktion dankbar!


Viele Grüße aus Hamburg

Gerd

Autor:  Sascha [ 15.03.2018, 07:28 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet

Moin Gerd,

das ist eine sehr interessante Kesselkonstruktion, ich freue mich auf weitere Bauberichte :TOP

Gruß
Sascha

Autor:  Maestrale5 [ 15.03.2018, 09:25 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet

Moin Gerd,

für was sind die Löcher in den trockenen Feuerbüchsenwänden?

Grüße
Georg

Autor:  Sascha [ 15.03.2018, 10:04 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet

Moin Georg,

ich bin zwar nicht Gerd, aber ich gehe davon aus,
dass mit den Bohrungen alles über Winkel und Flachmaterial miteinander verschraubt wird.

Gruß
Sascha

Autor:  AsJ17 [ 15.03.2018, 16:05 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet

Moin zusammen,

Gerd hat bereits Cu-Späne gemacht. Bei einem Kaffee haben wir das gestern Abend auf meinem Küchentisch begutachtet und dabei die Unterschiede zu anderen Kesselkonstruktionen bequatscht:

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Da nach waren wir in der richtigen Stimmung um zusammen im Keller Kohle zu verbrennen. Natürlich dort wo sie hingehört:

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Sascha hat geschrieben:
ich gehe davon aus,
dass mit den Bohrungen alles über Winkel und Flachmaterial miteinander verschraubt wird.

Ich tippe auf Nieten :wink:

Jetzt bleibt es abzuwarten, ob die Brat-Versuche mit Hartlot erfolgreich sind. Gerd, ich drücke die Daumen!

Viele Grüße
Arne

Autor:  Gerd_Neumann [ 15.03.2018, 21:31 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet

Moin,

kaum ist man irgendwo zu Besuch, wird gleich darüber berichtet... Aber schön wars, wir hatten viel Spaß und die Klamotten haben abends herrlich gestunken :-)

@Georg: Wegen der trockenen Feuerbüchse habe ich Sorge, daß das Kupfer überhitzt. Daher habe ich einige Lüftungslöcher vorgesehen...
Nein, natürlich nicht: Wie Sascha und Arne schon ganz richtig vermuteten: Da werden die Bauteile mit Flach und Winkelprofilen verbunden.

Auch wenn Arne schon alles verraten hat, noch ein paar Bilder aus der Produktion, vielleicht hat ja jemand Freude dran, sonst einfach weiter scrollen:


Die Fräse zentriert die ersten Nietlöcher:

AC_QH_Cu_fraesen_012 (GNEUJR)
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Und wird dabei sorgfältig von meinem ältesten und dem jüngsten überwacht:

AC_QH_Cu_fraesen_013 (GNEUJR)
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Nach ca 45min waren die Teile fast fertig:

AC_QH_Cu_fraesen_014 (GNEUJR)
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(Abends war ich dann bei Arne zum Spielen.)
Heute war ich zum Ärger meiner Kinder alleine in der Werkstatt und habe mit dem Biegen der Teile weiter gemacht.
Nach den Vorversuchen von neulich habe ich pro 90° Knick achtmal geglüht und gehämmert:

AC_QH_Cu_biegen_015 (GNEUJR)
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AC_QH_Cu_biegen_016 (GNEUJR)
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Zum Schluß sah es so aus:

AC_QH_Cu_biegen_017 (GNEUJR)
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Alle Löcher im Kessel sind gebohrt:

AC_QH_Kessel_gebohrt_018 (GNEUJR)
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Die Rauchrohre sind mit ein paar Schweißpunkten an der Frontplatte fest, ebenso das U-Profil zum Abstützen der Feuerbüchsdecke:

AC_QH_WIG_019 (GNEUJR)
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Und bevor ich nach hause mußte habe ich es noch geschafft die ersten zwei Teile mit Silberlot zusammen zu braten:

AC_QH_Cu_loeten_020 (GNEUJR)
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Die kleinen Schweißpunkte sind total hilfreich: Nichts bewegt sich beim Löten, und man kann die Teile drehen und legen wie man will.


Das war alles für heute, aber ich bin mit dem kleinen Fortschritt ganz zufrieden.


Viele Grüße

Gerd

Autor:  Sascha [ 15.03.2018, 21:45 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet

Moin Gerd,

bei der einfachen Konstruktion, bin ich gespannt, wie gut er Dampf kocht.
Wie baust du den Wasserstand, die obere Bohrung sitzt ja an deinem Kessel wieter vorne als wie im Buch??

Gruß
Sascha

Autor:  Waldbahner [ 15.03.2018, 21:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet

Moin Gerd,

das mit den Schweißpunkten zum Heften ist ja schon ganz gemeins "Cheaten"... Wo bleibt denn da der Spaß von verrutschenden Bauteilen und die Frage "Wie bleibt es dort wo es hin soll"?

Oder kurz gesagt - Super genial !!! Ich bin gespannt wie das Kesselchen und die Lok nachher laufen werden.
Irgendwann werde ich mich auch mal mit ner Kohlelok befallsen müssen. Nen Roundhouse/Riverdale Billy würden mich schon sehr reizen. Aber aktuell ist der Finanziell absolut nicht drin.

Grüße, Gerd

Autor:  dampfandy [ 16.03.2018, 15:48 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet

Hallo Gerd,

eine interessante Konstruktion von einen Dampfkessel hast Du Dir da ausgedacht.
Allerdings ist Deine Feuerbüchse ev. etwas zu "Trocken". Im Prinzip bleiben zur Wärmübertragung nur Die beiden Rauchrohre und die
vordere Stehwand. Die Feuerbüchsendecke ist so hoch dass die im Betrieb immer über dem Wasserstand liegt.
Deshalb bin ich sehr gespannt ob genug Dampf produziert wird und freue mich das soetwas mal einer ausprobiert.
Bitte gebe doch mal die Länge und den Durchmesser der Rauchrohre und der Dampfzylinder an , ich rechne dann mal.
Prima ist die Idee mit den Schweisspunkten :B .
Noch einen Tip habe ich: Verwende für die Hartlötungen die Du vorher machst ein Lot mit höheren Schmelzpunkt sonst
könnte es passieren das sich die Lötnähte beim letzten Löten wieder mit verflüssigen und Deine Feuerbüchsenstabilisation verutscht.

Autor:  AsJ17 [ 16.03.2018, 16:09 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet

Hallo Andy,

dampfandy hat geschrieben:
Die Feuerbüchsendecke ist so hoch dass die im Betrieb immer über dem Wasserstand liegt.

Ich würde tippen dass dies nur in Ausnahmesituationen der Fall ist. Im Bezug auf die tatsächlich umspülte Fläche ist der Kessel meinen Riverdale-Kesseln gar nicht so unähnlich. Von mir steht die rein gefühlsmäßige These im Raum, dass Gerd zuviel Dampf haben wird - er darf das aber gerne wiederlegen :wink:

dampfandy hat geschrieben:
Verwende für die Hartlötungen die Du vorher machst ein Lot mit höheren Schmelzpunkt sonst
könnte es passieren das sich die Lötnähte beim letzten Löten wieder mit verflüssigen und Deine Feuerbüchsenstabilisation verutscht.

Genau deswegen doch die Schweißpunkte :E

@Gerd: Und? Is er dicht?

Viele Grüße
Arne

Autor:  flachschieber [ 16.03.2018, 21:50 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kohlekessel für eine Accucraft Quarry Hunslet

Hallo Gerd,

vielen Dank für die schönen Bilder von Deinem Kesselbau. Da juckts mir in den Fingern auch mal wieder einen Kohlekessel zu bauen. Es macht einfach riessen Spass Kohle zu fahren. Dampf wird Dein Kessel genug machen. Da hätte ich auch keine Angst. Und wegen der "trockenen" Wände: Du wirst beim Löten bemerkt haben wie viel Energie da rein gesteckt werden muss bis das Lot schmilzt. Kupfer verteilt die Hitze so schnell das man da bei normaler Bedienung keine Angst vor dem Auslöten haben muss solange Wasser im Kessel ist.

Mir gefällt Dein Bericht jedenfalls sehr.

Beste Grüße,

Marco

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